Niederlage beim Spitzenreiter

TV Altdorf verliert trotz guter Leistung in Chemnitz

Für TV Altdorf spekulieren Senta Fößel und Kathi Schön (li.): Wer wird bei Chemnitz angreifen? Natürlich Corinna Sschuschke-Voigt (hinten rechts). | Foto: Paulig2017/03/Da-I-Angriff-PSV-Chem.-m.-Ssuschke-V.-re..jpg

ALTDORF – Auch in Sachsen wird „Der Bote“ gelesen. Als vor einem Monat die Drittligistinnen des TV Altdorf beim Dresdner SSV vorspielten, stand in Altdorf in der Zeitung zu lesen: „Keine Faxen in Sachsen“. Altdorf gewann mit 3:0. In Chemnitz setzte man dem Spruch einen weniger griffigen dagegen: „Wir punkten für Chemnitz“ hieß es völlig unlyrisch. Und Chemnitz (Tabellenerster) punktete gegen Altdorf (Tabellendritter), musste aber enorm kämpfen gegen eine wackere Sechs aus dem Nürnberger Land, denn mehr Spielerinnen standen nicht zur Verfügung.

Die Satzfolge 25:21, 25:20 und 25:19 drückt nicht aus, wie hart umkämpft der Sieg der PSV-Volleys zu Hause war. Obwohl Altdorfs Trainer Anto Juric lediglich die Mindestanzahl an Spielerinnen zur Verfügung stand, mit Judith Kossack, Anne Blos, Lorena Tilgen und Lara Krasser fiel ein kompletter Angriff weg, und Lisa Saß von der Libera zu einer Angreiferin werden musste, zeigten die TV-Frauen eine tolle Moral. Sie spielten von Anfang bis zum Ende nahezu auf Augenhöhe. Das umso erstaunlicher, da Chemnitz die doppelte Anzahl von Spielerinnen zur Verfügung hatte.

Taktik ging auf

Der Chemnitzer PSV hat neben elf eh schon guten Spielerinnen auch noch eine zwölfte auf dem Feld: Corinna Ssuschke-Voigt, eine ehemalige Nationalspielerin, eine wuchtige Angreiferin und eine Garantin für spektakuläre Punkte. Sie erhält gefühlte achtzig Prozent aller Zuspiele, egal, ob sie vorn oder hinten steht.

Eine Taktik von Altdorfs Trainer Juric war, gegen sie einen wirkungsvollen Block zu setzen. Dies klappte in vielen Fällen, denn sowohl Senta Fößel, als auch Annemarie Böhm waren immer auf der Hut. So entwickelte sich ein, wie es angekündigt wurde, Spitzenspiel, das vom ersten bis zum letzten Spielzug spannend und sehr ansehnlich war.

TVA-Coach war zufrieden

„Ich bin zufrieden, aber wir hätten sogar einen Satz gewinnen müssen“, meinte Juric nach dem Spiel – und recht hat er. Schon im ersten Satz hätte dies gelingen können, im zweiten Durchgang erst recht. TV Altdorf führte da verdient bis zur Mitte, als man kurzfristig unkonzentriert zur Sache ging und dann noch verlor. Im dritten Satz ließ Altdorf schon zu Beginn einen 0:6-Rückstand zu, der trotz heftiger Gegenwehr bis zum Schluss der Begegnung nicht aufgeholt werden konnte.

Alle Altdorfer Spielerinnen überzeugten, lediglich Lisa Saß, die seit Bayerligazeiten, als es noch keine Libera gab, im Außenangriff zu Hause war, konnte ihr Können nicht wie gewünscht entfalten. Aber auch ihr gelang ein Punkt gegen die Ex-Nationalspielerin.

Rekordkulisse in der Halle

Neben den Mittelblockerinnen machten auch die anderen Akteurinnen des TVA ihre Sache sehr gut. Zuspielerin Astrid Ringeisen wirbelte wie immer im Feld, erreichte fast alle Bälle und unterstrich ihre positive Entwicklung. Die Angreiferinnen Kathi Schön und Luise Neumüller setzten sehenswerte Angriffe und waren sehr sicher beim Aufschlag. Überhaupt war der Aufschlag in den letzten Begegnungen ein Schwachpunkt, in Chemnitz konnte man Fehlaufschläge sogar eher von der Heimmannschaft sehen, und das vor einer Rekordkulisse von 233 Zuschauern.

Vor Wochenfrist noch hatte TV Altdorf gegen Eiselfing eine wenig zufrieden stellende Leistung geboten, diesmal konnte die Mannschaft erhobenen Hauptes die lange Reise nach Hause antreten, auch wenn das letzte Saisonspiel in Friedberg in zwei Wochen da bereits Thema war. Dann wird man wieder komplett sein, die sehr vermisste Lara Krasser hat dann ihre Flitterwochen in Thailand beendet, und Lorena Tilgen und die anderen werden zur Verfügung stehen. „We like to move it“, das Motto der Altdorfer Damen, wird man dann in Schwaben vernehmen, wenn es darum geht, den dritten Tabellenplatz zu verteidigen. 

N-Land Willi Hanke
Willi Hanke