„Da mach mer noch ein Bögerle“

Start zu einem Lauf10!-Treff. Mit Norbert Steger vom SC Artelshofen (vorne rechts in schwarz) an der Spitze starten die Teilnehmer des Fitnessprogramms zu einer Runde ins Pegnitztal. Foto: J. Ruppert2012/06/5_2_2_2_20120601_ARTELS.jpg

ARTELSHOFEN – Zum ersten „Lauf10!“-Treff Ende April kam Norbert Steger „gespannt wie ein Flitzebogen“. Auch für den passionierten Trainer war die Fitnessaktion absolutes Neuland. Der Auftakt übertraf dann seine Erwartungen bei weitem: 20 Neueinsteiger sind zu dem Laufprojekt gekommen, drei Viertel blieben bei der Stange.

Lauf10! ist ein Erfolgsprogramm der Abendschau im Bayerischen Fernsehen, der Technischen Uni München und des BLSV. Jedes Jahr werden Vereine angeschrieben und erhalten, wenn sie Interesse zeigen, Hilfestellung in Form von Werbung und Trainingsplänen (wir berichteten). Norbert Steger versprach sich davon eine Belebung „seines" Lauftreffs beim SC Artelshofen. Vor allem setzte er auf Resonanz von Joggern, die nicht gleich einem Verein beitreten möchten.

Seine Hoffnungen wurden mehr als erfüllt. Zweimal die Woche machen nun er (oft unterstützt von Wolfgang Schwarm) und seine Mitstreiter, die zwischen 20 Jahre und Ende 40 sind, das Pegnitztal und die umliegende Landschaft „laufend unsicher“. Um die Nordic Walker kümmern sich Heinz Bannagott oder Mitglieder des TSV Velden.

Die Trainingspläne trugen zwar alle die Handschrift von Sportmedizinern der TU München. Sie erwiesen sich aber wegen der vielen Gehpausen als wenig herausfordernd für die neuen Ausdauerathleten. Norbert Steger verließ sich bald lieber auf seine Erfahrung als Langstreckler und erhöhte wohl dosiert die Belastung. Zum geflügelten Wort wurde sein Satz „Da mach mer noch ein Bögerle dazu“.

Wenn seine Schützlinge zu stark atmeten, ging Norbert Steger mit dem Tempo sofort zurück. Mit dem Konzept traf er den Nerv der Läufer wesentlich besser. Zum Start des Programms mit dem Ziel, nach zehn Wochen zehn Kilometer zu schaffen, trainierten die Lauf10!-Sportler rund 30 Minuten. Mittlerweile ist es schon doppelt so lange, wobei jeder sein eigenes Tempo wählen darf.

Die Routen wechseln, mal sind es Pendelstrecken auf Radwegen im Pegnitztal, mal geht es über den Korbmachersteig, mal Rundkurse ab Hubmersberg, Vorra oder Raitenberg.

Mittlerweile hat sich eine Gruppendynamik entwickelt. Das geht so weit, dass bei einem Regenguss keiner vorzeitig umkehren wollte: „Wir sind eh schon nass…“ Einmal verfranzte sich ein Teilnehmer bei einer Soloschleife am Lichtenstein, die anderen warteten alle geduldig am Ziel auf seine Rückkehr.

Der Lauf10!-Treff endet zweiteilig. Offizieller Abschluss ist am 13. Juli in Wolnzach beim großen Finallauf. Dazu sind bayernweit alle Freunde des Fitnessprogramms eingeladen und die Riege um Norbert Steger will geschlossen hinfahren. Am Samstag zuvor bietet der Leiter noch eine Artelshofener Besonderheit. Seine Schützlinge dürfen beim heimischen Landkreislauf eine eigene Mannschaft bilden und „es schaut so aus, als ob es klappen wird“.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert