Sport in Gruppen von bis zu 25 Erwachsenen ist grundsätzlich wieder möglich

Bahn frei für das Mannschaftstraining

Echtes Training im Team war unter den bislang geltenden Vorgaben nicht möglich. Jetzt können nicht nur die Fußballer wieder Bälle und Hütchen auspacken. | Foto: PZ-Archiv/Zink2021/05/Fussball-Training-net-Zink.jpg

NÜRNBERGER LAND. Lichtblick für Sportvereine: Ab Freitag, 21. Mai, ist Kontaktsport im Freien in Gruppen mit bis zu 25 Personen grundsätzlich wieder möglich. Allerdings müssen dazu einige Voraussetzungen erfüllt sein. Im Nürnberger Land könnte frühestens ab Samstag Mannschafts­training in diesem Umfang wieder möglich sein.


Bisher durften nur Kleinstgruppen von Kindern bis zu 14 Jahren gemeinsam Sport treiben. Sportverbände wie der Bayerische Fußballverband (BFV) und der Bayerische Landessportverband (BLSV) hatten das in den vergangenen Tagen massiv kritisiert – und die bayerische Staatsregierung nun zum Einlenken gebracht.


Teamtraining bisher unmöglich


In einem Offenen Brief hatte der BFV angeprangert, dass echtes Mannschaftstraining unter den bislang gültigen Vorgaben unmöglich ist. Bisher durfte bei einer Inzidenz über 100 maximal zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands trainiert werden, Kinder unter 14 Jahren in Gruppen bis zu fünf Kindern. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 waren es maximal fünf Personen aus zwei Haushalten sowie Kinder unter 14 Jahren in Gruppen bis zu 20 Kindern.


Selbst bei einer Inzidenz von null hätten nur maximal 20 Kinder unter 14 Jahren oder zehn Erwachsene trainieren dürfen. Gleichzeitig war bereits klar, dass von diesem Freitag wieder bis zu 250 Zuschauer Sportveranstaltungen besuchen dürfen. „Wie passt das zusammen?“, fragte der BFV.
Obendrein sei ein von Vereinen nach allgemeinen Regeln durchgeführtes Bewegungsangebot für Kinder und Jugendliche allemal pandemisch sinnvoller als das ohne Betreuung durchgeführte Sporttreiben, wie man es auf Bolzplätzen oder freien Anlagen sehen könne, führte der verband weiter aus.


Dieser offenkundige Widerspruch brachte nun die Politik zum Einlenken und die Verordnung zur Änderung der Zwölften Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung wurde in der Nacht zum Donnerstag veröffentlicht. Somit ist ab Freitag, 21. Mai, grundsätzlich das alters­unabhängige Mannschaftstraining (generell Kontaktsport unter freiem Himmel) in Gruppenstärken von bis zu 25 Personen wieder gestattet.


Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegt und alle Teilnehmer auf das Coronavirus getestet sind, oder aber zur Gruppe der Genesenen und vollständig Geimpften zählen. In Gebieten mit einer Inzidenz unter 50 sind keine Testungen erforderlich.

Lockerungen im Kreis ab Samstag

Dazu kommt die Grundvoraussetzung, dass „die zuständige Kreisverwaltungsbehörde im Einvernehmen mit dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und nach Maßgabe von Rahmenkonzepten“ diese Öffnungen ausdrücklich erlauben muss, stellt der BFV klar. Deshalb kann im Nürnberger Land das Training in Mannschaftsstärke frühestens ab Samstag gestattet sein, wenn die Kreisbehörde die nötige gesonderte Freigabe durch das Ministerium erhalten und formal bekannt gemacht hat.

Negativtest für Sport übernehmen

Zumindest herrscht jetzt Klarheit in einem Punkt, der für reichlich Wirrwarr und Frust bei Sportlern gesorgt hatte. BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher sieht hier „einen wichtigen Schritt zurück zu etwas mehr Normalität“. Jetzt will sich der Verband dafür einsetzen, dass auch Testungen, die in Kitas, Schulen oder beim Arbeitgeber durchgeführt werden, für den Sport herangezogen werden können.


Denn aktuell heißt es in der Verordnung, dass Sportler über einen „Nachweis eines vor höchstens 24 Stunden vorgenommenen POC-Antigentests, Selbsttests oder PCR-Tests in Bezug auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 mit negativem Ergebnis verfügen“ müssen.


Fitness im Vereinsstudio möglich


Freuen können sich auch diejenigen Vereine, die ein Fitnessstudio unterhalten. Darauf weist der BLSV hin. Denn auch deren Öffnung ist unter der Voraussetzung, dass
Terminbuchung und negativer Testnachweis vorliegen, ab Freitag, 21. Mai, grundsätzlich wieder möglich. Regelungen zur zulässigen Personenanzahl im Innenbereich von
Sportstätten und in Fitnessstudios werden im Rahmenkonzept Sport aufgestellt.


BLSV-Präsident Jörg Ammon appellierte dazu an die Kommunen, ihre Sportstätten zu öffnen und die Sportausübung zu ermöglichen. Gerade wegen der bevorstehenden Pfingstferien sei es wichtig, dass Sportler auf die Sportflächen zurückkehren können.


Beim Bayerischen Fußballverband setzt man nun darauf, in den kommenden Tagen und Wochen weitere Lockerungen für seine rund 1,6 Millionen Mitglieder im Freistaat erreichen zu können, die der Vorstand in dem Offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder, Innen- und Sportminister Joachim Herrmann sowie Gesundheitsminister Klaus Holetschek klar formuliert hat, heißt es abschließend in der Mitteilung des Verbandes.

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