Der TSV Winkelhaid vergibt den Sieg

Chance vertan

Foto: Daniel Frasch2020/03/TSV-Winkelhaid-Anna-Seidel-NEU-scaled.jpg

WINKELHAID – Gegen den TSV Ismaning krallen sich die Winkelhaider Handball-Damen einen wichtigen Zähler im Abstiegskampf. Doch es war mehr drin für den TSV.

Nach einer wenig überzeugenden Leistung trennen sich die Handball-Damen des TSV Winkelhaid und des TSV Ismaning leistungsgerecht mit 25:25-Unentschieden (9:11). Die Ausgangslage vor der Partie war klar – und allen TSV-Spielerinnen bewusst: Wollen sie den Anschluss an das Mittelfeld nicht verlieren, müssen gegen den Tabellensiebten dringend Punkte her. Dass Ismaning schlagbar ist, zeigte bereits das Hinspiel, das die Winkelhaider nach einer durchwachsenen Leistung mit 20:24 verloren hatten. Motivation war den Gastgebern von Beginn an anzumerken, allein überzeugen konnten sie während der gesamten 60 Minuten nur teilweise.

Stabile Abwehr, harmlose Offensive

Die Abwehr stand in den ersten Minuten sehr gut. Kam dennoch ein Ball auf das Tor der Heimmannschaft, entschärfte ihn zumeist Torhüterin Tanja Seger. In den ersten Minuten parierte sie einen Siebenmeter und mehrere hochkarätige Torchancen der Gäste. Doch die Damen des TSV Winkelhaid schafften es nicht, aus dieser Abwehr heraus in der Offensive Akzente zu setzen und Tore zu werfen. Einfache Fehlpässe, technische Fehler und mangelhafte Torabschlüsse reihten sich aneinander. Da sich mit zunehmender Spieldauer in die Abwehr der Gastgeber immer öfter Unaufmerksamkeiten und Abspracheprobleme einschlichen, konnte sich der TSV Ismaning durch Anspiele an den Kreis beim 4:7 erstmals mit drei Toren absetzen. Erst mit der Hereinnahme des siebten Feldspielers gelangen den Winkelhaiderinnen im Angriff wieder sehenswerte Aktionen. Das 9:10 durch die starke Vanessa Heinrich bescherte den Anschlusstreffer, mit 9:11 ging es schließlich in die Pause.

Die zweite Halbzeit gestaltete sich ausgeglichen. Zunächst blieb der Abstand von zwei Toren erhalten, eine zwei Minuten-Zeitstrafe gegen den Gästetrainer ermöglichte den Winkelhaiderinnen den Ausgleich (14:14). Ein kurzer Zwischensprint der Gäste – begünstigt durch die vielen technischen Fehler zu Beginn der zweiten Halbzeit – stellte den alten Abstand von drei Toren wieder her. Bis zehn Minuten vor Schluss lagen die Gäste stets mit zwei oder drei Toren in Front, dann aber bließ der TSV zur Aufholjagd. In der 55. Minute glich Christina Räbel schließlich erstmalig zum 23:23 aus – die Partie war wieder offen. Die letzten Minuten waren an Spannung nicht zu überbieten. Durch ein Tor von Anna Seidel zwei Minuten vor Spielende gingen die Winkelhaiderinnen zum ersten Mal seit der fünften Spielminute wieder in Führung. Die Dr.-Dietmar-Trautmann-Halle bebte, die zahlreichen Winkelhaider Fans auf der Tribüne peitschten die Mannschaft nach vorne. Die Freude währte allerdings nicht lange, denn im direkten Gegenzug traf der TSV Ismaning in Person von Elena Kohde zum erneuten Ausgleich von 25:25.

Winkelhaid vergibt den Sieg

Hoffnung auf den Sieg keimte 45 Sekunden vor Spielende auf: Weil sich Ismanings Trainer Bernd Dreckmann zum wiederholten Male an der Seitenlinie aufregte, sah er die rote Karte. Aus der Überzahlsituation schlugen die Gastgeber allerdings keinen Vorteil, die Möglichkeit auf den Siegtreffer verspielten die Winkelhaiderinnen mit einem Pass ins Leere am Kreis.

Um ein Haar hätte die Mannschaft von Trainer Sebastian Wilfling die Partie sogar noch verloren, doch Ismaning scheiterte mit dem Wurf in letzter Sekunde am Pfosten. So blieb es beim 25:25-Unentschieden und einem Zähler im Abstiegskampf. Richtig zufrieden waren die Winkelhaiderinnen mit dem Punktgewinn nicht, auch wenn er nach dem Spielverlauf durchaus als gerecht und hintenraus auch als glücklich bezeichnet werden darf. Mit 9:29 Punkten belegt der TSV Winkelhaid weiterhin den letzten Tabellenplatz der Bayernliga. An der Ausgangssituation hat sich allerdings nichts geändert: der Rückstand auf Platz zehn (HSG Fichtelgebirge) beträgt weiterhin nur zwei Zähler. Die nächsten beiden Duelle gegen Haunstetten II und Freising-Neufahrn werden richtungsweisend für die restliche Spielzeit sein. Will der TSV Winkelhaid den Klassenerhalt schaffen, muss er Zählbares holen.

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