SC Feucht erneut Topfavorit

Die üblichen Verdächtigen

Starker Kader, aber auch starke Konkurrenz: Der Weg in die Bayernliga wird für den SC Feucht kein leichter sein. | Foto: SC Feucht2019/07/scfeucht_Teamfoto_2019-2020.jpg

FEUCHT – Täglich grüßt das Murmeltier – in der bekannten Hollywood-Komödie aus der 90ern hängt Schauspieler Bill Murray in einer Zeitschleife fest und muss jeden Tag das Gleiche erleben. Ein Gefühl, das sie beim SC Feucht mittlerweile ganz gut kennen. Wie in der letzten Sommerpause haben die Zeidler auch heuer personell kräftig aufgerüstet, wurden deshalb vom Rest der Liga erneut zum Aufstiegsfavoriten Nummer eins gekürt und stehen nun, bevor es heute mit dem Derby beim SV Schwaig (Anpfiff: 19 Uhr) losgeht, bereits wieder mächtig unter Druck.

Bei Coach Florian Schlicker ist davon jedoch wenig bis nichts zu spüren. „Ich bin ehrgeizig genug. Ich brauche keinen Druck von Außen, den mache ich mir schon selbst“, gibt sich der 38-Jährige demonstrativ gelassen. Diese Situation ist schließlich alles andere als neu für ihn und seine Elf. Bereits zu Beginn der letzten Runde hatte ihn die Feuchter Chefetage mit dem nachdrücklichen Wunsch ins Rennen geschickt, möglichst bald in die Bayernliga aufzusteigen.

Mangelnde Erfahrung

Dass daraus am Ende trotz famoser 80 Punkte in der Endabrechnung, die in den vergangenen Jahren stets für den direkten Aufstieg gereicht hätten, nichts wurde, lag zum einen am Überraschungsteam FC Eintracht Bamberg, das sich mit einem Zähler Vorsprung vor dem SC die Meisterschaft sicherte, und natürlich an den Feuchtern selbst. Besonders in der Relegation gegen den FC Ismaning offenbarte sich, an was es den begabten Schlicker-Schützlingen am meisten mangelte: Erfahrung.

Die haben sie nun für teures Geld dazugeholt. Stolze neun Vertragsamateure tummeln sich mittlerweile im Feuchter Kader. Nicht nur als Fixpunkt in der Innenverteidigung, sondern vor allem aufgrund seiner Leader-Qualitäten wurde Michael Kammermeyer verpflichtet. Der 33-Jährige war viele Jahre bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg aktiv und zuletzt beim ATSV Erlangen in der Bayernliga. „Michael hält die Truppe zusammen“, schwärmt Schlicker von seinem neuen Abwehrchef.

Junge Wilde

Mindestens ebenso große Stücke hält der SC-Coach auf seine anderen regional- und bayernligaerfahrene Neuzugänge wie Tim Ruhrseitz (ATSV Erlangen), Maximilian Höhenberger oder Marco Weber (beide DJK Ammerthal), die Schlicker noch aus gemeinsamen Zeiten beim SV Seligenporten kennt. Dazu kommen die jungen Wilden wie Patrick Tekeser (U19 1. FC Nürnberg) und Noah Mengi (U19 FC Ingolstadt), letzteren empfahl übrigens SC-Freund und Club-Scout Dieter Nüssing. Als eine Art Geheimtipp gelten Philipp Spießl und Yasin Kaya, die SC-Macher Manfred Kreuzer beide in der Kreisliga entdeckt hat. Trotz des großen Sprungs ist sich Schlicker sicher: „An Yasin und Philipp werden wir noch viel Freude haben.“

Mit den insgesamt neun Neuzugängen hat sich natürlich auch die spielerische Ausrichtung beim SC ein wenig verändert. Schlicker will zu taktischen Dingen nicht viel verraten. Auffällig ist aber auf jeden Fall, dass sein SC massiv an Geschwindigkeit zugelegt hat. Gerade über die deutlich stärker besetzten Außenpositionen nimmt das Feuchter Spiel nun viel Tempo auf, womit sich auch die gegnerischen Abwehrreihen leichter knacken lassen. Das passt insofern gut, weil laut Schlicker ja sowieso die meisten Kontrahenten gegen den SC eher defensiv orientiert auftreten werden.

Starke Konkurrenz

Trotz der prominenten Verpflichtungen und der damit einhergehenden spielerischen Klasse, leichter wird‘s für den SC nicht. Dafür ist vermutlich gerade im oberen Bereich die Dichte an qualitativ stark besetzten Teams zu hoch. Die drei Bayernligaabsteiger, die üblichen Verdächtigen wie Schwabach und Neudrossenfeld, dazu noch die wiedererstarkten Kornburger oder der hochgerüstete Aufsteiger Kickers Selb – nicht umsonst hat Schlickers Trainer-Kollege Manuel Bergmüller vom TSV Buch diese Landesliga Nord Ost erst kürzlich als „die beste Landesliga seit der Ligenreform“ bezeichnet.

Abschrecken lassen sich die Feuchter von dieser geballten Konkurrenzsituation natürlich nicht, oder wie es Schlicker selbstbewusst formuliert: „Das wird eine spannende Runde, aber unser klares Ziel ist natürlich wieder der Aufstieg!“ Täglich grüßt das Murmeltier…

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann