Acht Punkte Vorsprung nach der Hinrunde

Feuchter Machtdemonstration

Der Feuchter Herbstmeister-Trainer Florian Schlicker. | Foto: Zink2019/10/fsv-stadeln-_-sc-feucht-1-1.jpg

In Unterzahl schlägt der SC Feucht im Topspiel Verfolger Stadeln deutlich mit 3:0. Marco Weber erzielt Doppelpack. Toptorjäger Stephan König sieht Rot.

Feucht – Es wurde eine klare Angelegenheit: Der SC Feucht setzte im Spitzenspiel der Landesliga Nord-Ost ein Ausrufezeichen und schlug den Verfolger FSV Stadeln auf dessen Platz ebenso deutlich wie verdient mit 3:0. Den Titel der Herbstmeisterschaft feiern die Zeidler folglich mit acht Punkten Vorsprung vor dem SC Schwabach 04, der Favoritenrolle wurden sie in den ersten 17 Partien mehr als gerecht.

Um kurz nach 16 Uhr gönnte sich das Feuchter Trainer-Duo Florian Schlicker und Adriano Milano in der wunderbaren Herbstsonne bei angenehmen 21 Grad am Kronacher Waldsportplatz ein kühles Bier. Es war ihre Art, den kurz zuvor errungenen Derby-Sieg beim Zweitplatzierten zu feiern. Der viel deutlicher aus, als es im Vorfeld zu erwarten war. Vollmundig hatte Stadelns Trainer Manfred Dedaj unter der Woche angekündigt, „das Spiel gewinnen zu wollen und deshalb auch offensiv zu spielen.

Feucht übernimmt die Kontrolle

Allein seine Mannschaft ließ den Worten ihres Trainers keine Taten folgen. Der Beweis: Feuchts Torhüter Andreas Sponsel musste den ersten Ball in der 87. Spielminute parieren. „Das sagt schon einiges aus“, kommentierte Feuchts Trainer Florian Schlicker diesen Fakt.

Von Beginn an kontrollierte seine Mannschaft das Spiel, jedoch ohne sich dabei klare Torgelegenheiten zu erspielen. Die größte ließ Patrick Tekeser liegen, als er nach einem Querpass aus kurzer Distanz verzog (30.). Sieben Minuten später durften die Feuchter Jungs dann doch jubeln: Nach einer herrlichen Flanke von Tim Ruhrseitz stieg Abwehrspieler Yasin Kaya am höchsten und köpfte den Ball unhaltbar ins Stadelner Tor (37.) Nur zehn Minuten später dann erneut Freude unter den zahlreich mitgereisten Feuchter Anhängern. Nach einem Foul im Strafraum an Stephan König trat Marco Weber vom Punkt an und verwandelte den Strafstoß souverän links unten zur 2:0-Pausenführung (46.).

Zäher Beginn der zweiten Hälfte

Wer zu Wiederanpfiff nun anrennende Stadelner erwartete, sah sich getäuscht. Mit Ausnahme eines Kopfballs über die Latte ließen die Zeidler in Fürth so gut wie nichts zu. Einziger Wermutstropfen aus Feuchter Sicht war der Platzverweis für Toptorjäger Stephan König. Nach einer Abseitssituation riss Feuchts Angreifer sein Bein nach oben und traf Stadelns Torhüter Marcel Lenhart mit offener Sohle im Bauch. Schiedsrichter Dominik Fober zog glatt Rot und schickte König vom Feld (55.).

Ich bin der Meinung, die rote Karte muss er nicht geben“, kommentierte Trainer Schlicker die Szene, wohlwissend, die nächsten Wochen auf seinen gefährlichsten Angreifer verzichten zu müssen. Am Verlauf der Partie änderte jedoch auch die Feuchter Unterzahl nichts. Auch mit einem Mann weniger kontrollierte der Spitzenreiter die Partie nach Belieben und hielt den FSV vom eigenen Tor fern. „Wie die Jungs nach der roten Karte gearbeitet und mit extremen Willen und Laufbereitschaft dagegengehalten haben, war schon ganz großes Kino“, lobte Schlicker seine Mannschaft.

Webers Doppelpack

Den Schlusspunkt der Partei setzte erneut Mittelfeldspieler Marco Weber. Mit einem langen Bein spitzelte er den Ball am heraus geeilten Stadelner Torhüter vorbei, vom Innenpfosten aus prallte die Kugel ab und trudelte hinter die Linie. „Er hat sich endlich mal für seinen enormen Aufwand, den er betreibt, belohnt“, freute sich Schlicker für den Neuzugang der DJK Ammerthal. Spätestens jetzt war Stadelns Wille gebrochen, fortan waren die Hausherren mehr damit beschäftigt, sich über den Schiedsrichter zu beschweren, anstatt sich auf die eigene Leistung zu konzentrieren. Die zwei Möglichkeiten, die ihnen die Feuchter Hintermannschaft kurz vor Ende dann doch noch gewährte, ließen die Hausherren ungenutzt. Erst scheiterten sie per Kopfball an der Latte, dann drosch der Ex-Feuchter Markus Bauer die Kugel vom Elfmeterpunkt aus in der Nachspielzeit an den Querbalken.

Fast perfekte Hinrunde

So blieb es beim 3:0, ein auch in der Höhe verdienter Auswärtssieg des SC Feucht. Ein rundum gelungener Abschluss einer Hinrunde, die für den SC Feucht viel besser nicht hätte laufen können. „Wir haben eine sehr gute Hinrunde gespielt. Mit Ausnahme der Partie gegen Erlangen-Bruck haben wir auf hohem Niveau kontinuierlich unsere Leistung abgerufen. Da kann ich nur meinen Hut ziehen. Wenn jemand vorher gesagt hätte, dass die Hinrunde für uns so läuft, hätte ich sofort unterschrieben“, bilanzierte der Feuchter Coach zufrieden.

FSV Stadeln: Marcel Lenhart, Aljoscha Schnierstein, Tim Reischl, Max Hering, Kevin Kreuzer, Pascal Worst, Sven Reischl (78. Thilo Abudo), Niklas Schüßler, Markus Bauer, Angelo Walthier, Tim Paschek (57. Gerhard Strobel)

SC Feucht: Andreas Sponsel, Yasin Kaya (70. Felix Spielbühler), Nicolae Oltean, Michael Kammermeyer, Fabian Klose, Patrick Tekeser, Junior Betsi Mbetssi, Tim Ruhrseitz, Maximilian Höhenberger, Marco Weber (87. Philipp Spießl), Stephan König

Schiedsrichter: Dominik Fober (Herrieden)

Zuschauer: 600

Tore: 0:1 Yasin Kaya (37.), 0:2 Marco Weber (45. + 2 Foulelfmeter), 0:3 Marco Weber (78.) Rot: Stephan König (55./ SC Feucht/grobes Foulspiel). Besondere Vorkommnisse: Markus Bauer (FSV Stadeln) schießt Handelfmeter an die Unterkante der Latte (90. + 3).

N-Land Daniel Frasch
Daniel Frasch