SC verspielt Sieg gegen SpVgg Jahn Forchheim

Feuchter Frühschoppen-Frust

Hier war die Feuchter Welt noch in Ordnung. Doch der Schein trügt: Nicht Tim Ruhrseitz (vorne) ist der Torschütze zur 1:0-Führung, sondern Noah Mengi (im Hintergrund). Der 19-Jährige offensive Mittelfeldspieler profitierte einmal mehr von der Vorarbeit seines Mitspielers und brachte die Feuchter kurz vor der dem Halbzeitpfiff mit 1:0 in Front. | Foto: Frasch2019/10/sc-feucht-_-spvgg-jahn-forchheim.jpg

FEUCHT – Gegen die SpVgg Jahn Forchheim reicht es für den SC Feucht trotz guter Möglichkeiten nur zum 1:1. Trainer Florian Schlicker lobt die Einstellung. 

Zu ungewohnter Uhrzeit pilgerten Sonntagvormittag rund 200 Zuschauer ins Feuchter Waldstadion. Der 1. SC Feucht, der seine Heimspiele normalerweise Freitagabend austrägt, hatte zum Frühshoppen-Spiel die SpVgg Jahn Forchheim zu Gast. Nach der ersten Saisonniederlage vergangenes Wochenende in Erlangen-Bruck (1:2) verpasste die Truppe von Trainer Florian Schlicker auch gegen den Bayernliga-Absteiger, drei Punkte einzufahren. Nach hart umkämpften 90 Minuten stand ein 1:1.

Furioser Beginn der Hausherren

Dabei begannen die Hausherren sehr engagiert und legten ein hohes Tempo vor. Bereits in der dritten Spielminute hätten die Gastgeber in Führung gehen müssen, doch Noah Mengi rutschte weg und verzog nach herrlicher Vorarbeit von Tim Ruhrseitz freistehend aus kurzer Distanz. Nicht die letzte Chance, die sich dieses Duo erspielen sollte.

Gekrönt wurde die Zusammenarbeit der schnellen Offensivspieler schließlich kurz vor dem Pausenpfiff: Ruhrseitz spielte den Ball klug hinter die Forchheimer Abwehrreihe, Mengi tauchte alleine vor Jahn-Torhüter Axel Hofmann auf. Diesmal behielt der 19-Jährige die Nerven und schob den Ball zur Führung ins linke Eck (43.).

Durchgang eins ging klar an den SC Feucht, ein ums andere Mal kombinierten sich die Zeidler vor allem über die linke Seite bis zur Grundlinie durch. Was fehlte war die Konsequenz im Abschluss und die Genauigkeit im finalen Pass. „Die erste Hälfte war richtig gut von uns. Wir hatten viel Tempo im Spiel und haben uns viele sehr gute Möglichkeiten erspielt. Da hätten wir zwei oder drei Tore machen müssen“, bestätigte auch Feuchts Trainer Florian Schlicker die starke Leistung seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten.

Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Felix Spielbühler. Das Feuchter Eigengewächs bekam im Mittelfeld einen Schlag in die Kniekehle und musste nach kurzer Behandlungspause schmerzverzerrt in die Kabine. „Hoffentlich nichts Ernstes“, kommentierte Schlicker, der mit Maximilian Höhenberger und Julian Schäf bereits auf zwei Stammspieler verzichten musste.

Forchheim wacht auf

Ein ganz anderes Bild bot sich den Zuschauern dann in Durchgang zwei. Die Pausenansprache von Forchheims Co-Trainer Erkan Esen („Ich habe meinen Jungs gesagt, solange es nur 0:1 steht, ist hier noch alles drin.“) trug offensichtlich Früchte. Die Gäste waren plötzlich nicht nur griffiger und aggressiver im Zweikampf, auch spielerisch übernahm der Bayernliga-Absteiger mehr Verantwortung und führte die Partie von nun an auf Augenhöhe. Die Hausherren ihrerseits blieben zwar über Konter gefährlich, doch wie bereits in Hälfte eins verpassten sie es, Kapital aus den zahlreichen Möglichkeiten zu schlagen.

In der 81. Spielminute kam dann, was kommen musste: Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld war Forchheims Angreifer Muhammed Abubakar zur Stelle und erzielte mit seinem siebten Saisontreffer den 1:1-Endstand.

„Wenn die Forchheimer in der zweiten Halbzeit drei oder vier Tore kriegen, dürfen sie sich nicht beschweren“, kritisierte Schlicker die fehlende Konsequenz im Torabschluss und ergänzte: „Momentan sind wir in der Offensive nicht so griffig, um die Spiele vorzeitig zu entscheiden. Hinten kann so ein Ball natürlich immer mal durchrutschen.“

Positiv bewertete der Zeidler-Coach hingegen die Einstellung seiner Spieler. Anders als noch gegen Baiersdorf (3:0) und Erlangen-Bruck (1:2) zeigte sich der 38-Jährige zufrieden mit der Bereitschaft seiner Elf. „Es war eine sehr engagierte Leistung von uns. Wir haben viele Kilometer gefressen und mit unseren Tiefenläufen den Gegner immer wieder vor Probleme gestellt.“

Das Topspiel vor Augen

Eine gute Basis, um seine Truppe auf das bevorstehende Topspiel vorzubereiten. Am Samstag (14 Uhr) gastiert der Spitzenreiter aus Feucht beim Zweitplatzierten FSV Stadeln. „Wir freuen uns auf das Topspiel in Stadeln. Es wird ein Highlight. Wir werden uns fokussieren und uns einen Plan zurechtlegen, um dort ein gutes Spiel abzuliefern“, versichert Schlicker vor dem Landesliga-Hit.

1. SC Feucht: Andreas Sponsel – Nicolae Oltean, Michael Kammermeyer, Yasin Kaya, Fabian Klose, Junior Betsi Mbetssi, Tim Ruhrseitz, Noah Mengi (80. Joshua Wisdom), Felix Spielbühler (40. Patrick Tekeser), Marco Weber (87. Philipp Spießl), Stephan König

SpVgg Jahn Forchheim: Axel Hofmann, Mathias Rupp, Christopher Lee, Christian Städtler, Johannes Petschner, Fabian Hofmann (55. Muhammed Abubakar), Firat Güngör, Drazen Misic (60. Philipp Nagengast), Timo Noppenberger, Fabian Schwab, Patrick Hoffmann (73. Timo Goldammer)

Schiedsrichter: Hannes Hemrich (Urspringen)
Zuschauer: 200
Tore: 1:0 Noah Mengi (44.), 1:1 Muhammed Abubakar (81.)

N-Land Daniel Frasch
Daniel Frasch