Rückblick Bezirksliga Nord

Negativserie wäre FC Hersbruck fast zum Verhängnis geworden

Die beiden Youngsters Lukas Hermann und Franz Pfeiffer (hier beim Auswärtsspiel in Stadeln) entwickelten sich zu festen Größen in der Bezirksliga-Elf des FC Hersbruck. | Foto: M. Keilholz2019/05/DSC08822-1.jpg

PEGNITZGRUND – Nach dem Höhenflug auf Platz zwei in der vorangegangenen Spielzeit war bei Bezirksligist FC Hersbruck in der abgelaufenen Saison viel Sand im Getriebe. Im Verlauf der Rückrunde drohten Trainer Stefan Erhardt und seine Elf nach einer langen, nicht enden wollenden Negativserie sogar in den Abstiegssog zu geraten.

Erst ein 1:0-Sieg am vorletzten Spieltag in Veitsbronn sorgte für kollektives Aufatmen. Dabei schien der „Club“ den Schwung der grandiosen Vorsaison mit über die Sommerpause genommen zu haben und nahtlos an die Erfolge anknüpfen zu können. Hersbruck startete mit vier Siegen verheißungsvoll in die neue Saison und thronte die ersten vier Spieltage auf Platz eins.

Der Höhenflug fand mit einem 1:4 beim SV Buckenhofen jedoch ein jähes Ende. Die erste Saisonpleite bedeutete den Beginn einer Serie von zehn Spielen mit nur einem Sieg (4:1 bei Bayern Kickers Nürnberg), womit der „Club“ auf Tabellenrang zwölf nach hinten durchgereicht wurde.

Der Abwärtstrend wurde erst mit einem 2:0-Sieg beim SK Lauf gestoppt und danach stabilisierten sich Trainer Erhardt und seine Elf. Mit einer Serie von sieben Spielen ohne Niederlage wurde diese erste Talsohle durchschritten und es ging langsam wieder nach oben.

Der „Club“ ging als Rangsiebter mit 34 Punkten in die Winterpause. Eine Position, die für die restlichen 13 Spiele im Frühjahr und acht Punkten Rückstand auf Platz zwei mit einer Top-Serie noch die Chance auf den Relegationsrang möglich scheinen ließ. Andererseits schienen 13 Punkte Vorsprung zur Abstiegszone ein Polster, um im Frühjahr bei einem schwächeren Verlauf nicht noch in die Bredouille zu kommen.

Drei aus elf

Der FCH kam jedoch ganz schlecht aus der Winterpause und plötzlich schienen sich die Befürchtungen von Trainer Erhardt, dass es noch brutal eng werden könnte, zu bestätigen. Eine 2:3-Heimniederlage gegen Buckenhofen war der Auftakt eines Negativlaufs von elf sieglosen Spielen mit nur drei Punkten.

Was das Nervenkostüm von Trainer, Spielern und der treuen Anhänger bis zum Zerreißen brachte, waren dabei eine Reihe von Niederlagen und Punktverlusten in der Nachspielzeit. So geriet der „Club“ in eine Abwärtsspirale und rutschte von Woche zu Woche tiefer in die untere Tabellenhälfte. Am vorletzten Spieltag hatten Kapitän René Bongers und seine Mitspieler nur noch ein dünnes Polster von drei Punkten zum TV Erlangen und den Bayern Kickers Nürnberg.

Im letzten Auswärtsspiel in Veitsbronn riss endlich die Niederlagenserie. Jens Ertel brachte mit seinem „Goldenen Tor“ zum 1:0-Sieg den Klassenerhalt in trockene Tücher und ließ die gesamte „Club-Familie“ tief durchatmen. Der FCH kam nach einem abschließenden 5:2 gegen Absteiger TSV Neunkirchen am Brand mit 43 Punkten und 59:56 Toren auf Rang zehn ins Ziel.

Ein Punkt

Meister wurde nach einem spannenden Zweikampf der SV Schwaig (77 Punkte), der zur Halbzeit noch mit fünf Punkten vor der SpVgg Hüttenbach-Simmelsdorf an der Spitze der Tabelle gestanden war, mit einem Punkt Vorsprung vor dem FSV Stadeln.

Die Spielvereinigung Hüttenbach-Simmelsdorf blieb zwar mit drei Auftaktniederlagen in den Startlöchern stecken. Der Dorfverein aus dem Oberland, der mit Matthias Gruner den Top-Torjäger der Bezirksliga in seinen Reihen hatte, mischte die Konkurrenz allerdings auch in dieser Saison kräftig auf.

Nicht zuletzt auch wegen der 56 Tore von Gruner – einer kaum zu toppenden Bestmarke – schnupperte Hüttenbach praktisch die gesamte Rückrunde an Platz zwei und wurde am Ende mit 66 Punkten Vierter.

Der SK Lauf (11.) blieb wie der FC Hersbruck hinter den Erwartungen zurück und kam ebenso wie der „Club“ mit 43 Punkten mehr schlecht als recht über die Runden. Bis auf den ersten Spieltag standen die Kreisstädter zwar nie auf einem Abstiegsrang, hatten aber schwer zu kämpfen und konnten sich nach einer schwachen Rückrunde mit Mühe von der Abstiegszone fernhalten.

Aufwind im Frühjahr

Für die SpVgg Diepersdorf kam die Aufholjagd im Frühjahr dagegen zu spät. Der Neuling startete mit zwei Siegen vielversprechend, doch acht Niederlagen in Folge setzten dem Höhenflug ein schnelles Ende. Nach mageren 13 Punkten beim Gang in die Winterpause steigerte sich der Aufsteiger im Frühjahr zwar und kämpfte sich Punkt für Punkt an die Nichtabstiegsränge heran.

Am Ende reichte es trotz 22 Punkten nach der Winterpause nicht mehr. Nach nur einem Jahr müssen die Scherau-Fußballer zurück in die Kreisliga. Wobei von den Diepersdorfern im Zusammenhang mit der Fusion der Vereine Cagri Spor und Türkspor Nürnberg noch ein Einspruch beim Verbandssportgericht anhängig ist.

N-Land Manfred Keilholz
Manfred Keilholz