2:0-Heimsieg gegen Würzburger FV

Ortiz und Wessner schießen Feucht aus der Krise

Jubeltraube im Waldstadion: Die Feuchter feiern Oscar Ortiz (Mitte) für den entscheidenden Treffer zum 1:0 für die Hausherren. | Foto: kk2017/04/scfeuchtwuerzburgerfv.jpg

FEUCHT – Die Talfahrt ist gestoppt. Der SC Feucht hat sich am Freitagabend mit einem 2:0 (1:0) gegen den Würzburger FV durch Tore von Oscar Ortiz und Nico Wessner aus der Krise geschossen. Nach zuvor vier Spielen ohne einen Punkt war die Erleichterung nach Schlusspfiff riesig im Waldstadion.

Die Ausgangslage: Die Bilanz des SC Feucht in der Bayernliga Nord war zuletzt desaströs. Vier Niederlagen, 0:10 Tore und dann auch noch am letzten Wochenende die blamable 0:3-Pleite bei Schlusslicht VfL Frohnlach. Es konnte also nur besser werden, aber dafür musste endlich ein Sieg her. Da kamen die Würzburger gerade recht. Der FV hatte zwar eine grandiose Hinserie gespielt (unter anderem das Hinspiel 3:0 gewonnen), aber in diesem Jahr außer einem Remis nur Niederlagen eingefahren und ist deshalb mittlerweile ins Niemandsland der Bayernliga Nord-Tabelle abgerutscht. Der SC musste dafür kurzfristig auf Kapitän Matthias Heckenberger wegen einer Einblutung in der rechten Wade verzichten. Die genaue Diagnose steht noch aus.

Die erste Halbzeit: Man konnte deutlich sehen, dass hier zwei schwer verunsicherte Mannschaften aufeinandertreffen. Wobei die Gastgeber, bei denen endlich wieder die Routiniers Michael Eckert, Stephan König und der zuvor gesperrte Keeper Andreas Sponsel mitwirken konnten, deutlich zupackender agierten als noch vor Wochenfrist. Trotzdem kamen die Gäste in der 12. Minute zur ersten echten Chance des Spiels: Patrick Hofmann zielte jedoch von der rechten Strafraumgrenze knapp links am Tor vorbei. Feucht versuchte zu antworten, war aber bei Flanken und Ecken noch viel zu unpräzise. Eine Viertelstunde vor dem Pausenpfiff wurde der SC dann allmählich gefährlicher. Und in Minute 36 zahlte sich die erhöhte Gangart der Hausherren auch endlich aus (siehe Szene des Spiels) – 1:0.

Die zweite Halbzeit: Mit der 1:0-Führung im Rücken spielten die Hausherren nun selbstbewusster, erlaubten sich weniger Fehler und waren dem 2:0 stets näher als die Würzburger. In der 57. Minute schoss Felix Spielbühler knapp vorbei. In der 77. Minute war es Dima Zaika, der nach einer wunderschönen Kombination über Fatih Böynügrioglu und Nico Wesssner den Ball mit dem Kopf nicht mehr richtig drücken konnte. Der FV dagegen versuchte es nur über seine Außen und fing sich dann in der 80. Minute das 0:2. Ein Befreiungsschlag der Feuchter flog weit in die Würzburger Hälfte, wo Wessner lauerte und das entscheidende Kopfballduell gewann. Mit dem Ball am Fuß umkurvte er den herausstürmenden Torwart Andre Koob und schob locker rechts ein. Der endgültige K.o. für die Unterfranken, die zwar in den Schlussminuten wild anrannten, ohne sich jedoch eine ernsthafte Torchance dabei herauszuarbeiten.

Die Szene des Spiels: Das 1:0 der Hausherren geriet einigermaßen kurios. Denn in der Bayernliga Nord war Oscar Ortiz bislang eher nicht als Torjäger bekannt. Nur so ist zu erklären, warum den US-Boy, nachdem er sich den Ball im Mittelfeld erkämpft hatte, niemand von den Würzburgern angriff. Oscar stürmte über den Platz, suchte nach der passenden Anspielstation auf der rechten Seite. Weil er dort aber niemand fand, trieb er die Kugel immer weiter bis an die Würzburger Strafraumgrenze, hob dort noch einmal kurz den Kopf und weil sich immer noch keiner seiner Mitspieler freigelaufen hatte, zog er einfach ab. Rumms. Der Ball knallte durch die Beine eines Würzburger Verteidigers, sprang vor Keeper Koob noch einmal kurz auf und landete dann im langen Eck zum 1:0. 

Stimmen zum Spiel: „Wir haben ein Heimspiel gewonnen – nicht mehr und nicht weniger. Aber natürlich tut uns dieser Sieg gut. Jetzt müssen wir uns auf die anstehende Englische Woche vorbereiten und möglichst in den nächsten beiden Spielen nachlegen.“ (Klaus Mösle, Trainer SC Feucht)

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann