ADAC Franken-Alb-Classic

Genuss und Gleichmäßigkeit

Der Renault von 1911 tuckerte nur durch den Parcours in Hersbruck, da seine acht PS zu schwach für den Happurger Berg waren. Foto: A. Pitsch2015/09/MG_94441.jpg

HERSBRUCK / HAPPURG – Für einen war schon nach dem Slalom am Plärrer Schluss, aber nicht, weil er so schnell war. Im Gegenteil: Der Hingucker bei der ADAC Franken-Alb-Classic des AC Hersbruck war sicher der Renault aus dem Jahr 1911 von Georg Seitz aus Happurg. Weil er mit seinen acht PS den Happurger Berg nicht hochkommt, war er im Gegensatz zu den anderen Old- und Youngtimern nur in dem einen Abschnitt der Gleichmäßigkeitsprüfung unterwegs.

„Wir wollten eine Rallye mit Autos aus der Umgebung, die sich Jedermann leisten kann, machen“, sagt Thomas Raum, der Vorsitzende des AC Hersbruck, als er durch den Parc Fermé schlendert. Auch einige Schaulustige mit neugierigem Blick und Kamera umrunden Porsche 911, Honda Cabrio, Morgan, Ford, Fiat Abarth, VW Karmann Ghia Typ 14, Peugeot (F) 203 Kompressor oder Opel Olympia Rekord A. 26 Wagen aus dem Landkreis, aus Nürnberg und Amberg waren bei der Kombination aus zweimal Slalom und zwei Ausfahrten – jeweils im Wechsel und mit einzelnen Zeitprüfungen über Lichtschranken – am Start.

Rathauschef am Roadbook

Darunter auch Bürgermeister Robert Ilg als Beifahrer von Stadtrat Franz Benaburger. Als Ilg das Roadbook bekommt, fragt er: „Ist das griechisch?“ Nein, nur seine Aufgaben, die ihm Benaburger kurz vor dem ersten Wertungslauf erläutert: „Ein Beifahrer muss die Strecke wissen, die Hütchen und die Zeit im Auge behalten.“

So schlecht hat sich Ilg scheinbar vor allem bei Letzterem nicht gemacht, denn am Ende steht Rang sieben mit 10.56 Strafpunkten. Andere sind auf Straße und im Slalom, den die einen vorsichtiger, die anderen forscher durchkurven, deutlich gleichmäßiger gefahren. Zum Beispiel die Sieger Ulrich Trautner und Erika Hermann mit nur 3.07 Strafpunkten. Dahinter reihen sich Rudolf Linn mit Cristian Wiesner (4.65) und Alexandra und Andreas von Mirbach (5.54) ein.

Das Gas beim Start am Plärrer, wo die Old- und Youngtimer vor dem „Go“ brav in der Schlange stehen, immer wieder aufheulen lassen, bringt Horst Linn Jun. mit Beifahrer Maximilian – sie wurden Vierte – wenig: Von ihm wie allen anderen verlangte der AC Hersbruck eine Zeit, die deutlich unter Renntempo liegt. Wer doch zu rasant düst, haut vor der Lichtschranke kurz die Bremse rein, bis der Beifahrer mit der Stoppuhr das Signal zur Durchfahrt gibt.

Das Röhren der Motoren war aber nicht nur am Plärrer zu hören, sondern auch auf dem Weg hinauf zum Deckersberg. Von Happurg aus führt der Weg zu einer Zeitprüfung am legendären Berg, wo es sich an der Lichtschranke ab und an staut. Zwischen den einzelnen Wertungen hatten die Fahrer aber genug Zeit, die Landschaft zu genießen und Zuschauer am Streckenrand freundlich zu grüßen oder anzuhupen.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch