ATP-Turnier Eckental: Zwei Deutsche erreichten Achtelfinale

Brown lieferte kleine Tennis-Show

Nach eineinhalb Stunden bester Tennis-Unterhaltung trafen sich Dustin Brown und Uladzimir Ignatik am Netz. Foto: B. Wagner2014/10/91214_EckentalTennisBrownIgnatikWagner_New_1414598764.jpg

ECKENTAL (bw) — Als erster deutscher Spieler schaffte Matthias Bachinger vor gut besuchten Tribünen den Sprung unter die Top 16 beim ATP-Tennisturnier in Eckental.

Waren die ersten fünf Spiele der Begegnung von Matthias Bachinger gegen Kevin Krawietz in diesem Duell zweier „alter Bekannter“ noch hart umkämpft (3:2), sorgten dann zwei Breaks, eines davon gleich zu Beginn des zweiten Satzes, für eine schnelle Entscheidung. Der zweite Durchgang (6:2) ging im Expresstempo von einer knappen halben Stunde an den 450 ATP-Ränge besser platzierten Bachinger. Der Münchener bestätigte in Eckental seine gute Form von Stockholm, wo er bei diesem 250 000 Dollar-Turnier erst im Halbfinale an der Nummer sieben der Welt, Tomas Berdych, scheiterte.

Miloslav Mecir wäre der mögliche Gegner von Lokalmatador Maximilian Marterer, der mit einer Wild-Card ins Hauptfeld gehievt wurde, gewesen. Der Nürnberger wehrte sich – ganz besonders im engen ersten Satz (6:8 im Tiebreak) – gegen den Russen Konstantin Kravchuck nach Leibeskräften und so konnte der 19-Jährige erhobenen Hauptes den Center Court verlassen, auch wenn er im zweiten Durchgang von Beginn an im Hintertreffen lag (3:6) – eine couragierte Leistung der Nummer 520 der Welt.

Zwei Marathonspiele, die beide nach 144 Minuten endeten, prägten den Nachmittag des zweiten Hauptfeldtages. Einerseits siegte der letztjährige Finalist Ruben Bemelmans knapp gegen den Qualifikanten Filip Veger, zuvor der Belgier Niels Desein gegen den Österreicher Martin Fischer. Beide Matches endeten mit einem 7:5 im Tiebreak des Finalsatzes.

Heiß her ging es dann im Abendspiel des zweiten Hauptfeldtages: Dustin Brown und Uladzimir Ignatik (im Vorjahr die Nummer zwei, heuer ungesetzt) lieferten sich ein sehenswertes Duell auf Augenhöhe, bei dem es auch emotional ganz schön zur Sache ging. Besonderes im Tiebreak des zweiten Durchgangs, als der Schiedsrichter einen Ausball des Weißrussen nicht erkannte. Der Deutsch-Jamaikaner ließ sich dadurch derart aus dem Konzept bringen, dass er die „Verlängerung“ klar mit 1:7 abgab.

Unterhaltsame 90 Minuten

Dieser zweite Durchgang war in der Gesamtbetrachtung allein sein Eintrittsgeld wert. 0:2, 2:2, Break Ignatik zum 3:5, doch dann nahm ihm Brown „zu Null“ den Aufschlug ab: 5:5, 6:6 – Tiebreak. Im Finalsatz setzte sich der Topgesetzte klar durch; er konnte sich auf sein starkes Service stützen (17:2 Asse) und siegte nach unterhaltsamen 90 Minuten verdient mit 6:1.

Beim Stande von 4:1 ließ es der Deutsch-Jamaikaner noch mal so richtig krachen: Bei 40:0 für Ignatik peitschte er viermal die Filzkugel derart vehement zurück, dass dem 24-jährigen Kontrahenten Hören und Sehen verging. Dazu ein Doppelfehler und die Frage nach dem Sieger war Minuten später beantwortet.

Niels Desein ist am heutigen Donnerstag die nächste Hürde auf dem Weg ins entscheidende Wochenende. Der Nadal-Bezwinger von Halle wäre für einen Turniersieg in Eckental endlich mal „reif“.

Hauptfeld 1. Runde: Niels Desein (Belgien) – Martin Fischer (Österreich) 2:6, 7:6 (3), 7:6 (5); Ruben Bemelmans (Belgien)- Filip Veger (Kroatien) 6:7 (1), 6:3, 7:6 (5); Konstantin Kravchuk (Russland) – Maximilian Marterer (Nürnberg) 7:6 (6) 6:3; Denis Matsukevich (Russland) – Louk Sorensen (Irland) 6:4, 6:4; Niko Basilashvili (Georgien) – Antonio Sancic (Kroatien) 6:3, 2:6, 6:4; Matthias Bachinger (München) – Kevin Krawietz (Coburg) 6:3, 6:2; Dustin Brown – Uladzimir Ignatik 6:3, 6:7 (1), 6:1.

N-Land Pegnitz-Zeitung
Pegnitz-Zeitung