„Franken af Baku“

Teamchef Dietmar Liebau, Elvira Liebau (Eschenbach), Rainer Höllthaler (Eschenbach) Jürgen Hutzler (Eschenbach), Joachim Fett (Pinzberg) und Jens Fernholz gehen als „6-Franken-af-Baku“ auf die Rallye vom Allgäu in den Orient.2012/04/5_2_2_2_20120407_BAKU.jpg

ESCHENBACH / PINZBERG – Aus dem Alltag ausbrechen und dabei Gutes tun. Eine Möglichkeit dazu bietet die größte Rallye der Welt mit 666 Teilnehmern, 333 Fahrzeugen und 111 Teams. Die Allgäu-Orient-Rallye 2012 startet am 28. April in Oberstaufen und führt nach Aserbaidschan – dabei sind auch Motorsportler aus Eschenbach.

Die „6-Franken-af-Baku“, wie sich das heimische Team nennt, sind glücklich, einen der begehrten 111 Startplätze der Rallye ergattert zu haben, die heuer in die siebte Runde geht. Teamchef Dietmar Liebau plant nämlich bereits seit zwei Jahren die Teilnahme. Aber allein schon die Anmeldung ist eine erste Hürde.

Am 7. Juli des laufenden Jahres um 3.33 Uhr wird die Internetseite für die Anmeldungen freigeschaltet und innerhalb weniger Minuten sind alle Plätze vergeben. Wer zu langsam ist, hat das Nachsehen und kann sich auf einer langen Warteliste in Geduld üben. Dietmar Liebau hatte 2011 Glück und landete auf Startplatz 15. Doch die Freude wich einer neuer Aufgabe: Nun galt es das Team zu bilden.

Einige Freunde und Bekannte sprangen ab, doch dann fanden sich weitere fünf abenteuerlustige Franken zusammen und gründeten das Team „6-Franken-af-Baku“ mit Elvira Liebau (Eschenbach), Rainer Höllthaler (Eschenbach) Jürgen Hutzler (Eschenbach), Joachim Fett (Pinzberg) und Jens Fernholz. Das Sextett gab sich den Mannschaftsnamen in Anspielung auf den diesjährigen Zielort, der Hauptstadt von Aserbaidschan, Baku. Wie der Titel der Rallye schon vermuten lässt, führt der Weg normalerweise in den Orient, genauer gesagt in das Wadi Rum in Jordanien. Die anhaltenden Unruhen in Syrien machen diese Strecke jedoch unpassierbar, so dass die Sternfahrt bereits im abgelaufenen Kalenderjahr nach einigen Irrwegen in der Türkei endete.

Gutes Abenteuer

Die Grundidee der Allgäu-Orient-Rallye ist die Völkerverständigung und die Möglichkeit, Abenteuer mit Wohltätigkeit zu verbinden. Am Zielort Baku werden alle Fahrzeuge abgestellt und versteigert. Der Erlös in sechsstelliger Höhe kommt dem „World Food Programme“ der Vereinten Nationen zugute. Dieses Jahr hat sich das Organisationskomitee eine Besonderheit einfallen lassen. Unter dem Motto „Drei Orchester für den Orient“ ruft der Tourneeveranstalter des alljährlich stattfindenden Pop-trifft-Klassik-Events dazu auf, alte oder nicht mehr benötigte Instrumente für einen guten Zweck zu stiften.

Mit Musik hat demnach auch eine Aufgabe auf der Rallye zu tun: Alle Teams müssen auf dem Weg von Oberstaufen nach Istanbul ein Musikstück einüben, das dann auf der für die Rallye gesperrten Gala ta brücke in Istanbul live aufgeführt wird. Hier wird Musikant Jürgen Hutzler die Franken auf die musikalische Herausforderung vorbereiten.

Die Streckenwahl vom Start in Oberstaufen im Allgäu nach Istanbul ist frei. „Wir dürfen dabei keine Autobahnen benutzen und Navigationsgeräte sind verpönt“, erklärt Rainer Höllthaler, der „Chefnavigator“ des Teams. Er hat mit Hilfe diverser Straßenkarten die Strecke geplant, über Österreich und Ungarn, Rumänien und Bulgarien in die Türkei und bis nach Aserbaidschan am 12. Mai. Unterwegs haben die Teams Sonderaufgaben zu bestehen.

Gefahren wird mit „klapprigen Kisten“, denn die Autos müssen mindestens 20 Jahre alt sein oder dürfen maximal 1111,11 Euro kosten. „Die Suche im Internet nach geeigneten Wagen war nicht schwer, wir treten mit einem Mercedes-Benz 200TE, Bj. 1993, sowie zwei Opel Omega Kombi Bj. 1991 und 1996 an“, sagt Dietmar Liebau. Doch halten die Wagen durch? „Unser Obbel hat schon einige Mucken, die wir hoffentlich in den Griff bekommen“, meint Joachim Fett.

Dafür müssen die Franken investieren und freuen sich über jeden Sponsor. Denn: Der Gewinn ist traditionell ein Kamel – doch auch das wird vor Ort zum Aufbau einer kleinen Existenz gespendet.

www.6-franken-af-baku.com

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