Neuerungen bewähren sich

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NÜRNBERGER LAND (kp) — Knackt der Landkreislauf bei seiner 13. Austragung mal wieder die 2000-Teilnehmer-Marke? Setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort, sollte dies kein Problem sein für die beliebte Breitensportveranstaltung, die am 7. Juli von Lindelburg nach Pommelsbrunn führt.

Seit 2008 steigt die Zahl der Teilnehmer wieder kräftig an, von 1320 auf zuletzt 1815 Laufbegeisterte. Das ist umso bemerkenswerter, als in diese Zeit auch die Reduzierung von zwölf auf zehn Etappen fällt – also rein rechnerisch eher weniger Starter benötigt werden. Noch eindrucksvoller lässt sich deshalb an der Zahl der Mannschaften ablesen, welchen Stellenwert der Landkreislauf inzwischen (wieder) besitzt: Meldeten 2008 noch 110 Teams, waren es im Vorjahr bereits 199.

Organisator Frank Richartz von der Wirtschaftsförderung am Laufer Landratsamt ist denn auch überzeugt von den Neuerungen, die in den vergangenen Jahren unter seiner Federführung vorgenommen wurden – sei es die („verbraucherfreundliche“) Online-Registrierung, die attraktiven Funktionsshirts, die jeder Teilnehmer dank der großzügigen Unterstützung der Sponsoren erhält, die einheitlichen Höhenprofile im Internet (die heuer um vergleichbare Kilometerbalken ergänzt wurden) oder die Eingliederung der Trendsportart Nordic Walking und den damit verbundenen Wegfall von zwei Etappen im Jahr 2010.

Aus Läufer-Sicht geplant

Auch das „Out-Sorcing“ der Streckengestaltung hat sich bestens bewährt – seit 2009 stellt Gerhard Burkardt (anfangs zusammen mit Werner Greisel) aus der Ski-Abteilung des FC Ottensoos die Route des Etappenlaufs zusammen. Selbst Landkreisläufer der ersten Stunde, „plant er mit den Augen eines Teilnehmers“, sagt Richartz. Und hat damit den Akzent – nicht nur wegen des olympischen Jahres und des damit untrennbar verbundenen Mottos „Dabei sein ist alles“ – wieder deutlich in Richtung einer echten Breitensportveranstaltung verschoben.

Das zeigt sich einmal mehr an der Auswahl der zehn Etappen, die die Teilnehmer am Samstag, 7. Juli, über 55,3 Kilometer von Lindelburg nach Pommelsbrunn führen, wo die Gemeinde anlässlich ihrer 700-Jahr-Feier Gastgeber für die Läufer und ihren Begleittross spielt. Der von „Streckenmeister“ Burkardt gewählte Startort ist eine Verneigung vor einer Mannschaft, die von Anfang an zum Inventar des Landkreislaufs gehört – dem Team des Kindergartens Lindelburg. Von dort geht es auf gleich vier von fünf flachen Teilstücken am Ludwig-Donau-Main-Kanal (dem „Alten Kanal“) entlang, ehe es auf der „Königsetappe“ mit ihrem eineinhalb Kilometer langen, bis zu zehn Prozent steilen Anstieg von Hagenhausen hinauf nach Eismannsberg und auf dem mit 8,1 Kilometer längsten Abschnitt weiter nach Schupf geht. Via Förrenbach und Happurg steuern die Landkreisläufer anschließend auf recht moderaten Routen Pommelsbrunn an (mehr zu den Etappen siehe Kasten oben) .

Die Nordic Walker sind heuer gleich auf den ersten drei Teilstücken gefragt, weil „hier ein großer Teil der Strecke aus Schotter besteht“, sagt Burkardt, wohlwissend, dass die strammen Geher mit ihren Stöcken diesen Untergrund dem Asphalt vorziehen. Aus diesem Grund schickt er sie auch auf die längste Etappe von Eismannsberg nach Schupf. Zudem ist der letzte Abschnitt für die Walker gesetzt, weil „wir ja alle gemeinsam ins Ziel laufen wollen“.

Dort kochte im vergangenen Jahr einiger Ärger hoch, weil Johannes Egelseer aus Henfenfeld sein Team Sports Performance/Chooza mit etlichen auswärtigen Läufern verstärkt und dank sieben Einzelsiegen den Wettbewerb souverän gewonnen hatte. Im Anschluss entspann sich eine Diskussion darüber, ob das überhaupt erlaubt gewesen sei oder nicht. „Alles regelkonform“, sagt Richartz, deshalb sei die Mannschaft auch nicht nachträglich disqualifiziert worden.

Um jedoch einen ähnlichen Aufreger heuer schon im Vorfeld auszuschließen, bat der Organisator die Spitzenmannschaften, eine „freiwillige Selbstverpflichtung“ zu unterschreiben. Darin stimmen die „besonders leistungsstarken und ambitionierten“ Teams zu, maximal zwei nicht im Landkreis wohnende Läufer aufzubieten, um so „Sportlichkeit und Fairness zu demonstrieren“ und die Ergebnisse an der Spitze des Feldes nicht zu verzerren. Inzwischen haben alle von Richartz angeschriebenen Mannschaften Zustimmung zur „Lex Egelseer“ signalisiert.

Unberührt von dieser Regelung bleiben indes die weniger ambitionierten Teams, bei denen am 7. Juli „der Spaß, die Gemeinschaft, das Kennenlernen des Landkreises und die Motivation zur sportlichen Betätigung im Mittelpunkt stehen“, wie es in dem Schriftstück heißt. „Es ist doch auch schön, mit dem Landkreislauf Auswärtige ins Nürnberger Land zu locken“, sagt Burkhardt. So wechselt er selbst immer wieder gerne ein paar Worte mit „Dauer(b)renner“ Maximilian Rinne-Gritz. Der ist als Außendienstler im Westen der Republik unterwegs, reist aber Jahr für Jahr eigens am Landkreislauf-Wochenende aus Nordrhein-Westfalen an, um im Team seines Arbeitgebers Fackelmann an den Start zu gehen.

Ab Anfang Februar (und bis spätestens Freitag, 1. Juni) können sich die Mannschaftsführer wieder unverbindlich auf der Homepage www.landkreislauf.de online registrieren und erhalten im Gegenzug wie gewohnt ihren persönlichen Zugangscode, mit dem sie soviele Teams verwalten können, wie sie wollen – bis zwei Tage vor dem Start. Die Läuferdaten (samt T-Shirtgröße) müssen bis spätestens Montag, 2. Juli, eingegeben sein.

N-Land Leo Hühnlein
Leo Hühnlein