Nur 1:1 bei DJK Don Bosco Bamberg

Feuchter kommen nicht vom Fleck

Für Michael Eckert hatten die Bamberger offensichtlich, so wie in dieser Szene, eine Sonderbewachung vorgesehen. Einmal entwischte er ihnen aber trotzdem. | Foto: Weinkauf2017/05/djkdonboscoscfeuchtII.jpg

BAMBERG/FEUCHT – Während die Konkurrenz im Tabellenkeller der Bayernliga Nord gerade fleißig punktet, kommt der 1. SC Feucht im Endspurt nur noch im Schneckentempo voran. Wie vor Wochenfrist beim torlosen Remis gegen Weiden sprang für die abstiegsbedrohten Zeidler auch jetzt am Sonntagnachmittag bei der DJK Don Bosco Bamberg nicht mehr als ein mageres 1:1 (0:1) heraus. Im Normalfall wäre ein Unentschieden bei den spielstarken Domstädtern auf ihrem berüchtigten Kunstrasenplatz aller Ehren wert, aber angesichts des Spielverlaufs war der eine Zähler für die Feuchter viel zu wenig – besonders dann, wenn man wie der SC die Relegation unbedingt vermeiden will. Drei Spiele stehen jetzt noch aus und bis zum rettenden Ufer sind es bereits vier Punkte.

Die Fahrt nach Oberfranken hatten die SC-Kicker recht zuversichtlich angetreten. Die personelle Situation hatte sich ein wenig entspannt, so dass sich die Mannschaft diesmal nicht von allein aufstellte und Trainer Klaus Mösle sogar einige taktische Überlegungen umsetzen konnte. Unter anderem durfte der junge Fatih Boynügrioglu diesmal von Anfang an wirbeln, weil Mösle auf dem flotten Geläuf auf die Schnelligkeit und Wendigkeit des jungen Türken setzte.

Darüber hinaus hatte auch SC-Keeper Andreas Sponsel ein Zeichen gesetzt, indem er seinen Vertrag ligaunabhängig um ein weiteres Jahr verlängerte.

SC agierte zerfahren

All diese positiven Voraussetzungen wirkten sich aber zunächst nicht auf das Spiel der Feuchter aus. In der ersten Hälfte agierten sie zerfahren und wenig clever. Erzielten aber kurz vor der Pause dennoch – quasi mit der ersten gelungenen Aktion – die so wichtige Führung. In der 42. Minute legte Ljuban Ivic zurück auf Dominik Ammon, der sah Michael Eckert an der Strafraumgrenze und der SC-Stürmer wuchtete nach einer Flanke den Ball per Kopf unhaltbar ins Netz.

Wieder eine der zentralen Figuren beim SC – und das nicht nur aufgrund seiner Position im Mittelfeld. Oscar Ortiz (re.) lenkt das Feuchter Spiel. | Foto: Weinkauf2017/05/djkdonboscobambergscfeuchtI.jpg

In der Pause forderte Mösle dann seine Truppe auf, die Bamberger noch mehr über die Außen zu beschäftigen. Und siehe da: Plötzlich waren die Gäste aus Mittelfranken die dominierende Mannschaft. Besonders über Boynügrioglu und den ebenfalls erneut starken Oscar Ortiz rollten nun zahlreiche Angriffe auf das Don Bosco-Tor zu. „Wir hätten locker 3:0 oder 4:0 gewinnen können“, unterstrich Mösle das deutliche Chancenplus seiner Elf.

Dass die Feuchter ihre vielen Möglichkeiten nicht in Zählbares ummünzten, sollte sich wenig später rächen. In der 78. Minute fiel das Tor auf der anderen Seite. Einen 50-Meter-Freistoß, der eine gefühlte Ewigkeit in der Luft blieb, konnte die Feuchter Hintermannschaft nicht klären. DJK-Stürmer Felix Strobler übersprang Ivic und köpfte zum 1:1 ein.

Rote Karte für Ammon

Danach passierte eigentlich nichts mehr, außer, dass sich Dominik Ammon kurz vor Schluss zu einem groben Foul hinreißen ließ, mit der Roten Karte vom Platz flog und seinem Team damit einen weiteren Dämpfer verpasste. Denn wie Mösle vermutet, wird die Strafe für den Wiederholungstäter, Ammon war erst im Spiel gegen Ammerthal (0:1) wegen Schiedsrichterbeleidigung vom Platz geflogen, deutlich ausfallen. „Wir werden ihn in dieser Saison wohl nicht mehr sehen“, unkt Mösle.

Abwarten. Denn in der Relegation wäre Ammon dann wohl wieder spielberechtigt. Und aufs ungeliebte Nachsitzen müssen sich die Feuchter langsam, aber sicher einstellen.

DJK Bamberg: Trunk – Niersberger, Jessen, Esparza, Strobler, Schmoll (60. Körner), Fischer, Schmitt (53. Makrigiannis), Wunder, Schäffler, Sengül (80. Schütz).

SC Feucht: Sponsel – Ivic, Ortiz, Ammon, Spielbühler (82. Zaika), Eckert (72. Nowak), Boynügrioglu, Lincke, Pex, Nikopoulos, Wessner.

Schiedsrichter: Marcel Geuß (Haßfurt-Sylbach)

Zuschauer: 175

Tore: 0:1 Michael Eckert (42.), 1:1 Felix Strobler (79.)

Rote Karte: Dominik Ammon (90./1. SC Feucht/Tätlichkeit)

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann