Zwei Rückersdorfer bei der Allgäu-Orient-Rallye

Fahren und spenden: Rallye-Team hilft Kindern

Hier noch bei der Präsentation vor der Rückersdorfer Kirche, in vier Wochen schon auf dem Weg nach Jordanien: Das Team „Chasing Orient Hills“, das an der Allgäu-Orient-Rallye teilnimmt. Mit dabei sind die beiden Rückersdorfer Christian Baum und Thomas Gericke (unten 2. und 3. v. links). Foto: P. Baer2014/04/78571_Orientrallye2014Rueckersdorf16_New_1396684864.jpg

RÜCKERSDORF — Abenteuer zum zweiten: Nachdem bereits im vergangenen Jahr heimische Fahrer bei der Allgäu-Orient-Rallye teilgenommen haben, sind bei der diesjährigen Auflage der Veranstaltung erneut Starter aus dem PZ-Land dabei. Die Rückersdorfer Thomas Gericke und Christian Baum machen sich in vier Wochen auf den Weg nach Jordanien.

Mit dem Team „Chasing Orient Hills“ gehen sie als eine von 111 Gruppen bei der 9. Allgäu-Orient-Rallye an den Start. Die Fahrt beginnt am 3. Mai in Oberstaufen im Allgäu und endet drei Wochen später in Amman in Jordanien. Während dieser Zeit müssen die aus sechs Mitgliedern bestehenden Teams verschiedene Aufgaben, ähnlich einer „Schnitzeljagd“, erledigen. Navigationsgeräte sind tabu; ebenso Autobahnen und Fähren. Übernachtet wird im Auto oder im Zelt. Als Hauptpreis winkt dem Siegerteam ein Kamel, das aber üblicherweise gleich vor Ort einem armen Bauern geschenkt wird.

Die Rallye will keine reine Spaß-Veranstaltung sein, sondern vor allem einem wohltätigen Zweck dienen. Die Regeln besagen unter anderem, dass ein Auto beim Start nur mit zwei Personen besetzt sein darf, die Fahrzeuge 20 Jahre alt sein müssen oder nicht mehr als 1111,11 Euro wert sein dürfen. Die Autos gehen nach der Rallye in den Besitz des WFP (World Food Programme, eine Unterorganisation der UNO) über. Mit dem Verkaufserlös werden Hilfsprojekte in Jordanien finanziert.

Nachdem das Team „Chasing Orient Hills“ im Vorjahr mit drei Kombis an den Start ging, setzt das Sextett diesmal auf Kleinbusse. „Man hat ja seine Erfahrungen gemacht“, grinst Thomas Gericke, einer von zwei „Wiederholungstätern“ im Team. Er und Alexander Krogloth waren von den Eindrücken und Erlebnissen im Vorjahr so begeistert, dass sie heuer gleich nochmal dabei sind. Unter den vier Neulingen im Team ist mit dem 24-jährigen Christian Baum neben Gericke ein zweiter Rückersdorfer.

Doch der Umstieg auf geräumigere Fahrzeuge und die damit verbundenen Annehmlichkeiten hat auch seine Schattenseiten. Der Umbau und das Flottmachen der größeren Autos waren aufwändiger als im Vorjahr. Dazu haben sich die drei einheitlich schwarz lackierten Fahrzeuge – die mit Olivia, Stella und June wieder Frauennamen bekommen haben – als echte Diven erwiesen, teilweise sogar als Sorgenkinder. So sorgte beispielsweise an Stellas Motor ein gerissener Zylinderkopf für stark erhöhten Pulsschlag bei allen Beteiligten, weil im schlimmstenFall ein anderes Auto als Ersatz hergemusst hätte. Doch das benötigte Teil wurde nach längerem Suchen schließlich in Rotterdam aufgespürt, besorgt und eingebaut und die besorgten Mienen der Teammitglieder hellten sich wieder etwas auf.

Gerade angesichts der drei „Damen“ im Fuhrpark und ihrer zahlreichen, manchmal gut versteckten Macken war es von Vorteil, dass ein Drittel der Mannschaft – durch die Rallye-Erlebnisse des Vorjahres gestählt – die nötige Portion Ruhe mitbrachte. „Wir sind viel gelassener geworden“, antwortet denn auch Thomas Gericke auf die Frage, was die Routiniers aus dem letzten Jahr vor allem mitgenommen haben.

Hilfe für Kinder

Ebenfalls aus dem Vorjahr übernommen wurde das Vorhaben, noch eine zusätzliche wohltätige Aktion auf die Beine zu stellen. Nachdem bereits früh feststand, dass das Team Spielzeug und Kleidung für bedürftige Kinder sammeln und spenden will, wurde über eine andere Teilnehmergruppe der Kontakt zu einem rumänischen Kinderheim hergestellt, das ausschließlich durch Spenden finanziert und getragen wird. 60 Kinder sind dort auf Hilfe und Unterstützung angewiesen und diese bleibt gerade bei kleinen und unbekannten Kinderheimen oft aus.

Inzwischen haben sich vier Teams der Allgäu-Orient Rallye 2014 zusammengetan und werden gemeinsam das Kinderheim „Stern der Hoffnung“ in Alba Iulia in Rumänien ansteuern und dort Spendenmaterial übergeben. Die Mannschaften werden zwar am 3. Mai getrennt in Oberstaufen starten, sich aber dann spätestens in Rumänien treffen, um das Spendenprojekt gemeinsam abzuschließen. Danach geht es im Rallye-Modus getrennt weiter nach Istanbul. Von dort führt die Route nach Anatolien und Israel nach etwa 6500 zurückgelegten Kilometern schließlich nach Jordanien.

Wer das Vorankommen des Teams „Chasing Orient Hills“ verfolgen will: Das Sextett wird auf seiner Internetseite www.chasingorienthills.de und auch auf seiner Facebook-Seite von unterwegs über seine Abenteuer berichten.

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