Türkisch-Deutscher Elternverein gewinnt

Begegnungscup in Hersbruck

Nach einer bärenstarken Vorrunde verpassten Berat Gülden (Mitte) und seine Mannschaftskollegen von IGMG durch eine Finalniederlage die Titelverteidigung. Das gemeinsame Team der Stadt- und Johanneskirche (blaue Trikots) brach endlich seinen „Neunmeter-Fluch“ und wurde am Ende Dritter. | Foto: Porta2017/03/7936650.jpeg

HERSBRUCK – Zum zweiten Mal nach 2015 haben die Hallenkicker des Türkisch-Deutschen Elternvereins den Hersbrucker Begegnungscup gewonnen. Und das, obwohl die Mannschaft mangels genügend Spielern am Freitag Abend ihre Teilnahme bei der vierten Auflage des multikulturellen Turniers eigentlich noch absagen wollte, bei Ingbert Hautsch vom Organisationsteam mit diesem Anliegen jedoch auf Granit gestoßen war.

Von Hautsch am Freitag noch „hartnäckig“ bearbeitet, traten Selami Dönek, Mehmet Sen und Co. am Samstag schließlich doch an – zu siebt und wegen des ein oder anderen „Leihspielers“ wie Mustafa Jadoa aus Syrien in einer Formation, die vorher nicht eine Sekunde gemeinsam auf dem Hallenparkett gestanden war. Der Leistung tat dies keinen Abbruch, blieb der Elternverein doch als einzige der zehn teilnehmenden Mannschaften ohne Niederlage und stemmte am Ende nach einem 3:2 im Finale gegen IGMG freudestrahlend den Wanderpokal in die Höhe.

Einigermaßen geknickt verfolgten dies die Kicker des Titelverteidigers, der in den Vorrundenspielen der Gruppe A noch einen blendenden Eindruck hinterlassen hatte. Mit technisch feinem Fußball und immer den besser postierten Nebenmann im Blick, waren die jungen Türken von IGMG nach vier deutlichen Siegen und 22:0 Toren als klarer Favorit in die Vorschlussrunde eingezogen. Zweiter in dieser Gruppe wurde das gemeinsame Team der evangelischen Stadt- und Johanneskirche (Finalist 2015), mit drei Siegen deutlich vor den punktgleichen Kickern der islamischen Ditib-Gemeinde und des von Martina Löhner organisierten Flüchtlingsteams von „Hand in Hand“.

Kampf um Gruppensieg
In der Gruppe B lieferten sich derweil der Türkisch-Deutsche Elternverein und die Turnierneulinge von „Great Balls of Fire“ – eine Gruppe junger Musiker und Künstler aus dem Organisationsteam des „Basement Festivals“, die sonntags gerne ihrer zweiten Leidenschaft Fußball frönen – einen spannenden Zweikampf um Platz eins. Der gehörte nach einem sehenswerten 2:2 im direkten Aufeinandertreffen schließlich dank der mehr erzielten Tore (13:6 gegenüber 11:4) dem Elternverein.

Nach einer von den gut gefüllten Rängen eifrig beklatschten „Funino“-Einlage der Bambinis vom 1. FC Hersbruck und SV Altensittenbach musste das in der Vorrunde so beeindruckende IGMG-Team nach frühem 0:1-Rückstand lange zittern, ehe Bilal Barut in einem „klasse Spiel“ (Hautsch) zwei Sekunden vor Schluss doch noch der umjubelte 2:1-Siegtreffer gegen „Great Balls of Fire“ gelang. Im zweiten Semifinale verpasste die Mannschaft der Stadt- und Johanneskirche wie in den vergangenen Jahren ein besseres Abschneiden – dieses Mal mit einem etwas unglücklichen 0:1 gegen den Elternverein.

Die Plätze drei bis zehn wurden wie gewohnt in Neunmeter-Duellen ausgekickt: Die besseren Nerven bewiesen hier die „United Refugees“ (2:1 gegen die Feuerwehr), die Oase (2:1 gegen „Hand in Hand“), die katholische Pfarrgemeinde (2:1 gegen Ditib) sowie das Team der Stadt- und Johanneskirche, das sich mit einem 1:0 gegen „Great Balls of Fire“ nach drei verlorenen Neunmeterschießen in den vergangenen Jahren endlich einmal vom Punkt durchsetzte.

Im Finale triumphierte schließlich Erfahrung gegen jugendliche Spielfreude – der Türkisch-Deutsche Elternverein siegte nach Toren von Mehmet Sen, Mustafa Jadoa und Selami Dönek nicht unverdient mit 3:2 und darf damit seinen Namen nach 2015 zum zweiten Mal in den begehrten „Pott“ eingravieren lassen.

Und auch der Kinderfond der Stadt Hersbruck gehört zu den Siegern des vierten Begegnungscups, lassen die Organisatoren den Erlös aus Essensverkauf, Startgeldern und den Spenden der 39 Sponsoren doch immer einem guten Zweck zukommen – heuer wohl mindestens 4000 Euro.

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta