Der Amateurfußball in Zeiten des Coronavirus

Geisterspiele drohen vorerst nicht

Auf den obligatorischen Handshake kann vorerst verzichtet werden. | Foto: Adobe Stock2020/03/Nuernberger-Land-Fussball-Handshake.jpg

NÜRNBERGER LAND – Der Bayerische Fußball-Verband gibt den Amateurvereinen Tipps, wie sie künftig mit dem Corona-Virus umgehen sollen. Das Thema ist allgegenwärtig – auch bei den Klubs in der Region.

Die Corona-Epidemie zieht immer weitere Kreise: Während die italienische Regierung das ganze Land als Sperrzone erklärt hat, hat die bayerische Staatsregierung entschieden, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern auszusetzen. Der Coronavirus macht freilich auch vor dem Amateurfußball nicht Halt. So wurde die Kreisligapartie im Kreis Erlangen/Pegnitzgrund zwischen dem TSC Pottenstein und dem SV Henfenfeld am vergangenen Wochenende abgesagt, nachdem zuvor ein Großteil der Pottensteiner Spieler nach dem Trainingslager am Gardasee als Vorsichtsmaßnahme unter Quarantäne stand (wir berichteten).

Corona-Update zur Rückrunde

Am kommenden Wochenende rollt der Ball auch in der Region wieder. Neben der Kreisliga 2 Erlangen/Pegnitzgrund (SpVgg Diepersdorf) und der Kreisklasse 4 Erlangen/Pegnitzgrund (SpVgg Diepersdorf II, TV Leinburg, FSV Weißenbrunn) startet auch die Kreisklasse 4 Nürnberg/Frankenhöhe (TSV Fischbach) aus der Winterpause. Kurz vor dem Rückrundenauftakt hat der Bayerische Fußball-Verband nun reagiert und ein Update im Umgang mit dem neuartigen Virus veröffentlicht. Die offizielle Meldung des BFV in Auszügen:

Unter Berücksichtigung der Entscheidung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 8. März, Kindern und Jugendlichen unter bestimmten Voraussetzungen den Besuch von Schulen und Kindertagesstätten nicht mehr zu ermöglichen, gilt ab sofort für den gesamten BFV-Spielbetrieb (Herren, Frauen, Jugend): Alle Vereine sind aufgefordert, aktiv zu prüfen, ob es Spieler in ihren Mannschaften gibt, die in den vergangenen 14 Tagen, also seit dem 21. Februar 2020, aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind. Wir appellieren an das Verantwortungsbewusstsein der Vereine, diese Spieler – unabhängig von Symptomen – nicht einzusetzen, weder bei Spielen noch im Trainingsbetrieb. Wenn ein solcher Fall gegeben ist, kann mit dem Spielgegner Kontakt aufgenommen werden, um sich auf eine Spielverlegung zu verständigen.

Eine Ansetzung sogenannter Geisterspiele steht für den bayerischen Amateurfußball aktuell nicht zur Debatte. Zudem gilt selbstverständlich, dass im Fall eines Spielers mit diagnostizierter Corona-Infektion der Spielleiter zu informieren ist, der dann das betreffende Spiel verlegt. Dort, wo gespielt werden kann, stellt der BFV als reine Vorsichtsmaßnahme seinen Vereinen und dem eingeteilten Schiedsrichter frei, auf das obligatorische Shake-Hands vor den Spielen zu verzichten.

Dabei weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei dieser Empfehlung um eine Maßnahme handelt, deren Relevanz die Gesundheitsexperten unterschiedlich bewerten; jedoch mag es Personen geben, die sich aktuell mit dem Handschlag nicht wohl fühlen. Das ist aus unserer Sicht natürlich zu akzeptieren. Wir rufen unsere Vereine weiterhin dazu auf, achtsam zu sein. Es gilt sowohl für alle Aktiven als auch für Zuschauer, den Empfehlungen des Gesundheitsministeriums und des Robert Koch Instituts Folge zu leisten.

Hygienemaßnahmen wie beispielsweise gründliches und wiederholtes Händewaschen und das Fernbleiben vom Training und Spielen bei Erkältungssymptomen sind wichtig.“

So weit, so ungut. Doch was bedeutet das Corona-Update des Verbandes für die Amateurvereine in der Region genau? Während der TSV Fischbach am Sonntag (15 Uhr) beim ASV Pfeil Phönix in Nürnberg ran muss, ist der TV Leinburg zu Gast bei der SG Weigendorf, die SpVgg Diepersdorf II ist beim 1. FC Röthenbach gefordert. Der FSV Weißenbrunn erwartet zuhause den FSV Schönberg.

Klubs sind die Hände gebunden

Besondere Maßnahmen wird es auf dem FSV-Gelände nicht geben, bestätigt Karl-Heinz Kunz: „Natürlich ist der Virus auch in unserem Verein Thema. Aber uns sind da ein Stück weit die Hände gebunden. Oder sollen wir etwa vor der Partie das gesamte Vereinsgelände desinfizieren, und hinterher dann wieder?“ Weißenbrunns Spielleiter betont, dass ihm weder im Ort, noch im Verein ein positiver Corona-Fall bekannt sei. Nach dem Abschlusstraining am Donnerstag wird sich die Weißenbrunner Vorstandschaft mit der Mannschaft zusammensetzen und austauschen, auch mögliche Urlaubsreisen der Spieler in der jüngsten Vergangenheit sollen dabei angesprochen werden.

Ähnlich handhabt es auch der Kreisligist TSV 04 Feucht. „Wir werden uns mit der Vorstandschaft zusammensetzen und die weitere Vorgehensweise besprechen“, bestätigt Teammanager Martin Grünbeck. Der TSV nimmt seine Verantwortung ernst und behandelt im Verein wichtige, hygienische Thematiken. „In die Armbeuge niesen, Händeschütteln vermeiden – das sind Sachen, die wir unseren Mitgliedern schon mit auf den Weg geben“, sagt Grünbeck. Im Trainingslager in Tschechien wurde außerdem drauf geachtet, „dass jeder Spieler seine eigene Trinkflsche hat.“

Die Epidemie wird den Landkreis inklusive seines Sportangebots auch künftig beschäftigen. Umso wichtiger ist es, dass jeder seinen Beitrag zur Eindämmung leistet. Und seien es nur personalisierte Trinkflaschen.

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