Fußballverband bezieht Stellung

Klares „Nein“ zu Geisterspielen bei den Amateuren

Wann und vor allem unter welchen Bedingungen kann auf den aktuell gesperrten Fußballplätzen der Ball wieder rollen? Mit dieser Frage befasste sich der Fußballverband.2020/04/sportplatz-gesperrt-sk-4-net.jpg

ERLANGEN/PEGNITZGRUND. Die Botschaft ist eindeutig: Die Vereine und der Bayerische Fußball-Verband (BFV) sind sich einig, wenn es um die Frage von Geisterspielen im bayerischen Amateurfußball geht. Partien unter Zuschauer-Ausschluss infolge der Covid-19-Pandemie wird es im Freistaat nicht geben, so der Verband in einer Stellungnahme.


Diese Grundhaltung des BFV haben die Vertreter der über 4600 bayerischen Vereine bestätigt. „Der Amateurfußball und seine Vereine leben auf ganz unterschiedliche Art und Weise von Zuschauern. Das bestärkt uns in unserem Vorgehen, Profis und Amateure in dieser Hinsicht differenziert zu betrachten“, sagt BFV-Präsident Rainer Koch.
Der Bayerische Fußball-Verband als größter Landesverband unter dem Dach des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte in den vergangenen Tagen in fast 70 Video-Konferenzen mehr als 5100 Vereinsvertreter über die aktuelle Lage sowie die weitere Vorgehensweise informiert und dabei gezielt Meinungen abgefragt – bis zum Osterwochenende wird die erste Abfragerunde dann in ganz Bayern abgeschlossen sein, Regionalkonferenzen auf Bezirksebene sollen sich anschließen.

Der BFV hat seine Spielordnung entsprechend der DFB-Beschlüsse hinsichtlich einer Saisonverlängerung, der Anpassung der Wechselperiode, des Insolvenzrechts und der Wechselfrist bei Spielern mit sechsmonatiger Inaktivität geändert und wird diese auch weiter anpassen, um der aktuellen Situation im Sinne der Vereine zu begegnen.
Klar sei, dass sich der BFV bei seinen weiteren Überlegungen nicht über staatliche Erlasse und Vorgaben hinwegsetzen könne. „Letztlich geht es darum, dass die Vereine eine mittelfristige Planungssicherheit erhalten, was den Spielbetrieb und die aktuell unterbrochene Saison angeht. Das war der klare Tenor aus den Gesprächen“, sagt BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, der im Präsidium für den Spielbetrieb im Freistaat verantwortlich zeichnet.

Weiter meinte Faltenbacher: „Entscheidend wird sein, welche weiteren staatlichen Einschränkungen für die Zeit nach dem 19. April gelten. Danach müssen wir uns zwingend richten. Oberstes Gebot ist es, allen Vereinen größtmögliche Flexibilität zuzugestehen. Ein Saisonabbruch hilft uns dabei gewiss nicht weiter. Das sehen wir gerade in England, wo Klubs eine Klagewelle auslösen, weil sie sich ungerecht behandelt fühlen und die Annullierung sogar wieder einkassiert werden muss, weil sie rechtlich nicht haltbar ist.“
Auch in den Tagen nach Ostern setzt der BFV weiter auf eine transparente Kommunikation mit den Vereinsvertretern in ganz Bayern. Nach weiteren Entscheidungen der Staats- und Bundesregierung wird der BFV in allen sieben Bezirken sogenannte Regionalkonferenzen abhalten und dabei angepasste Möglichkeiten des Umgangs mit der aktuell unterbrochenen Saison erläutern und zur Diskussion stellen.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren