VfB Eichstätt – 1. SC Feucht 1:1 – Umstrittene Schiri-Entscheidung

Feucht war näher am Sieg

Sebastian Schulik im Duell mit Lucas Schraufstetter. | Foto: Meier2016/03/feucht1.jpg

EICHSTÄTT/FEUCHT  – Mit einem 1:1-Unentschieden beim VfB Eichstätt ist der 1. SC Feucht am Dienstagabend heimgekehrt. Der eine Punkt hilft dem Aufsteiger in die Bayernliga Nord auf dem Weg zum Klassenerhalt wieder ein Stück weiter. Die Gäste gingen früh durch ein wunderschönes Kopfballtor von Noah Tiefel mit 1:0 in Führung (9.). Mit der ersten Halbzeit glichen die Oberbayern durch Lucas Schraufstetter zum 1:1 aus (25.). Unter dem Strich war es ein gerechtes Resultat, wenngleich Feucht dem Sieg näher war und ihnen ein vermeintlich korrektes Tor nach einer halben Stunde aberkannt wurde.

Diese beiden Teams standen sich erst einmal in der Vereinsgeschichte in einem Pflichtspiel gegenüber. In der Vorrunde gewann Eichstätt in Feucht mit 2:1 durch Tore von Benjamin Schmidramsl (7.) und Florian Grau (24.). Den Ehrentreffer erzielte Feuchts Torjäger Sebastian Schulik (62.). Ein besonderes Spiel war es für Maximilian Zischler, der bis Dieses Mal klappte es mit dem ersten Punktgewinn gegen Eichstätt, bei dem ersten Verein aus Oberbayern, der in der Nordgruppe mitspielt, seit dieses Ligasystem eingeführt wurde. Der VfB spielte bisher in der Bayernliga Süd.

Auf einem sehr schlecht bespielbaren Platz weil sehr uneben – das Spielfeld war im Gegensatz zu beiden Mannschaften nicht Bayernliga-tauglich – begannen die Gäste etwas engagierter, denen die erste Viertelstunde gehörte. Die erste Chance führte auch gleich zur Feuchter Führung. Sebastian Schulik bereitete über rechts vor, als er drei Mann aussteigen ließ und dann über die Innenverteidiger hinweg auf den langen Pfosten flankte. Da rauschte von hinten Noah Tiefel heran und der Blondschopf traf mit einem herrlichen Kopfball zum 1:0 (9.).

Tormann aus dem Kasten

Die Gastgeber entwickelten sich nun besser, aber es gab noch zwei bedeutsame Szenen für den SC. Zuerst köpfte der Ex-Eichstätter Maximilian Zischler den Ball an die Latte (siehe Foto) (19.). Bei dieser Aktion war VfB-Keeper Jonas Herter schon geschlagen. Der stand noch einmal nach einer guten halben Stunde im Mittelpunkt. Da brachte Jonas Marx einen Freistoß von der rechten Seite gut 20 Meter hinter der Mittellinie in den Strafraum. Der Ball war gut, kam außerhalb des Fünf-Meter-Raumes runter. Zischler war vor Ort mit dem Rücken zum Tor. Tormann Herter kam aus seinem Kasten und wollten den Ball wegfausten. Doch der hatte sich verschätzt und so rutschte ihm die Kugel über die Fäuste und schlug im Tor ein. Der Schiedsrichter entschied auf Foulspiel am Torwart und das außerhalb des Torraumes. Eine Entscheidung, die im Feuchter Lager nicht nachvollziehbar war (31.).

VfB-Torwart Herter kann es nicht fassen: Der Ball geht ins Tor.
VfB-Torwart Herter kann es nicht fassen: Der Ball geht ins Tor. | Foto: Meier2016/03/feucht.jpg

Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 1:1, es wäre also die erneute Gästeführung gewesen. Eichstätt hatte den Ausgleich erzielt, als Lucas Schraufstetter, im Winter vom FC Eintracht Bamberg zurückgekehrt, nach einem Doppelpass mit Athledon Lushi auf einmal freie Bahn hatte und aus 14 Metern für Keeper Kevin Schmidt unhaltbar einschießen konnte (31.).

