SC Feucht verpasst gegen Weiden Befreiungsschlag

Nullnummer im Abstiegskrimi

Die Feuchter versuchten es aus jeder Position, aber der Ball wollte einfach nicht ins Tor. | Foto: kk2017/04/scfeuchtspvggweiden.jpg

FEUCHT – Freitagabend, Flutlicht, ein echter Abstiegskrimi in Feucht. Auf Tore mussten die knapp 320 Zuschauer im Waldstadion bei der Bayernliga-Begegnung zwischen dem 1. SC Feucht und der SpVgg Weiden zwar verzichten, aber dafür bekamen sie beim 0:0 ein teilweise hitziges und immer spannendes Kellerduell geboten, das am Ende auf jeden Fall einen Sieger verdient hätte: den SC Feucht.

Die Ausgangslage: „Wir sind zum Siegen verdammt“, damit hatte SC-Trainer Klaus Mösle im Vorfeld sein Team mächtig unter Druck gesetzt. Schließlich hatten seine Schützlinge sich durch die völlig unnötige 1:2-Pleite am Ostermontag gegen den ehemaligen Tabellenzweiten SV Erlenbach selbst mächtig in die Bredouille gebracht. Bei einer Niederlage hätte der Sportclub auf einen Relegationsplatz abstürzen können.

Die Weidener, die eigentlich die ganze Saison deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben waren, hatten dagegen zuletzt einen kleinen Aufwärtstrend erlebt, beispielsweise – anders als die Feuchter – dem Tabellenletzten Frohnlach mit 3:0 in die Schranken gewiesen und dann auch noch dem Spitzenteam VfB Eichstätt ein 1:1 abgetrotzt. Die Feuchter waren also gewarnt.

SC mit voller Offensivpower

Die erste Halbzeit: Schon ein Blick auf die Aufstellung genügte, um zu erkennen, dass es die Gastgeber in diesem Spiel unbedingt wissen wollten. Mösle hatte mit Michael Eckert, Dima Zaika und Stephan König gleich drei Stürmer aufgeboten, die diesen taktischen Schachzug in den ersten zehn Minuten mit guten Aktionen auch durchaus rechtfertigten. Zwar blieben die großen Torchancen Mangelware, aber die Hausherren erarbeiteten sich ein deutliches Übergewicht. Jedoch nicht lange. Nach der ersten Ecke für die Gäste kippte die Partie. Weiden kam nun immer besser in Spiel und hatte dann in der 22. Minute auch die erste hochkarätige Gelegenheit. Nach einem Ballverlust der Feuchter am gegnerischen Strafraum ging es plötzlich ganz schnell: Benjamin Werner durfte den Ball über den ganzen Platz treiben, passte weiter und plötzlich stand Christoph Hegenbart ganz allein vor SC-Keeper Andreas Sponsel. Sein Schuss ging jedoch weit am linken Pfosten vorbei. Dieser Schock weckte die Gastgeber wieder auf und bis zur Halbzeit wurde die Partie deutlich giftiger.

Treffer zählte nicht

Die zweite Halbzeit: Feucht kam engagiert aus der Kabine und drängte mit Macht auf die Führung. In der 48. Minute tankte sich Eckert bis zur Grundlinie durch, zog in den Strafraum, übersah aber seinen besser positionierten Kollegen König und knallte die Kugel unkontrolliert ans Außennetz. Weiden hatte der Feuchter Sturm- und Drangphase eigentlich nichts entgegenzusetzen, durfte aber dennoch kurz hoffen. In der 68. Minute flog ein Freistoß gefährlich aufs Feuchter Tor. Aber SC-Keeper Sponsel machte sich extrem lang und fischte die Kugel noch aus dem Eck. Zehn Minuten später dann die nächste Chance für die Feuchter. Ortiz hatte aus 20 Metern die Kugel an den Pfosten geknallt, Eckert verwertete den Rebound ins Tor – aber Schiedsrichter Andreas Höcker entschied auf Abseits. Feucht setzte nun auf totale Offensive, brachte mit Nico Wessner noch einen vierten Stürmer und wäre für diesen Wechsel beinahe belohnt worden. In der 83. Minute hob Wessner den Ball nur knapp am Pfosten vorbei.

Die Szene des Spiels: In der 40. Minute hätten die Zuschauer beinahe die Hände hochgerissen. Oscar Ortiz hatte vom rechten Strafraumeck abgezogen, Michael Eckert war dazwischengespritzt, hatte herrlich den Torhüter umkurvt und eigentlich todsicher eingeschoben. Aber plötzlich rutschte Weidens Alexander Jobst in den Schuss und kratzte den Ball gerade noch von der Linie.

Stimmen zum Spiel: „Im Gegensatz zur Partie gegen Erlenbach haben wir heute sehr diszipliniert gespielt. Und angesichts des Spielverlaufs hätten wir auch den Sieg verdient gehabt. Aber trotzdem war es eine deutliche Steigerung meiner Mannschaft und nun müssen wir dieses Selbstbewusstsein mitnehmen, dann mache ich mir um die nächsten Aufgaben keine Sorgen.“ (SC-Trainer Klaus Mösle)

1. SC Feucht: Sponsel, Nikopoulus, Ivic, Spielbühler (71. Wessner), Ortiz, Lincke, Zaika, Pex, Ammon (52. Schorr), König (86. Nowak), Eckert, Michael

SpVgg Weiden: Forster, Riester, Jobst (52. Plößner), Wendl, Wildenauer, Reich, Scherm, Schneider, Hegenbart (88. Kießling), Werner, Graf (70. Graf).,

Schiedsrichter: Andreas Höcker (Passau)

Zuschauer: 320

Tore: Fehlanzeige

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann