Gerechte Punkteteilung im Derby

Kloses Vorlagen reichen nicht

Beim Kopfball von Schwabachs Anton Shynder (verdeckt) zum 2:2 bekommt SC-Torwart Andreas Sponsel die Hände nicht schnell genug hoch. | Foto: Dirk Meier2020/03/Feucht-SC-Ausgleich-Schwabach-scaled.jpg

FEUCHT – Obwohl der SC Feucht das Derby in Schwabach im zweiten Durchgang dreht, springt am Ende nur ein Zähler heraus.

Der SC Feucht startet holprig aus der Winterpause und kommt im Derby beim Verfolger SC 04 Schwabach vor 500 Zuschauern nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus. Schleppend begann das Derby auf einem nicht gerade optimalem Geläuf. Feucht leistete sich viele Ungenauigkeiten, Spielfluss kam kaum auf. Das lag vielleicht auch daran, dass Spielmacher Fabian Klose bei den Gästen zunächst nur auf der Bank saß. Beim 1:1 im Hinspiel hatte Schwabachs Nico Scharinger die Feuchter Nummer 44 in Manndeckung genommen. Dieses Mal ließ Feuchts Coach Florian Schlicker seinen Kreativspieler erst einmal auf der Bank schmoren.

Keine Manndeckung für Klose

Nach einer guten halben Stunde kam Klose dann aber doch in die Partie: Der sehr gute Regionalliga-Schiedsrichter Markus Pflaum hatte die Feuchter darauf hingewiesen, dass er den bereits verwarnten Marco Weber beim nächsten Foul vom Platz stellen würde.
So brachte Schlicker doch noch seinen Unterschiedspieler, der dieses Mal nicht auf Schritt und Tritt beschattet wurde.

In Halbzeit eins kamen die Gäste nur zu einer Torchance. Auf Steilpass von Stephan König kam Philipp Spießl an den Ball, doch seinen Schuss wehrte Schwabachs Keeper Dominik Brunnhübner mit dem Fuß um den Pfosten (19). „Wir hatten heute spielerisch sicher nicht unseren besten Tag“, bewertete SC-Trainer Schlicker die Leistung seiner Jungs.
Schwachpunkt im Feuchter Spiel in Halbzeit eins ware defensive Unsicherheiten. Zu oft spielte sich Feucht die Bälle vor dem eigenen Strafraum quer, woraus sich drei gute Torchancen für die Heimelf ergaben. Zunächst scheiterte Michael Weiß an Keeper Andreas Sponsel, den Nachschuss setzte Florian Nisslein am langen Pfosten vorbei. Eine weitere Gelegenheit nutzte kurz vor der Pause dann Weiß, der flach zum 1:0 einschießen konnte (43.). Die Schwabacher Führung war nach den ersten 45 Minuten durchaus verdient. In Abschnitt zwei sollte sich das aber ändern – auch dank Klose, der zwei Ecken von links servierte.

Spießl und Kaya drehen die Partie

Die erste setzte Spießl wuchtig mit dem Kopf zum 1:1 in die Maschen (53.), die zweite beförderte Kaya aus acht Metern mit dem Fuß ins Netz (72.). Zwischen den beiden Feuchter Treffern erhitzte eine Szene auf der anderen Seite die Gemüter der Gastgeber. Mbetssi und Kaya hatten den Schwabacher Torjäger in die Zange genommen, doch der Schiedsrichter wertete die Szene als „normalen Zweikampf“ (60.) und pfiff nicht.
Kurz nach dem 2:1-Führungstreffer des SC wechselten die Hausherren mit Alexander Schenker einen weiteren Angreifer ein. Dadurch übten die Gastgeber mehr Druck aus und kamen durch den zwölften Saisontreffer von Shynder zum 2:2 (81.). Nach einer Ecke lauerte er am langen Pfosten und köpfte aus kurzer Distanz ein, wenngleich der Ball nicht ganz unhaltbar erschien. Eine gerechte Punkteteilung nach 90 spannenden, aber nicht hochklassigen Minuten.
Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Auf jeden Fall haben wir uns nach der Pause den Punkt erkämpft, weil die Mannschaft Moral gezeigt hat“, resümierte Schlicker im Anschluss. Für den SC war es jahresübergreifend nach dem 2:2 gegen Neudrossenfeld das zweite Remis in Folge. So hielt Feucht den Abstand zu Schwabach (elf Punkte), neuer Tabellenzweiter ist der TSV Buch. Kommenden Freitag gastiert mit dem SV Mitterteich der Tabellenelfte im Feuchter Waldstadion (19 Uhr).

Für den SC Feucht spielten: Sponsel, Schäf, Kaya, Oltean, Tekeser (68. Ahmed), Mbetssi, Ruhrseitz, Spießl (84. Spielbühler), Höhenberger, Weber (33. Klose), König.
Zuschauer: 500
Tore: 1:0 Weiß (43.), 1:1 Spießl (53.), 1:2 Kaya (72.), 2:2 Shynder (81.).

N-Land Dirk Meier
Dirk Meier