Bezirksliga Nord

Sensation in der Scherau

Hinten muss die Null stehen, und vorne hilft der liebe Gott: So gingen Dominik Distler und seine Diepersdorfer den Kick gegen die favorisierten Laufer an – und hatten damit Erfolg. | Foto: Vogt2018/10/SpVgg-Diepersdorf-SK-Lauf_2.jpg

PEGNITZGRUND – Derbys und die SpVgg Diepersdorfs – das war bislang in dieser Saison keine Erfolgsgeschichte. Gegen die Pegnitzgrund-Teams Schwaig, Hersbruck und Hüttenbach setzte es teilweise katastrophale Niederlagen. Seit dem Wochenende ist diese Negativserie aber beendet. Mit dem überraschenden Sieg gegen den favorisierten SK Lauf können die Scherau-Kicker wenigstens einen Erfolg in einem Nachbarschaftsduell in der Hinrunde verbuchen. Ein ähnlicher Erfolg gelang derweil auch dem SV Schwaig in Hersbruck. Spitzenreiter bleibt durch seinen neunten Sieg in Folge ganz vorne. Im Spitzenpiel setzte sich die SpVgg Hüttenbach gegen den FSV Stadeln mit 31 durch.

SpVgg Diepersdorf – SK Lauf 3:0 (1:0) – Mal wieder Derby-Zeit in der Scherau. Zu Gast an diesem sonnigen Oktober-Tag war der SK Lauf. Die Siegesserie der Gäste war in der Vorwoche gegen Türkspor Nürnberg gerissen und damit standen sie vor Spielbeginn auf Platz 11 der Bezirksliga-Tabelle. Die SpVgg Diepersdorf kämpft sich dagegen mit massiver Personalnot und Verletzungssorgen durch die bisherige Saison. War man mit voll besetztem Kader noch mit zwei Siegen in die Saison gestartet, traf es die Mannschaft knüppeldick. Jeder Punkt ist wichtig in der Hinrunde, um dann in der Rückrunde, hoffentlich wieder mit gesunden Spielern, die Mission Klassenerhalt weiterzuverfolgen.

Der Plan der SpVgg Diepersdorf war in der ersten Viertelstunde klar erkennbar. Hinten muss die Null stehen und nach vorne muss man sich auf Konter verlassen. Der SK Lauf war tonangebend, konnte sich aber nichts zählbares erarbeiten. Anders die Scherauer. Der erste gelungene Konter über Dominik Distler auf der linken Seite führte zu einem eindeutigen Foulelfmeter, den Tobias Beß in der 21. Minute sicher zur 1:0-Führung verwandelte. Dem SK Lauf merkte man den Gegentreffer an, der Sturmlauf ließ etwas nach. Die größte Chance vereitelten Reuß und Dillinger gemeinsam gegen den enteilten Hofmann. Mit der 1:0-Führung der Gastgeber ging es in die Pause.

Die erste Viertelstunde der zweiten Halbzeit brachte wenig sehenswertes für die etwas über 200 Zuschauer. Erst nach 60 Minuten hatte der SK Lauf eine richtige Torchance. Eine passgenaue Flanke auf Hofmann sorgte bei den Gästen schon für vereinzelte Tor-Schreie, sein Kopfball aus drei Metern ging aber neben das Tor. In der 68. Minute foulte Macher in der Verteidigung und sah aufgrund wiederholtem Foulspiels folgerichtig die Gelb-Rote Karte. Die SpVgg Diepersdorf blieb unbeeindruckt und änderte ihren Plan nicht. In der 74. Minute bekam man nach einer guten Kombination einen Freistoß zentral 20 Meter vor dem Tor. Während die Laufer noch diskutierten erkannte Trainer Wolf, dass der Ball nicht gesperrt war und schob gegen die völlig konstatierten Gäste zum 2:0 ein. Die Laufer lösten die Verteidigung nun nahezu komplett auf, worauf in der 85. Minute der eingewechselte Treml Profit schlagen konnte. Er spekulierte im richtigen Moment, umkurvte den Torhüter und schoss zum 3:0-Endstand ein.