Zur zweiten Halbzeit kam der Syrer Mohamed Shamoot zum Einsatz, der das Spiel der Gäste belebte. Zunächst aber versuchten die Gastgeber die Partie an sich zu reißen. Eichstätt war zwar zunächst leicht überlegen, konnte sich aber so gut wie nicht entscheidend durchsetzen. Das war nach einem Freistoß für Feucht der Fall. Den Ball legte sich Shamoot 22 Meter vor dem Tor zurecht (65.). Feuchts Coach Klaus Mösle war überzeugt: „Das wird sein erstes Tor.“ Doch der Ball wurde abgefangen und so lief der Konter mit Drei gegen Zwei, den die Hausherren aber nicht sauber zu Ende spielten.

Ansonsten blieben die Hausherren, die allerdings kämpften ungefährlich. Vielmehr hatte Feucht in der Schlussviertelstunde mehr vom Spiel, hätte bei etwas konsequenterem Vorgehen noch den Sieg an sich reißen können. Eichstätt, das für sein Pressing bekannt ist, vermied zusehends das Risiko, hatte Angst noch den zweiten Gegentreffer zu kassieren und spielte letztendlich auf ein Remis. Die beste Möglichkeit zum Sieg bot sich nach Vorarbeit von Schulik den Kollegen Martin Kirbach und Nico Wessner, doch die konnten die Vorlage nicht verarbeiten (76.). Schlüssel zum Punktgewinn der Gäste war die taktische Maßnahme von Coach Mösle, der seinen Torjäger Schulik auf den Eichstätter Spieleröffner Benjamin Schmidramsl ansetzte, der dadurch keinen Stich machte. Schulik war somit das Bauernopfer, aber dafür konnte er den Treffer von Tiefel vorbereiten. Noch acht Spiele stehen jetzt für den SC Feucht aus. „Wir brauchen noch acht Punkte, dann sind wir durch“, so die Prognose von Mösle. Dieses Ziel sollte auf jeden Fall erreicht werden können, so stabil, wie sich der Aufsteiger nach dem Winter präsentiert.

VfB Eichstätt – 1. SC Feucht 1:1 (1:1)

VfB Eichstätt: Jonas Herter, – Simon Böhm, Julian Scholl, Dominik Wolfsteiner, Benjamin Schmidramsl, Marcel Kraft, Michael Panknin, Rainer Meisinger (81. Glerdis Ahmeti), Lucas Schraufstetter, Atdhedon Lushi, Florian Grau – Trainer: Markus Mattes.

1. SC Feucht: Kevin Schmidt – Andreas Reuß, Daniel Gömmel, Fabian Diesner, Stefan Schorr (46. Mohamed Shamoot), Jonas Marx, Martin Kirbach, Noah Tiefel (81. Dmytro Zaika), Maximilian Zischler, Leondrit Maraj (68. Nico Wessner), Sebastian Schulik – Trainer: Klaus Mösle.

Schiedsrichter: Ben-Erik Salb (München) – Zuschauer: 370.

Tore: 0:1 Noah Tiefel (9.), 1:1 Lucas Schraufstetter (25.).

Stimmen zum Spiel

Klaus Mösle (Trainer 1. SC Feucht): „Wir haben beim Tabellenvierten einen Punkt geholt, damit bin ich zufrieden.

Markus Mattes (Trainer VfB Eichstätt): „Insgesamt gesehen bin ich mit dem Unentschieden zufrieden. Wir hatten in der ersten Halbzeit leichte Vorteile, haben es da aber versäumt das zweite Tor zu machen. Sicher war das 0:1 für uns unglücklich, als Feucht mit der ersten Chance das Tor erzielt hat, was sie aber gut rausgespielt haben. Wir sind heute nicht volles Risiko gegangen, weil Feucht ein sehr gutes Umschaltspiel hat und wir nicht in einen Konter laufen wollten.“

Maximilian Zischler (1. SC Feucht, früher VfB Eichstätt): „Seit meinem Weggang von Eichstätt war ich ja schon zweimal mit dem FC Pipinsried wieder dort, die Situation war also nicht neu für mich. Ich kenne ja auch noch einige Spieler, die Mannschaft hat sich aber schon geändert. Natürlich freut es mich, wenn ich nach Eichstätt komme, weil das mein Verein war, bei dem ich im Herrenbereich Fuß gefasst habe. Mit dem 1:1 können wir gut leben. Eichstätt hat mich etwas überrascht, dass sie über die volle Distanz das hohe Tempo gehen können. Wir hätten, wenn wir die Konter etwas besser zu Ende gespielt hätten, unter Umständen sogar noch gewinnen können.

N-Land Dirk Meier
Dirk Meier