Burgthanner Gemeindederby

„Unsere Chance ist, dass wir keine haben“

Gegen die SG Stöckelsberg/Oberölsbach (1:2) musste Burgthanns Trainer und Torhüter Michael Lauth zweimal hinter sich greifen. Ob er seinen Kasten am Sonntagnachmittag gegen den FSV Oberferrieden sauber halten kann? | Foto: Daniel Frasch2021/10/TSV-Burgthann-NEU-Michael-Lauth-Gegentor-scaled.jpg

Spiel der Woche: Der schwächelnde TSV Burgthann empfängt den Spitzenreiter aus Oberferrieden zum Derby.
 Während FSV-Spielertrainer Martin Wießler die Favoritenrolle annimmt, hofft TSV-Trainer Michael Lauth auf eine „faustdicke Überraschung“.

Die Vorzeichen des Derbys zwischen dem TSV Burgthann und dem FSV Oberferrieden kommenden Sonntag (15 Uhr) könnten unterschiedlicher kaum sein: Während der TSV nach fünf Niederlagen in Folge mit zwölf Zählern auf Tabellenplatz neun abgerutscht ist, thront der FSV mit 29 Punkten weiterhin an der Tabellenspitze. Dazu hat Oberferriedens erfolgreichster Torschütze Tobias Haas alleine genauso viele Treffer (13) erzielt wie die gesamte Burgthanner Mannschaft.

Dass die Favoritenrolle klar verteilt ist, weiß auch Oberferriedens Spielertrainer Martin Wießler.Natürlich sind wir auf dem Papier der klare Favorit, keine Frage. Nur hat das noch lange nichts zu heißen“, will der 32-Jährige nichts von einer klaren Angelegenheit wissen. „Es ist ein Derby, und das hat seine eigenen Gesetze. Die zweiwöchige Spielpause hat uns gut getan, aber trotzdem fehlen uns einige wichtige Spieler im Derby – unter anderem Felix Wiesand und Louis Bloß“, gibt Wießler zu bedenken. Der Spielertrainer selbst will gegen den TSV Burgthann trotz Beschwerden „unbedingt auflaufen“, wie er beteuert.

Von Personalsorgen kann jedoch auch Burgthanns Trainer Michael Lauth ein Lied singen. Neben zwei, drei angeschlagenen Spielern erreichte Lauth vor wenigen Tagen eine weitere Hiobsbotschaft: Kapitän Tobias Müller verletzte sich am Knie, bei der eingehenden Untersuchung wurde nicht nur eine Meniskusverletzung diagnostiziert, sondern auch ein Schaden am Kreuzband.Das ist natürlich bitter. Es ist momentan auch fraglich, ob er überhaupt wieder auf den Platz zurückkehren wird“, sagt Lauth über die schwere Verletzung seines Antreibers. Auch für Burgthanns Trainer, der Sonntagnachmittag selbst wieder zwischen den Pfosten stehen und seine Mannschaft lautstark von hinten heraus dirigieren wird, ist die Ausgangslage eindeutig. „Unsere einzige Chance ist, dass wir keine haben. Wir sind in der Partie der klare Underdog, jeder denkt, dass uns Oberferrieden abschießen wird. Aber vielleicht liegt gerade darin unsere Chance“, hofft Lauth auf den Derby-Effekt, um am Ende eventuell doch für eine „faustdicke Überraschung“ sorgen zu können.

Lauths realistische Einschätzung

Ohnehin zeigt sich der 42-Jährige mit den bisherigen Leistungen seiner Mannschaft zufrieden. „In Anbetracht der spielerischen Qualität, die wir haben, sind die zwölf Punkte in Ordnung, auch wenn wir jetzt fünfmal hintereinander verloren haben. Beim 0:1 in Ezelsdorf vergangene Woche haben wir ein ordentliches Spiel gemacht, nur einen langen Ball haben wir nicht gut verteidigt – das war’s“, stellt Lauth klar. Auch gegen die offensivstarken Gäste aus Oberferrieden wird Lauths Elf ihren Fokus auf eine kompakte Defensive legen und versuchen, den FSV, so gut es geht, in den Griff zu bekommen.

Wie gut das dem TSV Burgthann gelingen kann, zeigte die Partie gegen den TSV Winkelhaid II (1:2) vor zwei Wochen. Obwohl die Gäste mit drei Spielern aus der Ersten Mannschaft (unter anderem Stürmer Rico Neubert) angetreten waren, hielt die Lauth-Truppe gut dagegen und war auf Augenhöhe. Live vor Ort war damals auch Oberferriedens Spielertrainer Martin Wießler, der dem TSV ebenfalls eine gute Leistung bescheinigt. „Wenn die Partie noch zehn Minuten länger gedauert hätte, hätte Burgthann noch den Ausgleich erzielt.“ Wießler und sein FSV Oberferrieden sind also vorgewarnt und wissen, dass unter Umständen Geduld gefordert sein wird. „Aber wir brauchen keine Angst zu haben, wir sind der klare Favorit und müssen das eben jetzt beweisen“, fordert Oberferriedens Spielertrainer eine engagierte Leistung seiner Jungs.

Auf zahlreiche Unterstützung am Seitenrand können beide Vereine zählen, die Gäste haben extra das Spiel ihrer Zweiten Mannschaft auf 12 Uhr vorverlegt, so dass die Reserve im Anschluss geschlossen an die Mimberger Straße fahren und ihre Kollegen anpeitschen kann.

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