ATP-Tennisturnier in Eckental startet

Nadal-Bezwinger spielt in Eckental

Dustin Brown ist nicht nur der Liebling des Publikums; der Deutsch-Jamaikaner ist beim ATP-Turnier in Eckental auch sportlich als Nr. 1 gesetzt. Foto: B. Wagner2014/10/90871_ATPTennisVorschauDustinBrown_New_1414172164.jpg

ECKENTAL (bw) — Eckental steht ab heute wieder für eine Woche im Zeichen des Tennis-ATP-Turniers.

Der Bauer Watertechnology Cup steuert zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk seinem 20-jährigen Jubiläum entgegen. Bereits zum 18. Mal messen sich heuer im House of Sports namhafte Größen, die sich im fränkischen Tennis-Mekka wohl fühlen. Die insgesamt neuntägige Challenger-Veranstaltung, die am heutigen Samstag (ab 9 Uhr) mit der ersten Qualifikationsrunde beginnt, gehört zur zweithöchsten Kategorie im internationalen Tennis-Zirkus.

Die Macher in Eckental mit Turnierdirektor Marcus Slany an der Spitze freuen sich über den niedrigen „Cut“ (Ranking des letzten Spielers, der ins Hauptfeld gelangt) von 216 (im Vorjahr 253). Dies ist sicherlich dem guten Ruf dieser Veranstaltung geschuldet. Insgesamt werden bis zum zweiten November-Sonntag 35 000 Euro und „Hospitality“ verteilt. Konkurrieren mussten die Franken in diesem Jahr mit den ATP-Veranstaltungen in der Schweiz (Genf), in den USA (Charlottesville), Australien (Taralgon) und Reunion Island.

Nichts Neues gibt es von den Rahmenbedingungen, was in diesem Falle ein sehr positives Zeichen ist: Über 100 Sponsoren und doppelt so viele ehrenamtliche Helfer sind wieder dabei. Fest steht auch die Meldeliste. Von den letztjährigen Finalteilnehmern ist ein „alter Bekannter“ aus Belgien wieder mit an Bord: Ruben Bemelmans musste sich vor einem Jahr nach drei Sätzen dem topgesetzten Benjamin Becker beugen. Der Sieger von 2013 ist in dieser Woche beim hochdotierten ATP-Turnier in Basel am Start.

Publikumsliebling auf Nr. 1

In den kommenden Tagen rückt der letztjährige (von Becker bezwungene) Halbfinalist in den Mittelpunkt des Interesses: Dustin Brown hat viele Fans in Eckental, er genießt wegen seiner Spielweise und seines Verhaltens den Status „Publikumsliebling“. Aber auch die Weltrangliste offenbart nur Gutes: Er ist der einzige Top-100-Spieler und damit an Nr. 1 gesetzt. Fränkische Tennisherzen, was wollt ihr mehr?

Auch wenn ihm in diesem Jahr die großen Siege bei den Grand Slam-Turnieren fehlen, errang der Deutsch-Jamaikaner mit der Rasta-Frisur Mitte Juni ein Erfolgserlebnis der ganz besonderen Art. Im westfälischen Halle bezwang er im Achtelfinale den damals frisch gebackenen French Open-Sieger und Nr. 1 der Welt namens Rafael Nadal. In einer Stunde schoss er den Spanier mit 6:4, 6:1 vom Platz und ließ sich von 10 000 Fans feiern.

Und auch das darauffolgende Spiel hat Geschichte geschrieben: Brown verlor im Final-Tiebreak mit 16:18 gegen Philipp Kohlschreiber. In Halle konnte die aktuelle Nr. 92 ganz befreit und mit vollem Risiko auftreten, in Eckental ist er der „Gejagte“, der nach seinem Vorjahres-Erfolg im Doppel auch wieder in dieser Konkurrenz aufschlagen wird.

Auf der Setzliste folgt ihm Andreas Beck (ATP 108), einer von bislang fünf deutschen Spielern (weiter: Matthias Bachinger, Tim Puetz und Daniel Brands). Letztgenannter, der bereits zweimal in Eckental den höchsten Scheck entgegennahm (zuletzt 2012), ist sicherlich ein ernsthafter Titelanwärter, auch wenn sein Ranking (213) dies nicht vermuten lässt. Der Deggendorfer konnte von Juni bis zum Turnier in Wien im Oktober verletzungsbedingt nicht auf der ATP-Tour spielen und wurde so „durchgereicht“. Umso größer dürfte sein Bestreben sein, dass er mit einem Erfolgserlebnis dieses Tennisjahr beenden kann.

Naturgemäß gehen auch die Wild-Cards in der Regel an deutsche Akteure: Bereits fest ist die Zusage des Bayreuthers Philipp Petzschner, die anderen drei Tickets fürs Hauptfeld werden vom Bayerischen Tennis-Verband an talentierte Nachwuchskräfte vergeben. Petzschner, 2009 die Nr. 35 der Welt, ist ebenfalls aufgrund einer Schulterverletzung weit abgerutscht: Position 416 für den Franken.

Hochspannung herrscht es bereits am ersten Turniertag, wenn das Hauptfeld ausgelost wird. Bewährt hat sich auch die Maßnahme, dass zum Besuch des Sponsorendorfs der Eintritt frei ist. Die Eventliste ist wie alljährlich lang: Am Quali-Sonntag der Schläger-Test, am Dienstag Familientag, am Mittwoch „Was Männer wollen“, am Donnerstag „Beauty & Gesundheit“, am Freitag „Schönheit & Vitalität“ (u.a. mit Modenschau).

Zurück zum Sportlichen:. Viertelfinale am Freitag, Halbfinale an Allerheiligen und der Sonntags-Finaltag mit 12 Uhr Doppel-Endspiel und um 14 Uhr Einzel-Finale. Volles Programm also im House of Sports, das in den Vorjahren von über 5000 Tennisfans besuchte wurde. Eckental-Brand ist kommende Woche also wieder der Nabel der deutschen Tenniswelt.

Weitere Infos (u.a. die Spielpläne) unter www.atp-turnier.de im Internet.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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