Kreisklasse 4

Neue Zeitrechnung beim FSV Weißenbrunn

FSV Weißenbrunn Frank Pistori
Was erwartet den FSV Weißenbrunn in der kommenden Saison? Aus den Gesichtern des neuen Spielertrainers Frank Pistori (rechts) und Christian Schorr, einem aus der jungen Garde des Kreisklassisten, ist gespannte Erwartung abzulesen. | Foto: Keilholz2019/08/fsvweissenbrunn_trainer.jpg

WEISSENBRUNN – Mit Frank Pistori steht beim FSV Weißenbrunn ein neuer Trainer auf der Kommandobrücke. Für das Team müsste erneut ein Spitzenplatz möglich sein.

Mit der Weitergabe des Trainerstabs von Alexander Pfarherr zu Frank Pistori hat beim Kreisklassisten FSV Weißenbrunn am 1. Juli eine neue Zeitrechnung begonnen.

Der 34-jährige Pistori blickt als Spieler auf reichlich Landesliga- und Bezirksliga-Erfahrung (FSV Stadeln, SV Buckenhofen, Dergah Spor Nürnberg, TB 1888 Johannis) zurück und war die vergangenen beiden Spielzeiten beim SV Großweismannsdorf als Spielertrainer tätig.

Als Co-Trainer steht ihm mit Jochen Birkmann ein kompetenter Assistent zur Seite, der den Verein aus dem Effeff kennt und bisher die 2. Mannschaft gecoacht hat. Ein interessanter Aspekt am Rande ist darüber hinaus, dass das neue FSV-Trainerduo eine gemeinsame Fußball-Vergangenheit bei den B-Junioren der SpVgg Greuther Fürth hat.

Verpasster Aufstieg schnell abgehakt

Dass der Abschluss des dreijährigen Trainerengagements von Pfarherr (zum A-Klassisten ATV Frankonia 1873 Nürnberg) trotz einer famosen Aufholjagd in der Rückrunde nicht mit dem Aufstieg gekrönt werden konnte, ist schnell abgehakt gewesen. Wobei man in Weißenbrunn gar nicht einmal so unglücklich darüber ist, den Sprung in die Kreisliga verpasst zu haben – außerdem macht es für den neuen Coach den Einstieg bei seinem neuen Verein um ein Vielfaches leichter.

Man muss nämlich kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass der FSV im Kreisoberhaus vor einer schweren Saison gestanden wäre, in der es einzig und alleine darum gegangen wäre, nicht gleich wieder abzusteigen.

Was dies betrifft, ist die letzte Kreisligasaison 2012/13 bei vielen in Erinnerung geblieben. Zunächst innerhalb von zwei Spielzeiten mit Hurra von der A-Klasse ins Kreisoberhaus durchmarschiert, ereilte den FSV der sofortige Wiederabstieg und zwölf Monate später hätte man sich um ein Haar in der A-Klasse wiedergefunden.

Nach dem fehlgeschlagen Kreisliga-Intermezzo hing während der gesamten Spielzeit das Damoklesschwert Abstieg über dem FSV und konnte erst durch ein 2:0 im Entscheidungsspiel gegen den punktgleichen SC Engelthal aus dem Weg geräumt werden.

Teambildende Maßnahme

Der verpasste Aufstieg gibt stattdessen dem neuen Trainer Zeit, sich mit der Mannschaft vertraut zu machen und ein schlagkräftiges Team zu formen, dem zuzutrauen ist, auch in der neuen Saison wieder eine gute Rolle zu spielen.

Zunächst ist Pistori allerdings darum bemüht, den Ball sprichwörtlich „flach“ zu halten: „Es wird schwierig, das Niveau der vergangenen Rückrunde zu erreichen“, so der neue FSV-Coach. Gleichwohl ist es sein Ziel, wieder oben mitzumischen und eine gute Rolle zu spielen.

Pistori: „Wir wollen nicht überehrgeizig sein und nicht den Erfolg um jeden Preis erzwingen, sondern setzen auf Kameradschaft als Basis unseres zukünftigen Erfolgs“. Die erste sichtbare Veränderung des neuen Trainer-Duos ist, dass die erste und zweite Mannschaft wieder gemeinsam trainieren. Dies sei, so der neue FSV-Coach, als teambildende Maßnahme gedacht.

Was den Kader betrifft, kann der FSV auch in diesem Jahr aus der erfolgreichen Nachwuchsarbeit der JSG Moritzberg schöpfen. Von dort stoßen mit Valentin Buchner, Jakob Hupfer und Maximilian Junius erneut drei Talente mit Potential zur ersten Mannschaft. Dazu kommt Torhüter Christian Fritz vom Absteiger SV Offenhausen, der in den Vorbereitungsspielen bei Trainer Pistori einen vielversprechenden Eindruck hinterlassen hat.

Im Angriff ist mit den Abgängen Alexander Pfarherr (11 Tore) und Kevin Micholka (21) zwar viel Qualität verloren gegangen. Darüber hinaus steht der erfolgreichste Torschütze Yannik Martin (23 Treffer) berufsbedingt auch in der kommenden Saison nur eingeschränkt zur Verfügung und mit Spielführer Markus Beutin (18), ist nach seiner schweren Knieverletzung im Entscheidungsspiel gegen Henfenfeld (2:4) erst in der Rückrunde wieder zu rechnen.

Tormaschine stottert

Wenn man in Betracht zieht, dass alleine 73 der 109 Saisontore und damit 70 Prozent der FSV-Treffer auf das Konto dieses Quartetts gehen, werden sich die FSV-Fans wohl darauf einstellen müssen, dass die Tormaschine ihrer Mannschaft nicht in dem Maße zur Geltung kommt, wie in der vergangenen Saison.

Allerdings ist auch zu erwarten, dass das Leistungsgefälle der Kreisklasse nicht noch einmal so krass ausfällt, wie zuletzt, wo die Absteiger SV Offenhausen und vor allem Schwaig II (185 Gegentore) zur Schießbude verkommen waren.

Der FSV startet mit einem Heimspiel gegen Aufsteiger Türkspor Röthenbach in die Saison, woran sich vier Auswärtsspiele in Folge – beim FSV Schönberg, Hersbruck II, Schnaittach II und bei der SpVgg Weigendorf/Hartmannshof – anschließen.

Erst in der 6. Runde (8. September) bekommen die Zuschauer ihren FSV gegen die SG Am Lichtenstein dann wieder daheim zu Gesicht. Danach folgen die Duelle gegen die letztjährigen Mitkonkurrenten um den Aufstieg, SK Heuchling (A) und SpVgg Sittenbachtal (H).

Die Derbys stehen erst im Spätherbst auf dem Plan, wobei der FSV in der Vorrunde jeweils auswärts antreten muss: am 11. Spieltag (13. Oktober) beim TV Leinburg und zwei Wochen darauf bei der Diepersdorfer Reserve.

N-Land Manfred Keilholz
Manfred Keilholz