Rückschlag im Abstiegskampf

Knick in der Mitte

Nach der Pause geht dem TSV wieder mal der Zugriff verloren. | Foto: Adobe Stock2019/11/NL-Handball-Symbolfoto-Adobe-Stock-online.jpg

WINKELHAID – Die Winkelhaider Damen geben in Stadeln erneut eine Pausenführung aus der Hand und bleiben Tabellenvorletzter der Handball-Bayernliga.

Im Auswärtsspiel beim den MTV Stadeln haben die Damen des TSV Winkelhaid die achte Niederlage im zehnten Spiel kassiert. Besonders ärgerlich ist das 29:34 aus Winkelhaider Sicht, weil der Gegner an diesem Abend durchaus schlagbar war. Mit individuellen Fehlern – vor allem in der Abwehr – stand man sich jedoch selbst im Weg.

Mit einem Sieg hätte der TSV den Anschluss an das Mittelfeld herstellen können. Dementsprechend motiviert ließen die Winkelhaider Damen den Ball zunächst schnell laufen und jede Spielerin suchte den Weg zum Tor. Dadurch war man für den Gegner schwer ausrechenbar und konnte sich Durchbrüche und freie Rückraumwürfe erarbeiten.

Da die Deckung aber wenig Zugriff auf die MTV-Offensive bekam, stellte Trainer Sebastian Wilfling auf Manndeckung gegen die Stadelner Mitte Nikola Dude. Das stabilisierte den TSV und dank dreier Tore in Serie gingen die Winkelhaiderinnen erstmals mit 6:5 in Führung. Die Störche aber nutzten jede Lücke konsequent und glichen mehrfach aus: zum 9:9, 11:11 und 14:14. Erst kurz vor Schluss der ersten Hälfte setzten sich die TSV-lerinnen mit zwei Toren ab.

In der Halbzeitansprache kritisierte Wilfling vor allem die Abwehrleistung: Er vermisste die nötige Aggressivität und kritisierte individuelle Fehler, die den Gegner zu einfachen Toren einladen. Im Angriff hingegen solle weiter schnell gespielt werden.

Déjà-vu in Hälfte zwei

Was dann aber in der zweiten Halbzeit geschah, ist unerklärlich. Aufgrund von vielen individuellen Fehlern erzielte der MTV einfache Durchbrüche auf den Rückraumpositionen und egalisierte so den Rückstand innerhalb von drei Minuten.

In der zweiten Halbzeit bereitete vor allem Nikola Dude, die sieben ihrer acht Feldtore (14 insgesamt) in dieser Phase beisteuerte, den Winkelhaiderinnen Probleme. Ab Minute 40 setzte sich Stadeln zeitweise auf vier Tore ab. Während in der Abwehr einfache Fehler zu Toren führten, gelang dem TSV im Angriff kein leichtes Tor mehr.

Deshalb brachte Wilfling ab der 45. Minute den siebten Feldspieler. Mit dieser taktischen Variante gelang es den Winkelhaiderinnen, acht Minuten vor Schluss auszugleichen (26:26; 28:28). Eine Zeitstrafe gegen Jana Wanzek sechs Minuten vor Schluss nutzten die Stadelnerinnen dann jedoch eiskalt und gingen mit drei Toren in Front. Eine weitere Zeitstrafe gegen Anna Seidel zwei Minuten vor Schluss besiegelte die Niederlage.

Wieder einmal verloren die Damen gegen einen schlagbaren Gegner und müssen in den kommenden Wochen versuchen, die Konzentration über 60 Minuten hochzuhalten. Denn der Spielverlauf erinnerte frappierend an die vergangenen Auswärtspartien des TSV. Während die Abwehr der ersten Halbzeit um jeden Ball kämpft und die Offensive gut durchspielt, klappt in der zweiten Halbzeit einfach nichts mehr, und der Gegner wird mehr oder weniger eingeladen. Beste Werferin auf Seiten des TSV war übrigens Katja Götz (acht Tore).

Für den TSV Winkelhaid spielten: Bauer, Seger (beide im Tor). Räbel (2); Seidel (4); Götz, V. (4/1); Meyer; Götz, K. (8/4); Weiler (6); Spychala (4); Bachmeier; Wanzek (1).

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