Vierter Heimsieg in Folge für Zweitligist SV Schwaig

Glanzvoller Heimsieg vertreibt den Auswärts-Blues

Der Block des GSVE Delitzsch mit Benedikt Bauer (li.) und Jonas Rottosch ist hier machtlos gegen dieses Geschoss von Michal Dzierwa, der mit seinem SV Schwaig einen glatten 3:0-Heimsieg einfuhr. | Foto: Sportfoto Zink2021/02/20210213_schwaig_delitzsch_dama_0036-scaled.jpg

SCHWAIG. Die Zweitliga-Volleyballer des SV Schwaig setzen sich in ihrem 18. Saisonspiel verdient gegen den GSVE Delitzsch durch, den Gymnasialen Sportverein. Die prima aufgelegte Schwaiger Mannschaft und Hallensprecher Peter Anacker brachten‘s nach dem deutlichen 3:0 (25:12, 25:20, 25:24), dem vierten Heimsieg in Folge, auf den Punkt: „So machen wir das!“


In der zuschauer-leeren Halle am Mittelbügweg waren am Samstag die Anfeuerungsrufe und der zwischenzeitliche Jubel beider Parteien schallend hörbar. Peter Anacker, seit Jahren Hallensprecher des SVS, hatte überdies den Mikrofon-Vorteil, den er, unter solchen akustischen Bedingungen, eigentlich gar nicht hätte nutzen müssen. In jedem Fall sprühte er in der „Gelben Halle“ vor Begeisterung; 68 Minuten lang kommentierte er die sehenswerten Aktionen der Tabellensechsten und das lebhafte Match. Und hatte, aus Gastgebersicht, allen Grund dazu.


Volle Breitseite gleich zu Beginn


„Ist das gut!“ freute er sich, denn bereits zu Beginn feuerte der SVS über 7:1, 13:5 und 24:11 aus allen Lagen, namentlich „Mike“ Dzierwa. Auch Kapitän Florian Tafelmayer, Jan Kolakowski und Max Bibrack zauberten auf Netzhöhe, als rolle eine Dampfwalze über die Gäste aus Sachsen.
Unbeirrbar zogen die (in erlaubter Höchstzahl von 14 angetretenen) Schwaiger ihre Bahn. Und auch, wenn der GSVE sich tapfer wehrte – zu mehr als zwölf Punkten reichte es zum Auftakt einfach nicht. Offenkundig hatten die Gelbblauen ihre Niederlage beim Tabellenersten Karls­ruhe bestens weggesteckt.


Der Tabellenzehnte hingegen sah sich vielmehr in akuter Gefahr, auch in den Folgesätzen so richtig unterzugehen. Doch, vielleicht um eines schönen Duells wegen, fing sich der GSVE im zweiten und steigerte sich besonders im letzten Satz und es kam zu einem richtiggehenden Fight, der auch dem SVS so Einiges abverlangte. Yannick Klement, an diesem Abend 29-Jahrs-Geburtstagskind, war als Libero ein spielfreudiger Stabilitätsanker; aus vor allem seinen Ballannahmen konnten die Schwaiger ihr präzises Uhrwerk am Netz aufbauen. Moritz Gärtner − davon profitierend, dass er in den letzten Spielen stets als Zuspieler auch antreten konnte – agiert in seiner Position sehenswert selbstbewusster und stetig präziser.


Max Bibrack erneut „MVP“


Zur Freude nicht nur des Schwaiger Teams insgesamt, sondern vor allem von Max Bibrack, der in ungezählter Folge brachiale „Hammerbälle“ in der Delitzscher Hälfte versenkte und angesichts solchen Auffallens zu Recht (zum zweiten Mal) zum „MVP“ gewählt wurde.


Im zweiten Durchgang konnten die Gäste dann beständig mithalten; auch ihr Block wurde besser. Weiter als vier Punkte vermochten die Mittelfranken nie davonzuziehen, obgleich ihnen in Sachen Aufschlag gleich vier Asse gelangen. 7:7, 13:10 und 17:23 lauteten die Zwischenstände. Die Sachsen besannen sich ihrer Qualitäten und nutzten Lücken im Schwaiger Block konsequent aus, versemmelten allerdings eine Vielzahl eigener Aufschläge.


Und als sie dann im letzten Drittel noch weiter aufdrehten, mussten sich auf der Gegenseite auch Sven „die Mauer“ Kellermann und Jan Kolakowski zu immer „dunkleren“ Blocks steigern; es wurde ein Kampf mit tollen Ballwechseln, der den „Mikrofonier“ Anacker hinriss zu „Oh, macht das totalen Spaß!“.


Und es war ja auch nicht so, dass immer alles funktionierte: Im dritten Satz etwa fiel die Hallenkamera bei der Live-Übertragung fürs Internet für drei, vier Minuten aus und auch die Gelbblauen waren nicht durchgehend konzentriert.


Fünf Matchbälle abgewehrt


Was sich vor allem – ganz am Schluss – ab dem 24:18 zeigte. Denn es gelang und gelang einfach nicht, den Sack zuzumachen. Die Delitzscher konnten bis zum 24:24 aufholen, also fünf Matchbälle abwehren! Zwei Auszeiten musste SVS-Coach Milan Maric investieren, bis seine Mannen sich endlich zum finalen 26:24 durchrangen.


Zwar war der zwölfte Sieg des SVS zu keiner Zeit wirklich gefährdet, doch diese Schlussphase war den Rivalen aus Sachsen eine verdiente und gute Bestätigung ihrer Leistungsstärke. Den Franken blieben zuletzt der Siegerjubel und die stolze Zusammenfassung Peter Anackers, der mit einem „So machen wir das!“ die errungenen drei Zähler auf den Punkt brachte.


Auswärts beim Aufsteiger gefordert


Vier Heimspiele bleiben dem SVS nun noch; das nächste findet am 27. Februar gegen den letztjährigen Aufsteiger TuS Kriftel statt (bereits um 18 Uhr). Am kommenden Samstag geht’s für die Schwaiger allerdings zunächst zum zweiten Aufsteiger TV Bliesen, gegen den die Gelbblauen in ihrem allerersten Heim-„Geisterspiel“ im November 2020 souverän mit 3:0 gewonnen hatten.

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