SC profitiert vom Unterhachinger Aufstieg

Feucht verliert deutlich, darf aber weiter hoffen

Er gab die Richtung vor, aber nach vorne passierte beim SC Feucht dennoch viel zu wenig. Trainer Klaus Mösle musste mit ansehen, wie seine Mannschaft gegen den FSV Erlangen-Bruck einfach nicht den Vorwärtsgang fand. | Foto: Zink2017/06/20170531_erlangen_feucht_mawi_027.jpg

FEUCHT – Man kennt es von Weltmeisterschaften oder aus der Champions League, Endspiele funktionieren selten nach dem Hurra- sondern eher nach dem Mikado-Prinzip: Wer zuerst zuckt, hat verloren. Daran gemessen durften sich die 650 Zuschauer beim ersten Relegationsduell zwischen dem SC Feucht und dem FSV Erlangen-Bruck am Mittwochabend sicher nicht beschweren. Drei Tore und zahlreiche spektakuläre Torraumszenen bot die Partie in der Brucker Sportanlage. Nur leider mit dem schlechteren Ende für den SC Feucht.

Die 0:3 (0:1)-Pleite ist eine derart hohe Hypothek fürs Rückspiel am kommenden Samstag (16 Uhr Waldstadion), die der SC Feucht wohl nur noch mit einem Wunder ausgleichen kann. Da jedoch die SpVgg Unterhaching am selben Abend in die 3. Liga aufgestiegen ist, bekommen die Feuchter selbst bei einer Niederlage am Samstag noch eine weitere Chance, die Klasse zu halten. In einer dritten Relegationsrunde am kommenden Dienstag und Freitag (jeweils 18.30 Uhr) werden dann die vier Verlierer der zweiten Runde untereinander zwei weitere Plätze in der Bayernliga ausspielen.

Die Ausgangslage: Zwei Spiele, in denen der SC diese von vorne bis hinten verkorkste Saison (Stichworte: Spielerexodus, Verletzungsmisere) am Ende doch noch zum Guten wenden könnte. Und ja, es sah eigentlich gut aus im Feuchter Lager. Erstmals hatte Trainer Klaus Mösle alle seine Jungs beisammen und konnte die vermeintlich beste Elf aufbieten. Zusätzlich hatten die Zeidler in Runde eins ein Freilos gezogen und durften aussetzen, während sich der Landesligist aus dem Erlanger Vorort erst in zwei Spielen (2:0, 1:0) gegen Jahn Regensburg durchsetzen musste.

Sponsel reagierte glänzend

Die erste Halbzeit: Begann so, wie es sich die Feuchter erhofft hatten. Der SC presste und vor allem Mösles Kniff, Außenverteidiger Dominik Ammon in den Sturm zu stellen, zeigte gleich Wirkung. Ein ums andere Mal narrte der schnelle Derwisch seine Gegenspieler und setzte sich vorne gut in Szene. Der FSV agierte dagegen in der Anfangsphase häufig zu überhastet, so dass die Angriffe der Brucker verpufften oder spätestens an der soliden Feuchter Viererkette abprallten. Allerdings offenbarte sich schon in dieser Phase wieder das Hauptmanko des SC in dieser Saison: die fehlende Torgefahr.

Wenn der Sportclub überhaupt einmal gefährlich vors Tor der Gastgeber kam, standen sich so wie in Minute 13 Michael Eckert und Frank Lincke gegenseitig im Weg, so dass der Schuss knapp rechts am Pfosten vorbeiging. Gegen Ende des ersten Durchgangs merkten dann auch die Hausherren, dass von diesem SC Feucht heute keine allzu große Gefahr ausgehen würde und in der Folge wurden sie deshalb mutiger und vor allem klarer in ihren Offensivaktionen. Das Ergebnis war dann das 1:0 in der 40. Minute. Drei eigentlich schon 100-prozentige Schüsse aufs Tor konnten SC-Keeper Andreas Sponsel und seine Vorderleute noch abwehren, aber die Feuchter bekamen den Ball einfach nicht aus der Gefahrenzone und so jagte Rafael Hinrichs die Kugel unhaltbar vom rechten Straumraumeck ins linke Toreck.

Ammon vergab den Ausgleich

Die zweite Halbzeit: Begann gleich mit einem Knaller. Nach einem schnellen Konter tauchte Ammon plötzlich allein vor dem Brucker Tor auf, schob den Ball aber dem schon liegenden Brucker Keeper in die Arme – ein Heber wäre hier bestimmt die bessere Entscheidung gewesen. Die Antwort der Gastgeber folgte prompt: Oliver Seybold flankte kurz über der Grasnarbe, Marco Napolitano hechtete mit dem Kopf voran hinein und plötzlich stand es 2:0.

Ein Schock für den SC, von dem er sich aber relativ schnell erholte. Denn noch war ja nicht viel passiert. Ein Treffer – auch die Relegation funktioniert nach der Europacup-Regel, wonach ein Auswärtstor doppelt zählt – und der Bayernligist wäre wieder zurück im Spiel, bzw. hätte eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel. Aber stattdessen drückten nun die Erlanger immer mehr aufs Gas und stellten die teilweise vogelwilde Feuchter Abwehr immer häufiger schachmatt. Nur Keeper Sponsel war es zu verdanken, dass der SC nicht bereits jetzt noch höher in Rückstand geriet.

Dabei versuchten es die Gäste ja weiter, nur eben ohne das nötige Quäntchen Glück oder eben die nötige Präzision im Abschluss. Und wenn der Ball dann so wie in der 65. Minute nach einem Schuss aus der zweiten Reihe von Lincke, zuvor hatte sich Oscar Ortiz sich elegant gegen drei Gegenspieler durchgesetzt und dann zurückgelegt, doch einmal gefährlich aufs FSV-Tor kam, packte Keeper Axel Hofmann eben eine Glanzparade aus und lenkte die Kugel noch knapp über die Latte. Der endgültige K.o. für die Feuchter folgte dann in der 80. Minute: Ein schneller Angriff der Brucker, von rechts außen durfte der eingewechselte Tim Basener ungestört flanken und fand am zweiten Pfosten Oliver Seybold, der den Ball irgendwie gegen zwei Feuchter Gegenspieler per Kopf zum 3:0 über die Linie drückte.

„Werden alles versuchen“

Stimmen zum Spiel: „Man muss leider sagen, dass der FSV Erlangen-Bruck in diesem Spiel klar besser war. Nach dem 0:1 haben wir uns immer mehr zurückgezogen, um kein weiteres Tor zu bekommen. Dadurch haben die Brucker ihre Überlegenheit im Mittelfeld ausspielen können. Natürlich werden wir im Rückspiel noch mal alles versuchen, aber die Wahrscheinlichkeit, die Sache noch umzubiegen ist natürlich nicht sehr hoch.“ (SC-Manager Manfred Kreuzer)

FSV Erlangen-Bruck: Hofmann, Schulze-Zachau, Özdemir, Napolitano, Hinrichs (83. Zenginer), Viereckl, Lunz, Foth (62. Basener), Arapoglu, Seybold, Drießlein (81. Wilke), Simon.

1. SC Feucht: Sponsel, Nikopoulus, Ortiz (66. König), Heckenberger, Pex, Spielbühler, Ivic (46. Wessner), Ammon, Lincke, Boynügrioglu.

Schiedsrichter: Steffen Ehwald (Geldersheim)

Zuschauer: 650

Tore: 1:0 Rafael Hinrichs (41./Foulelfmeter), 2:0 Marco Napolitano (48.), Oliver Seybold (80.)

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann