TV Altdorf muss zweimal auswärts ran

Kontrastprogramm

Ein Unterschied war im Hinspiel gegen den VC Neuwied nicht nur hinsichtlich der Größenverhältnisse zu erkennen. Sonntagnachmittag wollen Clara Fischer (links) und Spielführerin Katharina Schön beim Spitzenreiter dennoch überraschen. | Foto: Daniel Frasch2021/03/Altdorf-TV-NEU-Neuwied-Block-Fischer-und-Katahrina-Schoen-scaled.jpg

ALTDORF – Nach einem spielfreien Wochenende sind die Altdorfer Volleyballerinnen zweimal auswärts gefordert: Samstagabend will das Team bei Schlusslicht TV Waldgirmes Big Points für den Klassenerhalt sammeln, ehe es tagsdrauf beim Spitzenreiter VC Neuwied klarer Außenseiter ist.

Den Zweitligavolleyballerinnen des TV Altdorf wird am Wochenende einiges abverlangt. Nicht nur müssen die Damen binnen zwei Tagen 765 Kilometer auf Deutschlands Autobahnen zurücklegen, auch warten auf die Mannschaft von Trainer Milan Dörnhöfer zwei völlig unterschiedliche Partien: Samstagabend (18 Uhr) ist das Team beim Tabellenletzten TV 05 Waldgirmes zu Gast, Sonntagnachmittag sind die Löwinnen dann beim souveränen Spitzenreiter und Aufstiegsaspiranten Nummer eins, dem VC Neuweid 77, gefordert. Zwei Spiele, unterschiedliche Vorzeichen, jedoch eine schwache Bilanz: In acht Auswärtspartien ist den Wallensteinstädtern bislang erst ein Sieg gelungen.

Gegen Waldgirmes sinnt die Altdorfer Truppe auf Revanche für das verlorene Hinspiel (2:3) in eigener Halle im November, in dem sie zumindest noch einen Zähler holte. Zum anderen will Altdorf die Mittelhessen auf Distanz halten und sich somit eine gute Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Volleyball-Bundesliga wahren.

Leistungssteigerung muss her

Dazu bedarf es jedoch einer deutlichen besseren Leistung als noch im ersten Duell vor fünf Monaten, als Altdorf eine nervöse Flatterpartie hinlegte und Trainer Dörnhöfer seinen Block sowie die Sicherung als „grob fehlerhaft“ bezeichnete. Gelingt es dem TVA, an die jüngst gezeigte, starke Leistung aus dem vergangenen Heimspiel gegen den TV Dingolfing (3:0) anzuknüpfen und ein variables Angriffsspiel aufzuziehen, sind drei Punkte in der Fremde freilich im Bereich des Möglichen. Spielführerin Katharina Schön brennt auf das Duell mit dem Tabellenschlusslicht: „Wir wollen beweisen, dass die gute Leistung gegen Dingolfing keine Eintagsfliege war. Jede Spielerin war von Beginn an da, auch die Mädels, die von der Bank reinkamen, haben überzeugt. Es war einfach eine super Teamleistung, die wir wieder zeigen möchten. Und mit Waldgirmes haben wir ja ohnehin noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen.“

Allerdings müssen die Altdorfer zwei schwerwiegende Ausfälle verkraften: Zuspielerin Christina Kosikowski fehlt aus beruflichen Gründen, Diagonalspielerin Alina Hösch muss verletzungsbedingt passen. Dafür werden Naomie Janetzke, die eigentlich nur die Heimspiele bestreitet, sowie Neuzugang Juliane Doranth die Reise mit antreten.

Wie ist Amanda Brown zu stoppen?

Unter völlig anderen Vorzeichen steht die zweite Partie des Doppelspieltags keine 24 Stunden später, wenn die Altdorfer Sonntagnachmittag (16 Uhr) auf den souveränen Tabellenführer VC Neuwied 77 treffen (16 Spiele, 44 Punkte). Zwar konnte der Aufsteiger in der Hinrunde (1:3) zumindest phasenweise gegen das Team aus Rheinland-Pfalz mithalten und den dritten Satz (25:18) für sich entscheiden, unterm Strich hatte Dörnhöfers Mannschaft gegen Neuwieds Mittelblockerin Amanda Joanne Brown jedoch kein adäquates, taktisches Rezept. Völlig zurecht wurde die 27-jährige, 1,83-Meter große US-Amerikanerin damals von Altdorfs Coach zur wertvollsten Spielerin (MVP) der Gäste gewählt.

Neuwied ist eine sehr abgezockte Mannschaft, die ein unheimlich variables Angriffsspiel aufzieht. Aber wir haben rein gar nichts zu verlieren und können dort befreit aufspielen. Wir wissen, dass wir jeden Gegner ärgern können, wenn wir es schaffen, unser Maximum abzurufen“, blickt Spielführerin Katharina Schön auf die Partie voraus.
Nach 16 Partien hat sich der VC Neuwied 77 nicht nur an der Tabellenspitze etabliert, sondern mit sechs Punkten bei zwei weniger absolvierten Partien als der Zweitplatzierte VC Wiesbaden II auch ein beruhigendes Punktepolster erarbeitet. Vier Halbprofi-Spielerinnen aus den USA verstärken in dieser Saison den Neuwieder Kader, kein Wunder also, dass für VC-Vorsitzenden Raimund Lepki „die Planung schon jetzt in Richtung 1. Bundesliga geht.“ Zweifelsohne befinden sich die Altdorfer gegen den VCN in der Außenseiterrolle, ein Sieg käme einer Sensation gleich.

Info:
Die im Frühjahr 2020 durchgeführte Crowdfunding-Aktion des TV Altdorf für das Startkapital in der 2. Volleyball-Bundesliga steht als Projekt des Jahres zur Auswahl. Die Abstimmung läuft noch bis kommenden Montag, 8. März, und ist unter www.toyota-crowd.de/projekt-des-Jahres/abstimmung zu finden.

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