SC Feucht empfängt SC Schwabach

Mehr Spitzenspiel geht nicht

Mach‘s noch einmal, Pasko! Im Hinspiel sorgte der Feuchter Stürmer (Nummer 18) mit einem Doppelpack beim 3:2-Sieg in Schwabach für den prestigeträchtigen Derbysieg der Zeidler. | Foto: Götz2019/03/Pasko.jpg

FEUCHT – Wenn heute Abend im Waldstadion das Flutlicht angeht, werden sich alle Augen in der Landesliga Nord Ost auf die Zeidlergemeinde richten. Denn dort kommt es zu einem Duell, das womöglich schon jetzt wegweisende Bedeutung für den Kampf um den Aufstieg hat. Der Tabellenvierte SC Feucht empfängt den Dritten SC Schwabach (Anpfiff: 19 Uhr).

Allein die Zahlen sprechen für ein Derby der Superlative: Der gefährlichste Angriff der Liga (69 Tore) gastiert bei der zweitstärksten Defensive (23 Gegentore). Es ist aber auch ein Kräftemessen zweier Traditionsvereine, das vor gemeinsamer Historie nur so trifft. Beide Sportclubs gehören zu den absoluten Instanzen im mittelfränkischen Amateurfußball und haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten schon so manche spektakuläre Schlacht ausgefochten.

Mit 12:6 liegen die Feuchter aktuell noch deutlich in Front. Lediglich drei mal endete ein Aufeinandertreffen mit den Schwabachern unentschieden – wobei ein torloses Remis nie dabei war. Auch diese Bilanz spricht also für ein echtes Spitzenspiel, das diesen Namen auch verdient.

Auf Feuchter Seite ist die Vorfreude groß. Grundsätzlich, so Coach Florian Schlicker, sei ja jede Begegnung ein Highlight. „Aber so ein Spiel ist schon ein besonderer Moment, davon gibt es in einer Saison nicht so viele. Da würde man am liebsten selbst nochmal die Fußballschuhe schnüren.“

Dazu wird es sicher nicht kommen, denn im Gegensatz zu so vielen anderen Partien ist dieser Saison sind Schlicker und Co. im Vorfeld der Begegnung ziemlich sorgenfrei. Die Personallage im Waldstadion hat sich in den letzten Tagen komplett entspannt. „Ich kann erstmals seit langer Zeit mal wieder komplett aus den Vollen schöpfen“, freut sich Schlicker.

Die Spielabsage vom letzten Freitag in Baiersdorf hat seiner Truppe gut getan, selbst Langzeitpatienten wie Felix Spielbühler oder Bastian Leikam haben ihre Wehwehchen auskuriert und stehen wieder zur Verfügung. Beide könnten sogar von Anfang auflaufen. Schlicker: „Jeder, der bei mir eine komplette Trainingswoche mitmachen kann, ist eine Alternative für die Startelf.“ Mehr will der SC-Coach in Sachen Aufstellung freilich nicht verraten.

Transfercoup im Winter

Dafür weiß er ziemlich genau, was auf ihn und sein Team zukommt. „Schwabach kann gar nicht anders als nach vorne spielen.“ Mit Daniel Orel und Michael Weiß (beide 17 Treffer) ist der Gegner mit gleich zwei Stürmern in der Top 10 der Torjägerliste vertreten.

Die viel gelobte Angriffswucht ist sicher der größte Trumpf der Mannschaft von Trainer Jochen Strobel und mit der Winter-Verpflichtung von Ex-Profi Michael Görlitz ist den Goldschlägerstädtern zudem noch ein öffentlichkeitswirksamer Coup gelungen, der auch sportlich Sinn macht.

Der gebürtige Nürnberger, der in der 2. Bundesliga für den FSV Frankfurt, FC St. Pauli und Arminia Bielefeld insgesamt 144 Partien absolviert hat, wirkt im Schwabacher Mittelfeld als Schaltstelle zwischen Angriff und Defensive und verpasst dem Team somit mehr Balance.

Beide Teams scheinen also gerüstet für einen echten Flutlichtknaller, der womöglich das Hinspiel (3:2-Sieg der Feuchter) an Spannung und Brisanz sogar noch übertrifft. Um die Einstellung seiner Spieler macht sich SC-Coach Schlicker jedenfalls keine Sorgen, sondern betont stattdessen: „Wenn ich für dieses Spiel noch jemand extra motivieren müsste, sollte er zum Ballet wechseln.“

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann