Ab dem Wochenende wird die Marktgemeinde zum fränkischen Tennis-Mekka

Eckental im Zeichen des ATP-Turniers

Ab Samstag wieder für neun Tage das fränkische „Tennis-Mekka“: Das House of Sports in Eckental. Im Vorjahr strömten über 7000 Fans dieser Sportart dorthin, um das ATP-Turnier zu erleben. Fotos: B. Wagner2013/10/71895_TennisATPAnkue_New_1382635264.jpg

ECKENTAL – Die internationale Tennis-Welt blickt ab dem morgigen Samstag, dem Beginn des Qualifikationsturniers, für neun Tage lang ins House of Sports nach Eckental – auch wenn der „Bauer-Watertechnology-Cup nicht mit dem in der nächsten Woche einzigen „großen“ ATP-Turnier (Paris mit 3,2 Millionen Euro Preisgeld) konkurrieren kann.

Viele namhafte Tennisstars, die auch bei den Grand Slam-Turnieren zuhause sind, gaben ihre Meldung für Eckental ab. Das fränkische „Tennis-Mekka“ gehört in der kommenden Woche zusammen mit Genf, Charlottesville, Montevideo, Seoul, Taralgan und Casablanca zur zweithöchsten Kategorie („Challenger“) im weltweiten Tennis-Zirkus.

Angeführt wird die Meldeliste von Benjamin Becker, der nach seinen letzten Stationen Tokio, Schanghai und Stockholm nun Eckental ansteuert und als Nr. 74 topgesetzt ist. Damit ist der er 32-Jährige, der bislang auf Rasen seinen einzigen Titel erspielte (2009 in s-Hertogenbosch), zwangsläufig der „Gejagte“. Seit 2005 im Profi-Zirkus musste er sich in den letzten beiden Jahren nach einer langwierigen Verletzung wieder zurück kämpfen.

Sein beste Platzierung auf der Weltrangliste liegt schon gut sechs Jahre zurück (Nr. 38), in diesem Saison gelang ihm wieder der ersehnte Sprung unter die Top 100 und dies obwohl er bei den letzten beiden Grand Slams nicht gerade vom Losglück verfolgt war. Mit Novak Djokovic in New York und Andy Murray in Wimbledon hatte er in einer frühen Turnierphase unüberwindbare Hürden vor sich. Bleibt die Kardinalfrage: Kann er als aussichtsreichster Deutscher die Nachfolge von Daniel Brands antreten, der im Vorjahr in Eckental triumphierte?

Die Liste der Herausforderer ist stark besetzt. Der „Cut Off“ (sprich: die letzte ATP-Ranglistennummer des Spielers, der noch ins Hauptfeld rutscht) lag heuer bei 253, was die Leistungsdichte des Feldes unterstreicht. Einer der Geheimfavoriten ist sicherlich auch Ruben Bemelmans als „Stammgast“ im House of Sports. Den besten Beleg dafür lieferte er vor kurzem beim hoch dotierten Turnier in Wien: Er warf den deutschen Spitzenspieler PhilippKohlschreiber mit 4:6, 6:1, 7:6 (0) aus dem Rennen, ehe er sich dem Tschechen Lukas Rasol in drei Sätzen geschlagen geben musste.

In der gleichen Region wie Bemelmans liegt auch Dustin Brown (140) auf der ATP-Weltrangliste. Der Deutsch-Jamaikaner mit der Rasta-Frisur genießt schon fast Kultstatus in Eckental und zieht aufgrund seiner spektakulären Spielweise die Fans seit Jahren magisch an. Beim diesjährigen Wimbledon-Turnier gelangen ihm große Tennis-Schlagzeilen: Nachdem er in London sich mit drei Siegen durch die Qualifikationsmühle gekämpft hatte, ließ er mit zwei Hauptfeldsiegen gegen Guillermo Garcia-Lopez und Lleyton Hewitt aufhorchen. 63 000 Dollar für diesen Husarenauftritt.

Im Vergleich dazu: In Eckental werden insgesamt 30 000 Dollar ausgespielt; dazu kommt die so genannte „Hospitality“, also Unterkunft und Versorgung. Und trotz des für internationale Verhältnisse bescheidenen Preisgeldes ist das Challenger-Turnier Eckental für viele klangvolle Namen eine überaus willkommene Adresse.

Mit von der Partie ist auch Miloslav Mecir, der Sohn des gleichnamigen Weltklasse-Spielers. Ein interessantes Gesicht in der Szene, derzeit auf Platz 242 platziert. Gleiches gilt natürlich auch für Kevin Krawietz, der zwar den „Cut“ nicht erreichte, aber mit einer BTV-Wild Card doch ein Eckental-Ticket erhielt. Der Coburger, ehemals Wimbledon-Sieger im Junioren-Doppel, will als fränkisches Aushängeschild alles versuchen, in der Heimat gegen die ranghöheren Mitstreiter die ein oder andere Überraschung zu schaffen. Max Matterer (Fürth) und Robin Kern sind weitere Wildcard-Inhaber.

Eckental steht aber nicht nur für hochklassiges Tennis, sondern wartet alljährlich mit Rahmenprogramm und Sponsorendorf auf. Hochspannung gibt es bereits am ersten Turniertag, wenn Bürgermeister Wilfried Gläser und Peter von Pierer (Ehren-Bezirksvorsitzender Mittelfranken) das Hauptfeld auslosen, während die Quali-Akteure nur einen Steinwurf weiter entfernt auf dem schnellen Center Court um den begehrten Einzug ins 32er-Feld kämpfen.

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Als Höhepunkt lockt in diesem Jahr das lange Tennis-Wochenende: Viertelfinale an Allerheiligen, Halbfinale am Samstag und der krönende Finaltag am Sonntag, 1. November. Um 12 Uhr beginnt Doppel-Endspiel und um 14 Uhr folgt der erste Aufschlag im Einzel-Finale.

Volles Programm also im House of Sports, das im Vorjahr über 7000 Tennisfans besuchten und den Ortsteil Brand für ein paar Tage zum Tennismittelpunkt in Deutschland machten. Schließlich ist der Bauer Watertechnology Cup nicht nur das größte Indoor-Turnier in Süddeutschland, sondern auch die mit Abstand hochwertigste Tennis-Veranstaltung in Deutschland in dieser Turnierwoche.

Weitere Infos unter www.atp-turnier.de im Internet.

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