TV Altdorf verlässt die Abstiegszone

Kurzer Prozess

Nachdem Clara Fischer (links) mit dem ersten Angriff scheitert, verwertet sie den zweiten Versuch und schmettert den Ball erfolgreich am Dingolfinger Block vorbei zum Altdorfer Punktgewinn. | Foto: Daniel Frasch2021/02/TV-Altdorf-Clara-Fischer-Angriff-Dingolfing-scaled.jpg

ALTDORF – Die Altdorfer Volleyballerinnen beweisen beim 3:0-sieg gegen Dingolfing ihre Zweitligatauglichkeit. Jüngst einstudierte Spielzüge und Siegermentalität entpuppen sich als Schlüssel des Erfolgs.

Dem TV Altdorf gelingt die Revanche: Mit einer überzeugenden Leistung besiegen die Löwinnen in eigener Halle den Tabellensechsten TV Dingolfing, bei dem sie vor zwei Wochen noch als Verlierer vom Feld gingen. Dabei demonstrierten die Damen um Spielführerin Katharina Schön eindrucksvoll, dass sie das Zeug haben, in der 2. Volleyball-Bundesliga zu bestehen. Mit dem dritten Heimsieg verbesserte sich das Team um einen Rang in der Tabelle auf den elften Platz und verließ vorerst die Abstiegsränge. Zum deutlichen 3:0-Heimerfolg (25:18, 25:12, 25:23) dürfte jedoch auch der spontane Trainerwechsel bei den Gästen unter der Woche seinen Teil beigetragen haben.

Gerüchte gab es beim TV Dingolfing schon länger, dass das Verhältnis der Mannschaft zu ihrem Trainer Jürgen Pfletschinger (63) nicht mehr intakt sei. Der Wechsel zu Alexander Hezareh (50) vor wenigen Tagen kam dann aber doch etwas überraschend. Der neue Coach war vorher je zehn Jahre bei FTM Schwabing und TV Planegg-Krailling sowie fünf Jahre beim TSV Grafing tätig, das Team lernte er aber erst am Tag vor dem Spiel gegen Altdorf kennen. „Ich fand ein echtes Team vor, voller Harmonie und Motivation“, sagte Hezareh vor seinem ersten Spiel als Trainer der Dingos.

„Endlich das wahre Können zeigen“

Altdorfs Trainer Milan Dörnhöfer dagegen kennt sein Team bestens. Eine Woche nach der 1:3-Heimniederlage gegen Grimma wollte er, „dass wir endlich unser wahres Können zeigen“. So sollte es auch kommen. Zunächst stellte sein Team eine häufig zu beobachtende Schwäche zu Beginn ab, einen Fehlstart gab es diesmal nicht. Von Beginn an nahm die Altdorfer Mannschaft ihre Aufgabe ernst. 8:6 hieß es bei der ersten technischen Auszeit, Dingolfing wurde dem 6. Tabellenplatz zwar gerecht und hielt gut mit, aber Altdorf verschärfte das Tempo, so wie es Milan Dörnhöfer eingefordert hatte.

Die Angreiferinnen Alina Hösch, Katharina Schön und Juliane Kind wurden von Zuspielerin Christina Kosikowski hervorragend bedient und lieferten ab – Satz eins ging mit 25:18 an die Gastgeberinnen. Das gleiche Bild gab es auch im zweiten Durchgang zu sehen: Altdorf zog auf 5:1 davon, konzentriert und entschlossen hielt das Team das spielerische Niveau weiter hoch. Dingolfings Trainer reagierte und brachte für die Ex-Altdorferin Priscilla Gatzsche seine zweite Libera Franziska Liebscher. Doch das Spiel der Gäste wurde durch diesen Wechsel nicht besser, was vor allem an starken Altdorferinnen lag, die sich zu diesem Zeitpunkt in Bestform präsentierten. Der TVA wirkte gut organisiert, auch, als Ellen Heimburger kurzfristig Christina Kosikowski am Zuspiel vertrat – 25:12.

Auch im dritten Durchgang machte Altdorf zunächst druckvoll weiter, verlor dann jedoch etwas den Zugriff. Insbesondere Dingolfings Angreiferin Celina Kripphal ließ die Altdorferinnen kurzfristig wackeln, beim Stand von 5:10 schien das Spiel zu kippen. Doch wer dachte, die Gastgeberinnen hätten ihr Pulver bereits verschossen, sah sich getäuscht: Altdorf kämpfte sich zurück, überwand die kurzzeitige Schwächephase und konterte mit gelungenen Angriffen. Spätestens jetzt zahlte sich das Training der Schnellangriffe über die Mitte unter der Woche aus, Clara Fischer und Senta Fößel punkten eindrucksvoll. Dingolfing gab sich nicht auf und versuchte alles, doch Naomi Janetzke ließ sich die Chance nicht nehmen und versenkte den ersten Matchball zum verdienten 25:23.

Heute hat jede meiner Spielerinnen an sich geglaubt und vor allem hat sich keine aufgegeben, als wir im dritten Satz kurz mal hinten lagen“, lobte Trainer Milan Dörnhöfer die Siegermentalität seiner Mannschaft. Sein Plan, über Schnellangriffe den gegnerischen Block auszuhebeln, ging voll auf, auffallend lautstark bejubelte er die erfolgreichen Spielzüge am Spielfeldrand.

Auszeichnung für Kosikowski

Als wertvollste Altdorfer Spielerin wurde am Samstagabend Zuspielerin Christina Kosikowski ausgezeichnet, die mit Präzision und frechen Aktionen am Netz überzeugte. An diesem Abend hätte die Wahl jedoch auch jede andere Altdorfer Spielerinnen treffen können, zeigte die Mannschaft doch durch die Bank eine willenstarke und konzentrierte Leistung. Nun gilt es, die starke Leistung zu konservieren und in den Doppelspieltag in zwei Wochen mitzunehmen. Dann geht es für die Löwinnen erst zum Tabellenletzten TV Waldgirmes, ehe tags darauf der Spitzenreiter der 2. Bundesliga, der VC Neuwied 77, auf die Wallensteinstädter wartet.

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