Spiel der Woche

Diepersdorf will Hüttenbach von der Wolke holen

Gegen Hüttenbach zu spielen, kann (wie diese Szene aus dem Hinspiel zeigt) bisweilen eine schmerzhafte Angelegenheit sei. Spielertrainer Kevin Trauner (links) hat aus seiner Mannschaft einen zweikampfstarken Aufstiegskandidaten geformt. F: kk2016/04/db-vorschauspvgghuettenbachspvggdiepersdorf.jpg

HÜTTENBACH/DIEPERSDORF – Da Zahlen angeblich nicht lügen, bräuchte die SpVgg Diepersdorf am Sonntag (15 Uhr) bei der SpVgg Hüttenbach-Simmelsdorf eigentlich gar nicht erst zum Derby anzutreten. Die 90 Minuten könnte man sich schenken und vielleicht besser in einen Ausflug zum Walberla-Fest investieren. Denn die Auswärtsbilanz der Scherau-Kicker ist gelinde gesagt miserabel. Lediglich ein Sieg ist dort notiert und der liegt auch schon wieder knapp sechs Monate zurück. Was Trainer Christian Wedel vor dem schweren Gang zum Tabellenzweiten aber Hoffnung macht, ist der Auftritt seiner Mannschaft am vergangenen Donnerstagabend, als die Diepersdorfer beim hochfavorisierten Tabellendritten Bayern Kickers haarscharf an einem Sieg vorbei geschrammt waren.

2:2 lautete das Ergebnis am Ende und bei Wedel war der Ärger erstmal groß. „Das war ein sehr gutes Spiel von uns und wir waren bis zum Platzverweis auch die eindeutig bessere Mannschaft“, findet Wedel, dessen Einschätzung auch durch den Spielverlauf bestätigt wird.

Nach einem Rückstand aus dem Nichts heraus durch Bakis Cihan Kiymaz (22. Minute) drehte die SpVgg auch ohne die beiden langzeitverletzten Stammkräfte Mustafa Jasarevic und Rawaz Ali die Partie und ging nach dem Ausgleich durch Christian Kohlenbach (27.) in Durchgang zwei dann sogar nach einem Schuss von Fabian Wedel (53.) in Führung. Diese war hochverdient und womöglich hätten die Diepersdorfer den Vorsprung sogar noch ausbauen können, wenn nicht Alexander Stengel in der 61. Minute mit Gelb-Rot zum Duschen geschickt worden wäre.

„Die Entscheidung war zu hart“, beklagt Wedel, der dann nach dem Platzverweis mit ansehen musste, wie seinem Team die Felle davonschwammen. Baki nutzte die Überzahl, machte Druck und glich durch Alexander Sekita nur sieben Minuten später zum 2:2 aus – gleichzeitig der Endstand. „Da haben wir zwei Punkte verschenkt“, so der Coach, der dennoch das Positive mit in die nächste Partie nehmen will.

„Extrem zweikampfstark“

Das wird auch nötig sein, denn die SpVgg Hüttenbach-Simmelsdorf liegt den Diepersdorfen nicht unbedingt. Wedel: „Sie sind brutal effektiv und extrem zweikampfstark. Und natürlich haben sie einen Wahnsinnslauf im Rücken. Wenn du auf so einer Wolke schwebst, dann fallen dir viele Dinge auch leicht. Ich behaupte mal, wer das 1:0 schießt, wird auch gewinnen.“

So wie im Hinspiel. Eine Halbzeit lang hatte seine Mannschaft im Heimderby eine richtig gute Leistung abgeliefert und dabei dem Favoriten schwer zugesetzt. Aber die zahlreichen Chancen bleiben ungenutzt und als dann recht überraschend das 1:0 für die Gäste fiel, war beim Aufsteiger aus der Scherau auf einen Schlag komplett die Luft raus.

Hüttenbach legte in der Folge noch zweimal nach und festigte so weiter seinen Ruf als Überraschungsmannschaft der Saison. Denn dass der letztjährige Beinahe-Absteiger nun plötzlich um den Aufstieg in die Landesliga mitspielen würde, hatten wohl nur die Wenigsten erwartet.

Aufstieg offiziell kein Thema

Wahrscheinlich auch Hüttenbachs Spielertrainer Kevin Trauner nicht, der gegen Diepersdorf auf Timm und Dennis Loch verzichten muss. Allerdings besteht der 35-Jährige darauf, das sein Team mittlerweile völlig zu Recht da oben steht: „Das haben wir uns hart erarbeitet und wir werden jetzt auch von keinem Gegner mehr unterschätzt.“

Hüttenbachs Ziel muss es daher sein, gegen Diepersdorf den zweiten Sieg einzufahren und so mit Schwung in den anstehenden Derby-Marathon zu starten.

Inklusive der Partie am Sonntag warten mit dem SK Lauf und dem SV Schwaig drei Nachbarschaftsduelle nacheinander auf die Trauner-Truppe. Diepersdorf bekommt es in dieser Zeit ebenfalls mit den beiden anderen Pegnitzgrund-Bezirksligisten zu tun.

Dieses Derby-Triple könnte also für beide Teams schon eine kleine Vorentscheidung bedeuten bzw. eine Tendenz aufzeigen, wohin die Reise heuer gehen wird. Offiziell ist der Aufstieg laut Trauner bei seinen Jungs kein Thema, aber wenn sie weiter so fleißig punkten, wird er zwangsläufig noch zum Thema werden.

In Diepersdorf hat sein Kollege Wedel neben dem möglichst frühzeitigen Klassenerhalt nun das Ziel ausgegeben, als „bester Aufsteiger“ die Saison abzuschließen. Bei nur einem Zähler Rückstand auf den aktuell führenden in der gesonderten „BZL 1-Aufsteiger-Wertung“, den TSV Burgfarrnbach (31 Punkte), ist diese Idee gar nicht so abwegig. Allerdings wäre dafür ein Sieg in Hüttenbach wohl mehr als nur hilfreich.

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann