Tennis: Pütz und Otte setzen sich in der Eckentaler Qualifikation durch

Deutsches Duo im ATP-Hauptfeld

Hoher Tennis-Besuch im House of Sports unterstrich den Stellenwert des heimischen ATP-Turniers. Das Bild zeigt Davis­cup-Chef Michael Kohlmann (li.), DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard (2. v. li.) und DTB-Vize-Präsident Dirk Hordorff (2. v. re.) im Gespräch mit den Eckentaler „Turnier-Machern“ Markus Giegold (Mitte) und Marcus Slany (rechts).2016/10/Tennis-ATP-Eckental-Promis.jpg

ECKENTAL – Beim ATP-Tennisturnier in Eckental sind Montag Mittag die ersten Würfel gefallen: Nach dem Motto „Wer dreimal siegt“ schafften binnen 48 Stunden in der harten Qualifikationsmühle des Bauer Watertechnology Cups neben dem Australier de Minaur und dem Russen Alexey Vatutin auch zwei deutsche Spieler den begehrten Sprung ins Hauptfeld des 50000-Dollar-Challenger. Oscar Otte aus Köln und Tim Pütz aus Frankfurt behielten in zwei deutsch-deutschen Endspielen (jeweils zwei Sätze) souverän die Oberhand und sind nun im erlesenen 32er-Feld.
„Es überrascht mich schon sehr, dass ich mich nicht so platt gefühlt habe, wie es zu erwarten gewesen wäre nach dem Drei-Stunden-Marathon-Match am Sonntag in der zweiten Runde“, wunderte sich Tim Pütz nach seinem ungefährdeten Finaleinzug gegen Rene Schulte. Pütz und Eckental scheint irgendwie zu passen, denn bereits 2014 sorgte der diesjährige Qualifikant für Furore und erreichte das Finale im House of Sports. Der aktuelle Dreifach-Sieger von Eckental musste sich vor gut einem Jahr einer schwierigen Patellasehnen- und Knie-Operation unterziehen und startete erst vor sechs Wochen mit seiner Rückkehr in den Turnierzirkus. „Eckental ist erst wieder mein viertes Turnier und das Knie hat gut gehalten, trotz des stumpfen Teppichbodens.“
Aber auch der Unterlegene war hoch erfreut über sein verlängertes Wochenende in Eckental: Der 27-Jährige ist Vollzeit-Tennislehrer im Ludwigshafener BASF-Tenniszentrum, spielt kaum Turniere und hat keinen einzigen ATP-Weltranglisten-Punkt. Seinen Zutritt zur Quali verschaffte er sich mit dem Turniersieg in Forchheim im Juni, dem Sieger wurde ein Platz in Eckental ermöglicht. „Am Ende haben die Kräfte nicht mehr gereicht, die Belastung war einfach zu groß“, begründete er das schnelle 0:6-Ende nach dem recht ausgeglichenen ersten Satz (4:6). Am Mittwoch hält er vormittags wieder Trainerstunden, seine zwei erfolgreichen Spiele und das Finale aber sicher immer noch in langer Erinnerung.
Ähnlich wie Schulte erging es auch Kevin Krawietz: Der an Nr. 7 Gesetzte hielt im ersten Durchgang gegen den hoch aufgeschossenen Oscar Otte gut mit, hatte dann aber in der Folgezeit schnell das Nachsehen. Der Sieger verwandelte drei seiner sechs Breakchancen, während Krawietz, der in diesem Jahr zwei Doppelsiege in Marokko und Italien feiern konnte und um 130 ATP-Ränge besser als Otte platziert ist, keine einzige Möglichkeit zum Break nutzen konnte. Otte zeigte sich auch beim Service stabiler und zog verdient in die 1. Runde des Hauptfeldes ein.
Am Dienstag herrscht mit insgesamt elf Einzeln Großkampftag: Mit großer Spannung wird im besonderen Maße der erste Auftritte von Florian Mayer erwartet, der gegen 18 Uhr spielt. Janko Tipsarevic spielt nicht am Dienstag; gegen 16 Uhr messen sich Jürgen Melzer und Mirza Basic.

Qualifikationsspiele: 2. Runde: Krawietz (Coburg) – Bossel (SUI) 4:6, 6:2 6:1; Puetz (Frankfurt) –  Boutillier (FRA) 6:7(5), 7:6(3), 7:6(4).
Endspiele: Pütz – Schulte (Ludwigshafen) 6:4, 6:0; Otte (Köln) – Krawietz 7:5, 6:0; Vatutin (RUS) – Ofner (AUT) 7:6(6), 6:4; de Minaur (AUS) – Pichler (AUT) 6:3, 6:4.

N-Land Pegnitz-Zeitung
Pegnitz-Zeitung