 

Hersbrucks Verteidiger Philipp Bauerfeld (rechts) kommt zu spät, doch der Schuss des frei stehenden Schwaigers Sebastian Riese im Sechzehner streicht am langen Pfosten vorbei. | Foto: J. Ruppert2018/10/IMG_8412.jpeg

FC Hersbruck – SV Schwaig 1:4 (1:1) – Die Gastgeber fanden den besseren Einstieg in die Partie und verzeichneten ein Plus an Spielanteilen auf ihrer Seite. Es gelang auch schon frühzeitig, dies in zählbaren Erfolg umzumünzen. Aus einer Freistoßflanke an den Fünfmeterraum resultierte ein unübersichtliches Getümmel, A. Brüx erfasste die Situation am schnellsten und bugsierte den Ball zum Führungstreffer über die Linie. In der Folgezeit hatten die Gastgeber das Geschehen unter Kontrolle und auch die gefährlicheren Offensivaktionen gingen vom FC aus. Nach einer sehenswerten Kombination über den rechten Flügel legte Brüx auf für Kreuzer, der jedoch von der Strafraumgrenze den Ball über das Gehäuse jagte. Schwaig konnte im gesamten ersten Durchgang eigentlich das Tor von Bauernfeind nicht gefährden. Dennoch resultierte aus einer Standardsituation aus dem Halbfeld der überraschende Ausgleich. Marciano kam unbehelligt im Strafraum zum Kopfball und der Ball kullerte ins lange Eck zum 1:1. Hersbruck hätte mit der ersten nennenswerten Angriffsaktion in der zweiten Halbzeit wieder in Führung gehen müssen. Aber in wirklich aussichtsreichster Schussposition schaffte man es wieder nicht, den Ball im Tor unterzubringen.

Bereits kurze Zeit später nahm das Unheil seinen Lauf. Zunächst verwandelte Weber einen Handelfmeter zur Gästeführung und nur zwei Zeigerumdrehungen später nutzte der Schwaiger Goalgetter die entstandene Unordnung in der Hersbrucker Hintermannschaft, um diese sogar noch auszubauen. Mit diesem 3:1 im Rücken hatten die Gäste alle Trümpfe in ihrer Hand. Das Konzept des Spitzenreiters, mit einer stabilen und konzentrierten Defensivarbeit sowie gelegentlichen Kontern und Standardsituationen erfolgreich zu sein, ging voll auf. Auch wenn man den Hersbruckern das Bemühen nicht absprechen konnte, ernsthaft in Gefahr geriet der Schwaiger Auswärtssieg nicht mehr. Vielmehr gelang dem eingewechselten Waldmann nach unkonzentriertem Ballverlust im Spielaufbau des FC noch das 1:4 zum Endstand.

Tore: 1:0 Alexander Brüx (8.), 1:1 Marco Marciano (42.), 1:2 Christoph Weber (52., HE), 1:3 Christoph Weber (54.), 1:4 Fabian Waldmann (79.); SR: Dresel (SV Wolfsberg).
FCH: Bauernfeind, Hermann (83. Julian Schneider), Bongers, Brüx (74. Kara), Mertel, Maas (83. Leitenbacher), Bauerfeld, Kreuzer, Ascher, Karnoll, Schimpfhauser.

SpVgg Hüttenbach – FSV Stadeln 3:1 (3:0) — Auch im Spitzenspiel der Bezirksliga Nord geht die Spielvereinigung Hüttenbach als Sieger vom Platz und schiebt sich zwischenzeitlich auf den zweiten Tabellenplatz. Hüttenbach war um eine sichere Defensive bemüht und setzte immer wieder Nadelstiche. Das 1:0 besorgte wieder einmal Goalgetter Matthias Gruner. Nach einem Foul im Strafraum legte sich Hüttenbachs Nummer 9 die Kugel aus elf Metern zurecht und verwandelte. Nur fünf Minuten nach dem 1:0 legte Elterlein das 2:0 per direkt verwandeltem Freistoß nach. Stadeln wurde anschließend zu ungeduldig und prallte ein ums andere Mal an dem Abwehrbollwerk der Platzherren ab. Die Rückwärtsbewegung wurde dabei vernachlässigt und so fingen sich die Gäste noch vor dem Pausenpfiff das 3:0 durch Schramm, der im Eins-gegen-Eins Gästekeeper Lenhart überlistete. Im zweiten Durchgang war fast ausschließlich Stadeln am Drücker, der Anschlusstreffer gegen eine diszipliniert verteidigende Spielvereinigung kam jedoch zu spät. Am Ende verlor der FSV auch noch die Nerven und beendete das Spiel nur noch mit neun Mann. Wegen wiederholtem Foulspiel und Meckern mussten Reischl und Hering das Spielfeld vorzeitig verlassen.
Tore: 1:0 (25./FE) M. Gruner; 2:0 (30.) Elterlein; 3:0 (40.) Schrmm; 3:1 (78.) Reischl. Gelb/Rote Karten: 76. Hering (FSV) wg. Meckern; 88. Reischl (FSV) wg. wiederholtem Foulspiel. SR: Jonas Lux. Zuschauer: 200.

N-Land N-Land Redaktion
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