„Altmeistern“ beim Club-Relegationsspiel

Hersbrucker schnuppert Erstliga-Luft

Werner Schwarz (rechts) war mit Gerhard Scharf und anderen „Altmeistern“ im Frankfurter Stadion.
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HERSBRUCK/FRANKFURT  – „Es war eine gigantisch gute Stimmung“, erzählt der Hersbrucker Club-Fan Werner Schwarz. HZ-Leser kennen ihn unter anderem bereits als Brasilien-WM-Tourist. Jetzt war er beim ersten Aufstiegsspiel des 1. FC Nürnberg in Frankfurt mit dabei und findet nach dem 1:1: „Wir waren doch ganz erfolgreich.“

Schwarz ist kein Gelegenheitsfan, für den es eine Ausnahme war, dass er an diesem Donnerstagabend im Block 17 saß, schräg oberhalb der FCN-Ultras, die unbeeindruckt von den Warnungen des Stadionsprechers mit Bengalos auf das Feuerwerk der Frankfurter Fans antworteten. Nein, „Blacky“, wie ihn viele nennen, war wieder mit den Hersbrucker „Altmeistern“ unterwegs, die er vor 38 Jahren mit gegründet hat.

So hat er sich in den vergangenen Jahren umgeschaut in Zweitliga-Stadien, die „man bisher noch nicht gesehen hat“, also Sandhausen, Heidenheim oder zuletzt Paderborn. Das reine Fußballstadion der Frankfurter Eintracht ist jetzt eine andere Nummer. Es geht wieder um die Bundesliga. Und an die glaubt Schwarz noch nicht so recht. „Ich hoffe auf ein 0:0 im Heimspiel“, sagt er und antwortet auf einen überraschten Blick: „Ich weiß nicht, wer jetzt da ein Tor schießen soll.“ Freilich wäre es schön und wichtig, damit der finanzielle Druck nachlässt. Und nach einer Nullnummer wäre der Aufstieg ja auch schon perfekt.

Aber ganz gleich, wie es kommt, Schwarz bleibt gelassen. Er habe schon viele Aufs und Abs mitgemacht. Entscheidend sei doch, „dass wir jetzt wieder eine richtige Mannschaft haben und das spürt man in Nürnberg“. Er sei immer ein treuer Fan gewesen, aber so falle es leichter, sich zu identifizieren.

Von der Nürnberg-Frankfurter-Fan-Feindschaft habe er beim Hinspiel nicht viel gemerkt, außer starker Polizeipräsenz vor dem Stadion. „Das sind tolle Anhänger, die ordentlich Stimmung machen“, aber „wenn sie am Montag bei uns absteigen“, dann könnte es kritisch werden, schätzt er.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz