Fußball im Pegnitzgrund

Kommt die Winterpause schon früher?

Können die Platzwarte die Tornetze schon Ende der Woche hochrollen und den Fußballplatz winterfest machen? Kreisspielleiter Max Habermann hält dieses Szenario für durchaus wahrscheinlich. | Foto: Joerg Sabel/stock.adobe.com2020/10/AdobeStock-241310603.jpeg

PEGNITZGRUND (nb/kp) – Gehen die heimischen Fußballer Ende der Woche schon in die Winterpause? Während der Bayerische Fußballverband (BFV) trotz ständig steigender Corona-Infektionen eine Generalabsage weiterhin ausschließt und auf „flexible Maßnahmen“ setzt, macht Kreisspielleiter Max Habermann keinen Hehl daraus, dass er am liebsten schon den nächsten Spieltag absagen würde.

Eine Generalabsage sei, sofern die Landesregierung einen Spielbetrieb weiter erlaubt, aktuell nicht vorgesehen, schreibt der BFV auf seiner Homepage. Es gelte weiterhin die flexible Lösung, die der Verband vor einer Woche beschlossen und die bis zum 31. Dezember Bestand hat. Das ist das Ergebnis einer Sitzung am Montagabend, in dem die Lage nochmals intensiv erörtert wurde. Am vergangenen Wochenende gingen laut BFV rund zwei Drittel aller Partien über die Bühne – ein Anteil, von dem der Spielkreis Erlangen/Pegnitzgrund meilenweit entfernt war. In der Kreisliga 2, der Kreisklasse 4 und den A-Klasse 4 und 5 wurden lediglich 6 der 26 angesetzten Partien auch gespielt.

Flexible Lösung

Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen hatte der BFV am vergangenen Freitag im sogenannten Corona-Paragrafen 94 der Spielordnung die zusätzliche Möglichkeit kostenloser Spielverlegungen geschaffen – und zwar für alle Vereine, die in einer Region mit einem Sieben-Tage-Inzidenzwert ab 50 beheimatet sind oder nicht zu Partien in solche Gebiete reisen wollen (beziehungsweise nicht gegen Gegner aus solchen Gebieten antreten wollen). Eine Zustimmung des gegnerischen Vereins ist dabei nicht erforderlich. Es reicht aus, einen Antrag beim jeweiligen Spielleiter zu stellen sowie den Gegner und den Schiedsrichter rechtzeitig zu informieren.

Das öffnet Türen für viele Spielabsagen. „Ich habe ungefähr 90 Absagen“, wird Habermann auf dem Internetportal Anpfiff zitiert, „mit Frauen sind es noch mehr.“ Nicht alle hätten freilich mit Corona zu tun, sondern durchaus auch mit sportlichen Gründen. Etwa dann, wenn es für zwei Vereine um „etwas geht“, sei es in Sachen Auf- oder Abstieg oder darum, einem Derby oder Spitzenspiel einen würdigeren Rahmen zu geben und es lieber ins Frühjahr zu verlegen. So geschehen etwa vorletzte Woche, als sich Kreisklassenprimus SpVgg Sittenbachtal und die „Zweite“ des 1. FC Hersbruck genau deshalb auf eine Verlegung verständigten.

Mit Maske beim Jubeln

Dann, so die Hoffnung, könnten dem Spiel wieder mehr Zuschauer beiwohnen und für echte „Derby-stimmung“ sorgen. Denn die Bayerische Staatsregierung hat in der aktuell gültigen 7. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung Änderungen vorgenommen, die auch den Amateurfußball-Spielbetrieb betreffen. Der am 22. Oktober geänderte § 26 (2) 2 besagt, dass beim Überschreiten des 7-Tage-Inzidenzwertes 100 (Ampelfarbe dunkelrot) die Zahl der Zuschauer auf 50 begrenzt ist – nicht mit inbegriffen sind Spieler, Trainer und Funktionspersonal. Bereits vor einer Woche hatte das Kabinett beschlossen, dass Besucher von Fußballspielen in Gebieten mit einer 7-Tage-Inzidenz größer 35 – wie etwa im Nürnberger Land – zwingend einen Mund-Nasen- Schutz zu tragen haben.

Max Habermann könne sich noch nicht festlegen, tendiere er selbst dazu, in die Winterpause zu gehen. Diese Entscheidung kann er als Kreisspielleiter fällen, will sich aber vorher noch mit den anderen mittelfränkischen Spielkreisen und dem Bezirk abstimmen, um keinen Alleingang zu unternehmen.

Größere Terminprobleme würde sich Max Habermann damit nicht bereiten, denn nach dem am 31. Oktober/1. November angesetzten Spieltag wäre er mit seiner geplanten Saison ohnehin durch. Und den eigentlich danach anstehenden Ligapokal hat der Kreisspielleiter in weiser Voraussicht schon vor längere Zeit ins Frühjahr verschoben.

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