Feuchter Spitzenspiel endet 0:0

Aufstiegsmikado im Waldstadion

Viel Kampf und noch mehr Krampf boten die beiden Teams um Michael Weiß (links) und Julian Schäf sowie SC-Keeper Andreas Sponsel beim Spitzenduell im Waldstadion. | Foto: Zink2019/03/scfeucht_scschwabach.jpg

FEUCHT – Alle, die sich für gepflegten Amateurfußball interessieren, sollten an dieser Stelle schnell weiterklicken. Denn was die Zuschauer beim vermeintlichen Spitzenspiel zwischen dem SC Feucht und dem SC 04 Schwabach geboten bekamen, war Aufstiegsmikado in Reinform. Wer zuerst zuckt, hat verloren – so lautete das mannschaftsübergreifende Motto beim mageren 0:0 an diesem verregneten Freitagabend im Waldstadion. 

Die Ausgangslage: Platz vier gegen den Dritten. Auf beiden Seiten hatte man vor dieser Begegnung ordentlich getrommelt und sich gleichzeitig bemüht, den schwarzen Peter, in diesem Fall die Favoritenrolle, dem Gegner zuzuschieben. Zudem waren sich Schwabachs Trainer Jochen Strobel und Feuchts Florian Schlicker erstaunlicherweise unisono sicher, dass der größere Druck jeweils beim anderen liegen müsse. 

Die erste Halbzeit: Vielleicht war es tatsächlich der Druck, der beide Teams hemmte. Eher sorgte jedoch der tiefe Platz in Kombination mit dem andauernden Nieselregen dafür, dass in der erste Hälfte so gut wie kein Spielfluss zustande kommen sollte. So oder so waren Chancen Mangelware. Es dauerte bis zur 26. Minute, als sich Feucht erstmals gefährlich dem Schwabacher Tor annäherte: Nach einer Ecke von Spielmacher Fabian Klose köpfte Abwehrchef Bastian Leikam knapp drüber. Kurz darauf dann die größte Möglichkeit der Gastgeber. Nach einem Freistoß kam Tobias Kramer frei zum Kopfball, knallte die Kugel aber nur an die Latte (33.)

Die zweite Halbzeit: Für seinen zuvor arg blassen Stoßstürmer Szymon Pasko brachte Schlicker den ehemaligen Schwabacher Nico Wessner, gefährlicher wurden die Feuchter deshalb aber vorerst nicht. Allerdings genauso wenig wie die Gäste, die erst in der 66. Minute durch Michael Weiß ihre erste – und in der Rückschau auch einzige ernsthafte – Torchance hatten. Der SC-Stürmer (17 Tore) zog aus nächster Nähe ins kurze Eck ab, Feuchts Schlussmann Andreas Sponsel konnte aber im letzten Moment noch die Fäuste hochreißen. In der Folgezeit wurde die Partie noch unansehnlicher und zudem immer nickliger. Emotionen kamen vor allem von der Seitenlinie, wo sich die Schwabacher Verantwortlichen das ein oder andere verbale Scharmützel mit den Feuchter Spielern lieferten. Ein Derby eben. Leider blieb das Fußballerische dabei auf der Strecke, so dass sich die 417 Zuschauer  – Rekord in dieser Saison für Feuchter Verhältnisse – frühzeitig auf eine Nullnummer einstellen mussten. In der 82. Minute hätte Klose diesen Plan zwar fast noch durchkreuzt, ebenso wie in der Nachspielzeit Wessner, als er Schwabachs Keeper mit seinem Kopfball zu einer Glanztat zwang. Am Ende aber hatte dieses Spitzenspiel einfach keinen Sieger verdient.

Stimmen zum Spiel

Florian Schlicker, Trainer SC Feucht: „Die Bedingungen waren heute extrem schwierig. Keiner wollte den Ball verlieren. Deshalb haben beide Mannschaften extrem risikoarm gespielt, niemand wollte einen Fehler machen. Ich denke, wir hatten ein kleines Chancenplus. Am Ende bringt aber dieser Punkt keinem von uns wirklich etwas.“

Schiedsrichter: Mario Hofmann (Heroldsbach)
Zuschauer: 417
Tore: Fehlanzeige

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann