Bezirksliga 1

Diepersdorf steht vor entscheidender Woche

Während Diepersdorf Trainer Daniel Wolf mit einem Sieg dem rettenden Ufer mit seiner Elf ein weiteres Stück näher kommen würde, geht es für Rainer Zanft und den FC Ottensoos wohl nur noch darum, sich erhobenen Hauptes wieder aus der Bezirksliga zu verabschieden. | Foto: Keilholz2017/04/trainer_diepersdorf-ottensoos.jpg

DIEPERSDORF/OTTENSOOS – Nach ihrer Aufholjagd mit 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen hat die SpVgg Diepersdorf in der Bezirksliga eine ganz entscheidende Woche vor sich. Die kommenden drei Spiele sind für „Feuerwehrmann“ Daniel Wolf und seine Elf von richtungsweisender Bedeutung, ob der Traum vom Klassenerhalt weiter geträumt werden darf oder ob der Kraftakt zu scheitern droht.

Am Sonntag kommt der FC Ottensoos in die Scherau. Der Aufsteiger hat nach einem famosen ersten Saisondrittel der praktisch nicht vorhandenen Sommerpause Tribut zollen müssen und ziert das Tabellenende. Der Gang zurück in die Kreisliga dürfte kaum mehr zu vermeiden sein. „Für Ottensoos geht es jetzt um alles, ihnen hilft nur noch ein Sieg, sonst sind sie weg. Vielleicht hilft uns das, weil sie sich nicht hinten reinstellen können“, hofft SpVgg-Trainer Daniel Wolf.

Allerdings ist seine Truppe trotz der Erfolge in den letzten Spielen noch keineswegs gerettet. „Unsere Serie bringt uns natürlich nichts, wenn wir jetzt die Punkte liegen lassen“, warnt Wolf seine Schützlinge, sich vom eigenen Lauf bloß nicht blenden zu lassen.

Bereits am Mittwoch folgt das nicht minder wichtige Nachholspiel gegen den ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfenden 1. FC Hersbruck und am nächsten Samstag geht es zum ASV Zirndorf. Welche Spieler bei diesem Dreimal-90-Minuten-Marathon dabei sind, ist laut Wolf noch offen. Zumindest für die Partie am Sonntag hat er mit drei Wachkelkandidaten zu kämpfen. Alex Stengel und Rene Gentes sind beide angeschlagen und bei Valeron Korquai steht schon so gut wie fest, dass er nicht auflaufen kann.

Hinspiel war eine klare Angelegenheit für Ottensoos

Für den FC Ottensoos war am 25. September vergangenen Jahres nach einem 2:0 gegen die SpVgg Diepersdorf die Fußballwelt noch in Ordnung. Nach 13 Spieltagen rangierte der Aufsteiger mit ausgeglichener Bilanz (18 Punkte) auf Rang zehn.

Vom damaligen Höhenflug ist allerdings nichts geblieben. Mit einer 2:4-Niederlage in Schwaig begann eine Woche darauf die Talfahrt des Aufsteigers, der in den folgenden Wochen kontinuierlich Rang für Rang nach unten durchgereicht wurde.

Bis zur Winterpause reihte sich Niederlage an Niederlage, was sich zu einer Negativserie von sieben verlorenen Spielen summierte. Der absolute Tiefpunkt war eine 0:9-Demontage bei der SpVgg Erlangen am zweiten Spieltag der Rückrunde.

Zum Ende der Hinrunde stand der FCO erstmals auf einem der vier Abstiegsränge. Inzwischen sind es neun Punkte Rückstand auf das rettende Ufer und der Abstieg ist kaum mehr zu vermeiden.

Zanfts sechste Saison in Ottensoos

Trainer Rainer Zanft, der die sechste Saison in Ottensoos tätig ist und den Verein von der Kreisklasse bis in die Bezirksliga geführt hat, weist allerdings nicht zu Unrecht darauf hin, dass seine Elf nach der langen Saison und der folgenden Aufstiegsrelegation dem Substanzverlust irgendwann Tribut zollen musste.

Für den FCO-Trainer ist die nur eineinhalbwöchige Sommerpause die Hauptursache, dass seine Elf zum Ende der Vorrunde hin eingebrochen ist. Zanft: „Spätestens im Oktober war der Substanzverlust nicht mehr aufzuhalten und wir sind in einen Negativlauf hineingekommen, den wir einfach nicht mehr stoppen konnten“.

Nach der Winterpause schien der FC Ottensoos mit neuen Kräften den Kampf gegen den Abstieg aufnehmen zu können. Zum Auftakt gelang ein 2:0-Heimsieg gegen das Spitzenteam Bayern Kickers Nürnberg. Dieser Erfolg erwies sich jedoch nur als ein Strohfeuer. Beim Tabellenzweiten SG 1883 Nürnberg/Fürth verlor man unglücklich 0:1 und in Herzogenaurach (2:2) gab der FCO eine 2:0-Führung aus der Hand, verschoss dabei sogar einen Elfmeter. Dazu kamen Niederlagen in Schlüsselspielen daheim gegen Burgfarrnbach und Tennenlohe (jeweils 1:2), die durch individuelle Fehler begünstigt wurden. Dies fand gegen den TV 48 Erlangen und FSV Stadeln (jeweils 1:3) über Ostern seine Fortsetzung, wo seine Elf einmal mehr dem Gegner das Toreschießen leicht gemacht habe, resümiert der FCO-Trainer. Zanft: „Das zieht sich wie ein roter Faden durch unsere letzten Spiele“.

Und deshalb steht der FC Ottensoos dort, wo er steht, nämlich auf dem letzten Platz. Der Klassenerhalt ist rechnerisch zwar noch möglich, doch dass dies angesichts von neun Punkten Rückstand und nur noch fünf ausstehenden Spielen sehr schwer wird, dessen ist man sich im Umfeld des Vereins bewusst. Trotz der misslichen Lage ist die Moral aber in Ordnung. Trainer Zanft: „Wir werden in Diepersdorf und in allen noch kommenden Spielen alles geben und um jeden Punkt kämpfen und uns, wenn es so kommen sollte, wie es aussieht, erhobenen Hauptes aus der Bezirksliga verabschieden“.

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann