Paul Reither trainiert schon für Tokio

„Dabei sein wäre eine coole Sache“

Hochleistungssportler Paul Reither mit den vier Medaillen, die er bei den Jahrgangsmeisterschaften in Berlin abräumte. | Foto: Spandler2016/08/db-paulreither2.jpg

EZELSDORF – Wer Profi-Sportler werden will, muss auch professionell arbeiten und trainieren. Diese Weisheit bewahrheitet sich gerade am Schwimmer-Talent Paul Reither aus Ezelsdorf. Seit letzten September lebt und trainiert der 16-Jährige am Heidelberger Olympia-Stützpunkt in Heidelberg, wo die besten Voraussetzungen für die Förderung des jungen Sportlers existieren, aber auch die persönliche Entwicklung und seine schulische Laufbahn nicht vernachlässigt werden. Ein Rückblick auf das vergangene Jahr.

In schöner Regelmäßigkeit trafen die Erfolgsmeldungen ein, schon kurz nachdem sich der junge Mann im Förderzentrum eingelebt hatte. Seine persönlichen Bestzeiten steigerte der Ezelsdorfer stetig. Zu den wichtigsten Erfolgen zählen aus seiner Sicht auf jeden Fall die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin, bei denen Paul, der seit seinem Wechsel nach Heidelberg für Neptun Leimen startet, im Juni vier Medaillen abräumte. Im Jahr zuvor war es lediglich eine.

Eine schöne Chance war auch die Einladung zum European Youth Olympic Festival, das alle zwei Jahre stattfindet und in den Jahren dazwischen Wettkämpfe vom Deutschen Schwimmverband ausrichten lässt. Bei diesen German Open durfte auch er an den Start und sahnte ordentlich ab, ebenso wie beim Euro Meet in Luxemburg.

Seine Paradedisziplin sind die 400 Meter und 200 Meter Lagen sowie 100 Meter Schmetterling. Nun ist er zu Hause und genießt es, mit der Familie und den alten Freunden zusammen zu sein, volle sechs Wochen lang. Doch auch in Heidelberg, wo er in einem Internat auf dem Olympiastützpunkt lebt, fühlt er sich längst wohl und hat nach anfänglichem gelegentlichen Heimweh Freunde gefunden ebenso wie in der Wirtschaftsschule, auf der er soeben die elfte Klasse abgeschlossen hat. Die Förderung in der Einrichtung lobt er in den höchsten Tönen, das „kompakte Training“ ist dafür verantwortlich, dass er binnen eines Jahres so große Fortschritte gemacht hat, urteilt er. Kein Wunder: Verlässt er sein Zimmer und geht drei Treppen tiefer, befindet er sich bereits in der Schwimmhalle. Auch seine Trainerin Uta Brandl sei ein Glücksfall, findet der junge Mann, denn sie fördert nicht nur seine Sportler-Karriere, sondern sorgt auch dafür, dass ihre Schützlinge ab und zu was zusammen unternehmen und das Freizeitvergnügen nicht zu kurz kommt.

Nichtsdestotrotz ist die Vorbereitung auf weitere Wettkämpfe durchaus anstrengend für das Schwimm-Talent. Sieben Mal die Woche Training bedeutet das, jeweils drei Stunden, davon zwei Stunden im Wasser und eine Stunde „Land“, d.h. Plackerei im Kraftraum. Fährt er übers Wochenende nach Hause, muss er auch hier eine Trainingseinheit einlegen. Im Moment hat er zwar vier Wochen „schwimmfrei“, aber die Kondition darf natürlich nicht vernachlässigt werden. Für seine Fitness sorgt er auch in der Heimat durch Joggen und Krafttraining, die letzten zwei Wochen der Großen Ferien steigt er wieder ins Becken und zieht dort seine Bahnen, bevor das anspruchsvolle Training in Heidelberg wieder aufgenommen wird. Dort am Olympia-Stützpunkt schätzt er vor allem das Ineinandergreifen der verschiedenen Institutionen und die Professionalität aller Beteiligten. Die Sportmediziner arbeiten mit den Trainern zusammen, die Schule ist Partnerschule des Olympiastützpunkts und nimmt entsprechend Rücksicht auf die jungen Athleten.

Gesponsert wird der Ausnahme-Schwimmer von IPP Projektmanagement für Medizintechnik in Nürnberg und der Schwimmschule Flipper in Postbauer-Heng, die Papa Alexander Gallitz gehört.

Zu Pauls Zielen für die nächste Saison gehören die Jugend-Europa-Meisterschaften und weitere internationale Wettbewerbe. Langfristig hat er natürlich Tokio 2020 im Auge und dabei wiederum den sprichwörtlichen olympischen Gedanken. Bei Paul heißt der ein wenig abgewandelt: „Dabei sein wäre schon eine coole Sache.“

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler