Feuchter müssen zum Derby nach Buch

Nur noch ein Spiel von vielen

Das übliche Bild in den letzten Jahren: Feucht feiert, während die Bucher (hier Kapitän Udo Brehm) frustriert vom Platz humpeln. Ob die Knoblauchsland-Kicker diesmal den Spieß umdrehen, ist eher fraglich. | Foto: Zink2019/04/20180424_buch_feucht_zink_040.jpg

FEUCHT – Die Bucher Jungs gegen den SC Feucht – vor nicht allzu langer Zeit gehörten diese Duelle zu den absoluten Highlights im Amateurfußball-Kalender der Metropolregion. Mittlerweile hat dieses Derby jedoch ein wenig an Prestige verloren.

Die verlorene Brisanz dieser Partie liegt weniger an den Zeidlern, die ja bekanntlich auch heuer wieder im Aufstiegskampf mitmischen, sondern an der sportlichen Talfahrt des TSV Buch.

Letzte Saison noch knapp in der Relegation zur Bayernliga gescheitert, dümpeln die Knoblauchsland-Kicker aktuell im Niemandsland der Landesliga Nord Ost herum und müssen aufpassen, nicht noch nach hinten durchgereicht zu werden.

SC-Coach Florian Schlicker warnt dennoch vehement davor, den ehemaligen Erzrivalen am kommenden Sonntag (Anpfiff: 15 Uhr) zu unterschätzen.

In der Relegation gescheitert

Viel hatte nicht gefehlt und das beliebte Derby wäre in dieser Saison ausgefallen. Erst in der Relegation, und auch dort nur knapp am ASV Vach, scheiterte der TSV Buch im letzten Sommer bei seinem gefühlt 100. Versuch, endlich in die Bayernliga vorzustoßen.

Der verpasste Sprung nach oben in Kombination mit schweren Verletzungen einiger Stammspieler wirbelte dann das Gefüge innerhalb des TSV anscheinend so durcheinander, dass die Bucher plötzlich weit unter ihren Möglichkeiten spielten und als Konsequenz daraus gleich zweimal den Trainer austauschen mussten.

Auf Thomas Adler folgte sein Co-Trainer, der inzwischen verstorbene Thomas Tech, bis dann Manuel Bergmüller übernahm und die Bucher wieder stabilisierte.

Von den Ansprüchen vergangener Spielzeiten, wo man hinter vorgehaltener Hand immer den Aufstieg zum Ziel ausgegeben hatte, ist die Truppe vom Wegfeld aktuell dennoch weit entfernt. „Für uns zählt heuer nur der Klassenerhalt“, betont Bergmüller, der auch im Nürnberger Land dank seiner erfolgreichen Arbeit beim TSV Fischbach bekannt ist.

Aufgrund dieser Ausgangslage reklamiert er auch die Außenseiterrolle klar für sich und seine Elf: „In diesem Spiel erwartet niemand etwas von uns.“

Bergmüller weiß wovon er spricht, schließlich hat der akribische Analytiker mal kurz nachgerechnet und kam dabei zu Ergebnissen, die den Favoritenstatus des SC auch noch mit Zahlen untermauern. „Die Mannschaft des SC Feucht hat 611 Regionalligaspiele auf dem Buckel, von den Drittligaspielen eines Andreas Sponsel ganz zu schweigen.“ Bergmüller legt sich sogar fest: „Feucht steigt heuer auf!“

Yasar fällt aus

Auch sein Gegenüber am Sonntag, SC-Trainer Florian Schlicker, findet diese Idee nicht völlig abwegig, will sich von so viel gegnerischem Lob jedoch nicht einlullen lassen. „Wir sind es in dieser Saison ja schon gewohnt, dass uns eigentlich in jedem Spiel die Favoritenrolle zugeschoben wird.“

Diese ist nach dem famosen Sieg im Spitzenspiel gegen Tabellenführer Bamberg (2:1) natürlich nicht unverdient, unterschätzen werden er und seine Schützlinge die Bucher dennoch nicht.

„Buch ist gerade zuhause ein sehr unangenehmer Gegner“, weiß Schlicker, der sich aktuell aber mehr mit seiner eigenen Mannschaft beschäftigen muss. Denn nach der kraftraubenden Hausaufgabe gegen Bamberg knirscht es ein wenig im personellen Gefüge.

Kaya Yasar fällt mit einer Entzündung im Knie definitiv aus und bei zahlreichen anderen muss Schlicker erst noch abwarten, ob die Wehwechen rechtzeitig abklingen.

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann