Volleyball: Zweitligist Schwaig braucht für Sieg gegen Neumarkt fünf Sätze

Favorit kommt erst spät auf Touren

Erst wogte die Partie zwischen den Zweitligisten SV Schwaig und ASV Neumarkt hin und her, dann machten die Schwaiger – rechts Florian Tafelmayer; hier gegen Daniel Sebiger (links) und David Fecko – kurzen Prozess und sicherten sich mit einem klaren Erfolg im Tiebreak den knappen 3:2-Sieg. Foto: Sportfoto Zink Daniel Sebiger (6, ASV Neumarkt, links) David Fecko (14, ASV Neumarkt, mitte) Florian Tafelmayer (9, SV Schwaig, rechts)2016/02/Volley-SVS-Neumarkt-Tafelmeyer-net.jpg

SCHWAIG — Pflicht-Heimsieg der Zweitliga-Volleyballer des SV Schwaig am 20. Spieltag: Gegen Aufsteiger ASV Neumarkt gelingt nach zähem Ringen erst im fünften Satz der Durchbruch (25:20, 22:25, 25:22, 18:25, 15:8), der dann aber richtig.

Gewählter „Most Valuable Player“ auf Seiten der Gastgeber wurde an diesem Abend zum ersten Mal Jonathan Schönhagen, der flinke Libero. Dies als erstes zu erwähnen, zeigt, welche Lage direkt am Netz herrschte: Vier Sätze lang rangen die gelbblauen Schwaiger Angreifer zuweilen mehr mit sich selbst, um gegen einen kämpferischen ASV Neumarkt Nadelstich um Nadelstich zu setzen.

Im Nachhinein sah SVS-Coach Michael Raddatz sich bestätigt: „Man muss nicht meinen, wir könnten über so einen Gegner einfach so drüberfahren. Für einen Außenseiter“ – und die Neumarkter spielten an diesem Tag heftig gegen ihren Abstieg aus der 2. Bundesliga an – ist es, wie Raddatz ergänzte, „eben immer leichter.“

Vier Sätze hin und her

Nicht nur, dass die rotschwarz gekleideten Gäste Revanche für ihre 0:3-Hinspiel-Niederlage suchten –, 94 Minuten lang suchten die Mittelfranken nach den richtigen Mitteln (in ihrem wohl schwächsten Heimspiel der Saison). Obwohl der erste Satz gewonnen wurde, deutete sich bereits an, was drei weitere Durchgänge das Bild bestimmte: Die Schwaiger fuhren in diesem vorletzten Heimspiel irgendwie nur mit halber Kraft. Christian Schwabe (Probleme mit der Halswirbelsäule) und Zuspieler Wichard Lüdje (mit solchen an der Hüfte) fehlten. Der Rest war, so ihr Trainer abschließend, „nicht wirklich in Topform“, spielte zuweilen fahrig.

„Underdog“ spielt befreit auf

Die Neumarkter indes agierten frei; und dass sie den zweiten und vierten Satz für sich entscheiden konnten, löste Jubel aus, wohl den der Überraschung. 310 Zuschauer auf der Tribünn, darunter mehrere dutzend Oberpfälzer Schlachtenbummler, begutachteten das hin und her wogende Spektakel –, doch so richtig in Schwung und Stimmung kamen alle erst, als die Favoriten endlich und unerwartet aus den Hüften schossen: Wie ausgewechselt wurde den Schwaigern klar, dass sie im Tiebreak das prestigeträchtige Derby durchaus auch würden verlieren können.

Und plötzlich platzte der Knoten: Mit einen Mal marschierten die Gelbblauen mit klarer Kante, sprungfreudig, mit starken Blöcken und hellwach: Über 3:4, 5:4, 8:5 und 12:7 fuhren sie nach zehn weiteren Minuten einen verdienten 3:2-Erfolg und damit zwei weitere Tabellenpunkte ein. Dieser versöhnliche Schluss war der dritte Sieg in sage und schreibe zwölf Fünf-Satz-Spielen, womit sich die Mittelfranken in dieser Spielzeit über alle Herren-Ligen hinweg zu den Tiebreak-Königen küren.

Michael Raddatz war nach dem Derby zufrieden, obwohl er „die mangelnde Konsequenz“ durchaus ansprach: „Im kommenden Spiel in Mainz und dann in Delitzsch und Leipzig werden wir uns sicherlich besser verkaufen.“ Und bestimmt auch im letzten Heimspiel, das am 12. März am Mittelbügweg ansteht: gegen den starken Tabellendritten aus Hammelburg. Denn mit den Punkten aus den noch zu absolvierenden vier Spielen können die Mittelfranken noch Tabellenrang fünf erreichen – und der wäre die beste SVS-Platzierung in der 2. Bundesliga jemals.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren