SC Feucht verliert 1:2 gegen Erlenbach

Kopflos im Waldstadion

Tore: 0:1 Arwed Kellner (36.), 0:2 Patrick Badowski (84.), 1:2 Dmytro Zaika (88.) Oje SC Feucht! Gegen den Tabellenvorletzten Erlenbach zerstörten die Feuchter wieder ihre gute Ausgangsposition. | Foto: Zink2017/04/scfeuchtsverlenbach.jpg

FEUCHT – Wenn in dieser Saison beim SC Feucht auf eines Verlass ist, dann darauf, dass beim SC Feucht auf nichts Verlass ist. Denn das Wort Konstanz steht bei den Zeidler-Kickern heuer auf dem Index. Kaum scheint der Sportclub sich aus dem Gröbsten heraus gekämpft zu haben, folgt im nächsten Spiel wieder eine Leistung, die Trainer Klaus Mösle nur noch die Zornesröte ins Gesicht treibt. So wie jetzt wieder im Spiel gegen den Tabellenvorletzen SV Erlenbach, das die Feuchter völlig unnötig mit 1:2 (0:1) verloren haben. „Wir hatten von der 1. bis zur 90. Minute keinen Zugriff“, motzte Mösle und unkte: „Die Mannschaft hat dieses Spiel anscheinend auf die leichte Schulter genommen.“

Nicht ganz unverständlich. Erlenbach hatte zuletzt dreimal gegen die Feuchter verloren, dabei neun Gegentore kassiert und es deutete auch für den Ostermontag eigentlich nichts darauf hin, dass sich diese Negativserie ändern könnte. Schließlich hatten die Feuchter am Donnerstag beim 2:2 in Amberg ein starkes Bayernliga-Spiel abgeliefert, während die Gäste am Samstag daheim von Großbardorf vier Stück eingeschenkt bekommen hatten.

Aber die Feuchter und die Kellerkinder, das war und ist seit jeher eine spezielle Beziehung. Vor ein paar Wochen hatten sich die Mittelfranken beim Tabellenletzten VfL Frohnlach mit einer 0:3-Niederlage blamiert.

Harte Kritik von Mösle

Nach rund einer halben Stunde dürften sich die knapp 150 Zuschauer im Waldstadion an dieses Spiel zurückerinnert haben, als Arwed Kellner etwas unerwartet in der 36. Minute auf 1:0 für die Gäste stellte – mit freundlicher Unterstützung der Hausherren versteht sich. Feucht hatte einen Freistoß an der Strafraumkante der Erlenbacher ausgeführt, die Kugel wurde aber abgewehrt und plötzlich rannten drei Erlenbacher allein aufs Feuchter Tor zu. Keeper Andreas Sponsel hatte keine Abwehrchance.

Danach nahmen die Feuchter etwas mehr am Spiel teil, erarbeiteten sich auch Chancen. Allerdings fehlte neben dem Willen auch die Durchschlagskraft. Nico Wessner, der mit zwei Toren in den letzten beiden Spielen, so stark durchgestartet war, vergab alleine drei Hochkaräter. „Da sieht man eben wieder, dass Fußball zu 70 Prozent Kopfsache ist. Und wir haben dieses Spiel heute im Kopf verloren“, lautete Mösles bittere Analyse.

Da seine Elf auch in Durchgang zwei den Hebel nicht entscheidend umlegen konnte und stattdessen kurz vor Schluss den endgültigen K.o. durch einen schnellen Konter der Erlenbacher und den Treffer von Patrick Badowski (84.) kassierte, war die Pleite für die Feuchter höchstverdient. Dementsprechend hart fiel auch Mösles Kritik aus. Zwar konnte der eingewechselte Dima Zaika (88.) kurz vor Schluss noch auf 1:2 verkürzen, aber das Aufbäumen kam natürlich viel zu spät. „Wir haben unsere gute Ausgangspoition im Abstiegskampf leichtfertig vergeben. Jetzt müssen wir am Freitag zuhause gegen Weiden ran und da ist nun die Mannschaft in der Pflicht“, betonte Mösle und schob mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus hinterher: „Ich glaube, es gibt nicht viele Mannschaften, die gegen Frohnlach und Erlenbach verloren haben.“ 

1. SC Feucht: Sponsel, Vitze-thum, Nikopoulus, Ivic, Lincke (74. Nowak), Ammon (Boynügrioglu), Spielbühler, Pex, Ortiz, Eckert, Wessner (66. Zaika)

SV Erlenbach: Sevim, Hörst, Krug, Kaplan, Adigüzel (60. Tschumak), Mauderer (80. Badowski), Letellier, Kellner, Akcay (75. Eren), Erdem, Traut

Schiedsrichter: Johannes Hamper (Katschenreuth)

Zuschauer: 150

Tore: 0:1 Arwed Kellner (36.), 0:2 Patrick Badowski (84.), 1:2 Dmytro Zaika (88.)

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann