Winkelhaid verliert denkbar knapp

Nicht schon wieder

Jana Wanzek (rechts) erzielt gegen Zirndorf vier der 20 Winkelhaider Tore – am Ende zu wenig für den dritten Saisonsieg. | Foto: Joachim Horn2019/12/Winkelhaid-Handball-Jana-Wanzek-online.jpg

WINKELHAID – Die Handballerinnen des TSV Winkelhaid verspielen erneut eine Pausenführung, verlieren denkbar unglücklich und verharren auf dem vorletzten Tabellenplatz der Bayernliga.

Motiviert und gut auf den Gegner eingestellt, gingen die Winkelhaiderinnen in das Derby gegen die HG Zirndorf. Von der ersten Minute an zeigten sich die TSV-lerinnen hellwach und verschoben in der Abwehr sehr gut, sodass sich der Gastmannschaft kaum Möglichkeiten boten, klare Torchancen zu kreieren.

Schafften es die Zirndorferinnen doch einmal, die Abwehr zu überwinden, wurden die Würfe von Torfrau Tanja Seger entschärft. Gleichzeitig spielte der TSV in der Offensive seine Bälle schön durch und brachte seinen Rückraum mit verschiedenen Varianten gut in Position.

Als Zirndorf Mitte der ersten Hälfte der 7:8-Anschluss gelang, nahm Trainer Sebastian Wilfling seine erste Auszeit. Diese zeigte die gewünschte Wirkung: Über neun Minuten gelang den Gästen kein Tor mehr. Die Winkelhaiderinnen hingegen trafen aus allen Positionen und ließen sich auch von den wechselnden Abwehrformationen der Gäste – 6:0, 5:1 und doppelte Manndeckung – nicht aus der Ruhe bringen. Sie legten einen 5:0-Lauf hin und bauten ihre Führung auf sechs Tore aus. Beim Stand von 14:9 ging es in die Pause.

Offensive verliert den Faden

In der Halbzeitansprache appellierte Trainer Wilfling an seine Mannschaft, genauso weiterzuspielen: „Wir müssen in der Abwehr um jeden Ball kämpfen und uns vorne mit Dynamik und Schnelligkeit in gute Wurfpositionen bringen.“ Wie schon in den jüngsten Auswärtspartien schafften es die Winkelhaiderinnen allerdings nicht, ihre Stärken auch in der zweiten Halbzeit auf die Platte zu bringen.

Im Angriff verlor der TSV komplett den Faden: Zirndorf schaffte es, das Zentrum der Abwehr dicht zu machen und die Winkelhaiderinnen verstanden es nicht, die freien Außen in Wurfpositionen zu bringen. Dadurch luden sie die HG Zirndorf zu einfachen Toren ein. Lediglich ein Tor der Winkelhaiderinnen in den ersten 13 Minuten ermöglichte es den Gästen, beim Stand von 15:15 auszugleichen. Im Anschluss entwickelte sich das spannende Spiel, das man unbedingt vermeiden wollte. Bis zum Stand von 17:15 konnten die Winkelhaiderinnen ihre Führung behaupten. Durch einen Fünf-Tore-Lauf der Gäste gerieten die Damen des TSV jedoch in Rückstand. Gut drei Minuten vor dem Ende hieß es 17:20, die Partie schien bereits gelaufen.

Knockout vier Sekunden vor dem Ende

Doch drei Tore von Jana Wanzek, Susanne Spychala und Katja Götz sowie etliche Paraden von Lena Bauer ließen die Hoffnung noch einmal aufleben. Götz‘ fünfter Treffer an diesem Abend bedeutete 74 Sekunden vor dem Ende sogar den Ausgleich zum 20:20.

Dann spielte Zirndorf seinen letzten Angriff klug von der Uhr. 35 Sekunden vor Schluss zeigten die Unparteiischen Zeitspiel, 21 Sekunden vor Ende der Spielzeit nahm der gegnerische Trainer sein Team-Time-Out. Dass die Gäste dennoch bis vier Sekunden vor Schluss Ballbesitz hatten, war für viele Zuschauer unbegreiflich. Ein freier Rückraumwurf von Zirndorfs Lena Wanzek ließ alle Hoffnungen auf einen Punkt schwinden. Mit 20:21 mussten sich die Winkelhaiderinnen unglücklich geschlagen geben.

Für den TSV Winkelhaid spielten: Bauer, Seger (beide im Tor). Räbel (3/1); Götz, V. (4); Meyer; Götz, K. (5); Weiler (1); Spychala (3); Bachmeier; Wanzek (4).

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