Trainingslager in der Türkei

„Keine Selbstverständlichkeit“

Trainer Florian Schlicker soll den SC Feucht zurück in die Bayernliga führen. | Foto: Zink2020/02/Feucht-SC-Schlicker-scaled.jpg

FEUCHT – Der Landesligaspitzenreiter SC Feucht bezieht ab Sonntag sein einwöchiges Trainingslager in der Türkei. Im Urlaubsort Belek will Trainer Florian Schlicker den Grundstein für den Bayernliga-Aufstieg legen.

Die Zeit, in der sich die Spieler des SC Feucht durch Graupel, Schneeregen und Wind kämpfen mussten, ist vorbei – zumindest vorübergehend. Denn morgen macht sich der gesamte Feuchter Tross auf und hebt ab in Richtung Türkei. In Belek, einer Kleinstadt rund 30 km östlich von Antalya gelegen, werden sich die Zeidler eine Woche lang vorbereiten und sich dabei den letzten Schliff für den Rückrundenstart am 8. März in Schwabach holen. Zwei Trainingseinheiten pro Tag stehen auf dem Programm, außerdem absolvieren die Feuchter zwei Testspiele, unter anderem gegen eine Landesligamannschaft aus Baden-Württemberg.

Die Entscheidung, ausgerechnet nach Belek zu reisen, kommt nicht von ungefähr. „Wir waren schon zwölfmal in Belek. Die Hotelanlage ist hervorragend, insgesamt stehen zwölf Fußballplätze zur Verfügung, einer davon direkt am Hotel. In letzter Zeit waren wir häufiger in Side, aber da das Hotel dort aktuell renoviert wird, haben wir uns entschieden, wieder ins Arcadia Hotel nach Belek zu reisen. Wir waren dort jedes Mal sehr zufrieden“, bestätigt Feuchts Teammanager Manfred Kreuzer.

Hervorragende Bedingungen

Prognostizierte Werte zwischen 16 und 20 Grad Celsius, viel Sonnenschein, kaum Niederschlag: Die Bedingungen an der türkischen Riviera könnten kaum besser sein und werden Trainer Florian Schlicker einen glänzenden Rahmen bieten, um seine Mannschaft auf die bevorstehende Rückrunde einzustellen. „Ich möchte mich an dieser Stelle beim Verein bedanken. Für mich als Trainer ist es natürlich perfekt, die Mannschaft unter diesen tollen Bedingungen auf die Rückrunde vorbereiten zu können. Ich weiß, dass solch ein Trainingslager keine Selbstverständlichkeit ist“, freut sich der Feuchter Coach auf die bevorstehenden sieben Tage.

Wie gut seine Truppe bereits drauf ist, beweist ein Blick auf die bisherigen Testspielergebnisse. Nach Siegen über die SG Quelle Fürth (6:3), den ATSV Erlangen (3:0), den VfR Neuburg (2:1), den SK Lauf (7:0) und den ASV Neumarkt (4:0) folgte am Donnerstag Testspielsieg Nummer sechs. Gegen den Bezirksligafünften, die Spielvereinigung Hüttenbach-Simmelsdorf, gewann der SC am Ende klar und deutlich mit 7:2 (2:2). Mit den ersten 45 Minuten zeigte sich Schlicker allerdings nicht zufrieden. „Im ersten Durchgang haben wir nicht die Bereitschaft gezeigt, alles in das Spiel zu investieren“, kritisiert der 39-Jährige und erklärt, mit „zu vielen einfachen Fehlern den Gegner immer wieder zu Konter und Umschaltsituationen eingeladen“ zu haben. Folgerichtig ging es mit dem Unentschieden in die Pause, „völlig verdient“, wie Schlicker betont. Tim Ruhrseitz und Stephan König glichen zwar jeweils aus, wirklich besser wurde es allerdings erst nach Schlickers Pausenansprache.

Patrick Tekeser brachte die Gastgeber früh mit 4:2 in Führung (48. und 49.), Philipp Spießl sorgte mit dem 5:2 für die Vorentscheidung. Erneut Tekeser mit seinem dritten Treffer des Tages und Julian Schäf schraubten das Ergebnis schließlich auf 7:2. Erneut trugen sich fünf verschiedene Spieler in die Torschützenliste ein. Ein „Faustpfand“, in der Offensive unberechenbar zu sein, freut sich der Feuchter Coach über den ausgeprägten Drang zum gegnerischen Tor seiner Spieler.

Noch jede Menge Arbeit

Unabhängig von den sechs Testspielsiegen sieht Schlicker bei seiner Mannschaft dennoch „viel Luft nach oben“. Den einwöchigen Aufenthalt in der Türkei möchte er deshalb nutzen und viel im „technischen und taktischen Bereich“ arbeiten. „Der Spielaufbau, das Anlaufen des Gegners, das sind die Dinge, auf die wir jetzt unseren Fokus legen werden“, sagt er. Die Grundlagenausdauer hat der frühere Defensivspezialist bereits gelegt, unter türkischer Sonne werden „Schnelligkeit und Spritzigkeit“ im Vordergrund stehen. Oder, wie es Schlicker süffisant ausdrückt: „Dank kürzerer, knackigerer Geschichten wird es meinen Jungs sicherlich nicht langweilig werden.“

Nach schweißtreibenden Trainingseinheiten in Belek können sich die Jungs des SC Feucht im Mittelmeer abkühlen. | Foto: Adobe Stock2020/02/Belek-SC-Feucht-scaled.jpg

18 Feldspieler und zwei Torhüter umfasst die Feuchter Mannschaft im Trainingslager in der Türkei, perfekte Voraussetzungen, um gezielt und fokussiert im Training zu schuften. Neben dem Fußballplatz wird es auch die obligatorische teambildende Maßnahme geben. „Es ist immer gut, den Kern des Teams noch enger zusammenzuschweißen. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir im Sommer die Mannschaft ziemlich umgekrempelt haben“, erinnert der Zeidler-Coach an die acht Neuzugänge, die er vor der Saison in die Truppe integrieren musste. Das gelang Schlicker bis dato glänzend. Elf Punkte Vorsprung auf Verfolger SC 04 Schwabach unterstreichen dessen tolle Arbeit.

Lob von höchster Stelle

Teammanager Manfred Kreuzer bezeichnet Schlickers „penible und akribische Arbeit“ als Schlüssel des Feuchter Erfolgs. Ohnehin sieht das SC-Urgestein die Mannschaft bereits jetzt „topfit und in einem Bombenzustand.“ Lob auf der einen Seite, Druck auf der anderen. Unumwunden gibt Kreuzer zu, dass alles andere als eine erfolgreiche Rückrunde, sprich der Aufstieg in die Bayernliga, mit diesem komfortablen Punktepolster „eine große Enttäuschung“ wäre. Aktuell spricht jedoch nichts für einen Einbruch des Landesligaspitzenreiters – im Gegenteil: Die starke Frühform beweist, wie die Mannschaft um Kapitän Andreas Sponsel in der Wintervorbereitung mitzieht und dokumentiert ihren Hunger auf Erfolg. Das einwöchige Trainingslager unter türkischer Sonne ist somit auch eine Belohnung der Truppe an sich selbst. Dass ein derartiger Aufenthalt für einen Landelsligisten nicht alltäglich ist, betonte bereits Florian Schlicker.

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