Ein ungleiches Duell

Lothar Matthäus kann Feucht nicht stoppen

Tim Ruhrseitz und sein SC Feucht hielten sich schadlos und waren beim 5:0-Sieg von den Pumas nicht zu stoppen. | Foto: Dirk Meier2019/11/SC-Feucht-Tim-Ruhrseitz-stoplert.jpg

Herzogenaurach/Feucht – Wenn gar nichts mehr hilft, dann hilft vielleicht noch der Kunstrasenplatz. Bereits in den Tagen vor der Begegnung zwischen Herzogenaurach und dem SC Feucht wurde spekuliert, ob die Spieler auf den Lothar-Matthäus-Sportplatz ausweichen müssen. So kam es dann auch: Trotz Sonnenschein fand die Partie auf dem deutlich kleineren und engeren Platz statt.

Wir haben absichtlich auf dem Kunstrasenplatz gespielt, weil wir Feucht keine Räume geben wollten. Das ist leider schon in der ersten Halbzeit vollkommen daneben gegangen“, musste Herzogenaurachs Spieler-Trainer Jakob Karches seinen vermeintlich cleveren Schachzug als Fehler eingestehen. Mit 5:0 schlug der Spitzenreiter das schwächelnde Kellerkind und spielte dabei einmal mehr in einer eigenen Liga.

Feucht übernimmt die Spielkontrolle

Dabei standen die Vorzeichen alles andere als gut. Feuchts Trainer Florian Schlicker musste neben Fabian Klose auch auf die Verletzten Julian Schäf und Nico Wessner verzichten. Abwehrspieler Yasin Kaya war beruflich verhindert, Angreifer Stephan König war aufgrund seiner roten Karte in Stadeln letztmalig gesperrt. Das Fehlen des Quintetts fiel gegen den schwachen Gastgeber aber nicht ins Gewicht.

Feucht spielte wie aus einem Guss, nutzte die Breite des Spielfeldes aus und ging auch früh in Führung. Auf Zuspiel von Nicolae Oltean setzte Tim Ruhrseitz aus 18 Metern einen Schuss aus der Drehung ab, der flach im kurzen Eck einschlug (9.). Damit war den Hausherren, die sich in erster Linie auf ihre Defensive konzentrierten, der Zahn früh gezogen.
Beim 2:0 nutzte Salim Ahmed einen Abpraller, nachdem Noah Mengi scheiterte, und drückte das Leder aus kurzer Distanz über die Linie (16.). Angriff auf Angriff rollte auf das Tor der Pumas, die bei einigen Aktionen der Gäste mit der Glücksgöttin Fortuna im Bunde waren. Nach einem Eckball von Marco Weber wurde dieser zwar aus dem Strafraum geköpft, aber aus 17 Metern zog Patrick Tekeser ab, der Ball schlug aus Sicht des Torhüters rechts unten zum 3:0 ein (37.).

Die Zeidler zeigten kein Erbarmen und schlugen kurz vor der Pause zum vierten Mal zu: Nach Vorlage von Marco Weber zog erneut Ahmed von der Straumkante ab und vollstreckte unhaltbar zum 4:0-Pausenstand (41.). „Die Mannschaft hat vor allem in der ersten Halbzeit eine sehr gute Leistung geboten. Wir haben sehr gut kombiniert, der Ball ist sehr gut gelaufen“, fasste SC-Coach Schlicker die ersten 45 Minuten zusammen. Im zweiten Abschnitt ließen es die Feuchter etwas ruhiger angehen, jedoch ohne dabei die Spielkontrolle zu verlieren. Bezeichnend für das David gegen Golitah war der fünfte Treffer: FCH-Torhüter Lösch wollte gegen den eingewechselten Philipp Spießl klären, schoss dabei aber Feuchts Angreifer an, von dem aus der Ball zum 5:0 über die Torlinie (84.) trudelte. Eine richtig gute Torchance bot sich Herzogenaurach kurz vor dem Ende, als Kapitän Eric Stübung durchgebrochen war und auf Feuchts Keeper Andreas Sponsel zulief. Der kam ihm entgegen und klärte die Situation mit einer beherzten Fußabwehr (89.).

Ein Klassenunterschied

Dann war Schluss und der Vorjahresaufsteiger aus Herzogenaurach war von seinem 90-minütigen Leiden erlöst. Denn Feucht dominierte die Begegnung nach Belieben und war zu jeder Zeit Herr der Lage. „Nach der Pause haben wir es etwas ruhiger angehen lassen und hatten ein paar Flüchtigkeitsfehler im Spiel. Aber dennoch hatten wir jederzeit die Kontrolle und haben auch in der Höhe verdient gewonnen“, sagte der 38-Jährige im Anschluss an die einseitige Partie. Nach dem 15. Sieg im 19. Spiel bleibt der Sportclub Feucht unangefochtener Spitzenreiter und kann sich nun in Ruhe auf das bevorstehende Derby gegen die SG Quelle Fürth (Freitag, 19 Uhr) vorbereiten.

1. FC Herzogenaurach: Benedikt Lösch – Jakob Karches, Marco Göller (46. Tim Spielmann), William Rahe, Martin Nahr (78. Nico Haas), Maik Schmitt, Jochen Staniszewski (60. Christian Zenger), Michael Thomann, Marco Amling, Yannik Jassmann, Eric Stübing – Spielertrainer: Jakob Karches.
1. SC Feucht: Andreas Sponsel – Nicolae Oltean, Michael Kammermeyer, Salim Ahmed, Patrick Tekeser, Junior Betsi Mbetssi, Tim Ruhrseitz (62. Joshua Wisdom), Maximilian Höhenberger, Noah Mengi (79. Szymon Pasko), Felix Spielbühler, Marco Weber (71. Philipp Spießl) – Trainer: Florian Schlicker.
Schiedsrichter: Tobias Fenkl (Unterpreppach)
Zuschauer: 250
Tore: 0:1 Tim Ruhrseitz (9.), 0:2 Salim Ahmed (16.), 0:3 Patrick Tekeser (37.), 0:4 Salim Ahmed (41.), 0:5 Philipp Spießl (84.).

N-Land Dirk Meier
Dirk Meier