2:2 beim FC Amberg

Feuchter ärgern den Ex-Regionalligisten

Ein ehemaliger Feuchter gegen einen aktuellen SCler: Kevin Kühnlein (links) im Duell mit Nico Wessner. | Foto: Andreas Brückmann2017/04/fcambergscfeucht.jpg

AMBERG/FEUCHT – Strohfeuer oder Trendwende? Das war die große Frage beim 1. SC Feucht vor dem Auswärtsspiel beim FC Amberg. Würde es den Zeidler-Kickern gelingen, ihren Befreiungsschlag gegen den Würzburger FV (2:0) in der Oberpfalz zu vergolden, oder müssten sie nicht eher damit rechnen, beim Regionalliga-Absteiger wieder einen Dämpfer im Abstiegskampf zu kassieren? Die Antwort fiel am Gründonnerstagabend eindeutig aus: Der Sportclub hat sich offensichtlich gefangen und kann nun mit dem verdienten 2:2 (1:1)-Erfolg im Rücken selbstbewusst ins Kellerduell am Ostermontag daheim gegen den SV Erlenbach starten.

Die Ausgangslage: Das 2:0 gegen Würzburg vom letzten Freitag hatte den Feuchtern neues Leben eingehaucht. Dumm nur, dass Trainer Klaus Mösle unter der Woche erneut mit heftigen Personalproblemen zu kämpfen hatte. So musste er mal wieder auf Stoßstürmer Michael Eckert (Oberschenkelzerrung) verzichten und Kapitän Matthias Heckenberger fällt mit einem Muskelbündelriss voraussichtlich sogar die komplette Restsaison aus (Der Bote berichtete). Dafür konnte überraschenderweise Stephan König trotz Knieproblemen auflaufen und Johannes Pex, den eine Nierenquetschung über Monate Schachmatt gesetzt hatte, durfte in Amberg, das in diesem Jahr übrigens noch kein Spiel verloren hatte, sein langersehntes Comeback geben. Mit Erfolg.

Die erste Halbzeit: Ging so los, dass Mösles Puls bereits nach fünf Minuten auf 180 war. Nach einer Ecke flog der Ball an den ersten Pfosten, wo ihn ein Amberger ungestört verlängern durfte, dann wurde die Kugel zurück in die Mitte gepasst, wo Julian Ceesay lauerte und unbedrängt zum 1:0 für die Hausherren einschob. Feuchts Trainer hatte seine Schützlinge zwar zuvor eindringlich vor den gefährlichen Amberger Standards gewarnt, aber offensichtlich vergebens. Das frühe Gegentor brachte die Feuchter sichtlich aus dem Konzept. So dauerte es bis zur Mitte des ersten Durchgangs dauerte, bis sie selbst die Initiative ergriffen. Dann aber mit durchschlagendem Erfolg. Nachdem SC-Keeper Andreas Sponsel (siehe auch Szene des Spiels) sein Team mit drei Glanzparaden am Stück im Spiel gehalten hatte, schalteten die Feuchter endlich in den Vorwärtsgang und belohnten sich in der 37. Minute mit einem fast lehrbuchmäßigen Angriff. Nico Wessner, der diesmal als einzige Spitze agierte, tankte sich durch zur Grundlinie, passte von dort zurück in den Strafraum und Stephan König brauchte den Ball nur noch in die Maschen zu dreschen – 1:1. Auch danach war der SC spielerisch überlegen, verpasste es aber seine Führung bis zum Halbzeitpfiff noch weiter auszubauen.

Die zweite Halbzeit: Begann aus Feuchter Sicht mit dem schlichten Motto: Einfach weiter so. Der SC presste, Amberg taumelte und fing sich dann in der 52. Minute das 1:2. Dem Tor war zuvor eine schöne Kombination über Felix Spielbühler und Johannes Pex vorausgegangen, bis der Ball dann bei Nico Wessner landete, der nicht lang fackelte und nur einen Augenblick später seinen zweiten Treffer im zweiten Spiel in Serie feiern konnte. Die Amberger, immerhin als klarer Favorit in die Partie gegangen, stürmten nun wild an, strahlten dabei aber keine Gefahr aus. Und so benötigten sie schon eine Patzer der Gäste, um am Ende wenigstens einen Punkt im eigenen Stadion behalten zu können. In der 80. Minute wollte der SC einen  harmlosen Ball klären, der kam aber postwendend zurück und erwischte die Feuchter Abwehr völlig unsortiert. Aus dem Halbfeld landete die Kugel bei Ambergs Sven Seitz, der kurz vorlegte und dann trocken zum 2:2 abschloss. Wenig später hatte der SC noch einmal die Möglichkeit zum 3:2, aber Oscar Ortiz schoss den Ball volley knapp über die Latte.

Die Szene des Spiels: War eindeutig der gehaltene Elfmeter im ersten Durchgang beim Stand von 1:0 für die Hausherren. Feuchts Innenverteidiger Alex Nikopoulos hatte seinen Gegenspieler einen Tick zu auffällig am Trikot gehalten, so dass Schiedsrichter Roman Potemkin keine andere Wahl blieb, als auf Strafstoß für Amberg zu entscheiden. FCA-Stürmer Marco Wiedmann trat an, aber Sponsel blieb lange stehen und fischte die Kugel aus dem linken unteren Eck. Eine weitere Glanztat, denn ob die Feuchter nach einem 0:2-Rückstand noch einmal zurückgekommen wären, ist mehr als fraglich.

Stimmen zum Spiel: „Wir haben sehr strukturiert gespielt und die Jungs haben gesehen, dass das, was wir vorher besprechen, auch funktioniert. Besonders gefreut hat es mich für Johannes Pex, der ein starkes Comeback gegeben hat. Jetzt können wir selbstbewusst in die wichtige Partie gegen den SV Erlenbach am Ostermontag gehen.“ (SC-Trainer Klaus Mösle)

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann