Siegesserie ist gerissen

TSV Eiselfing verdirbt die Altdorfer Abschiedsparty

Der Druck war weg und damit auch die Luft raus bei den Altdorferinnen (dunkle Trikots) – der beinahe sichere dritte Tabellenplatz beflügelte die TVA-Mädels nicht gerade. | Foto: kk2017/03/tvaltdorftsveiselfing.jpg

ALTDORF – Die Volleyball-Drittligistinnen des TV Altdorf haben mit einer 1:3 (18:25, 18:25, 29:27, 20:25)-Niederlage gegen TSV Eiselfing zu Hause eine Serie von sechs Siegen beendet. Völlig unerwartet kommt dieses Ende nicht, denn das Team konnte nicht in Bestbesetzung antreten und erwischte zudem einen nicht ganz so guten Tag. Der Misserfolg ist dennoch leicht zu verschmerzen, denn von dem dritten Tabellenplatz kann TV Altdorf nur dann verdrängt werden, wenn kein Punkt mehr geholt wird und zwei der drei Konkurrentinnen alle Spiel gewinnen sollten.

Von Beginn an stand der TV Altdorf gegen TSV Eiselfing unter Druck. Die Überlegenheit des Teams aus Oberbayern war in allen Belangen festzustellen. Dabei sorgten nicht die jungen Spielerinnen, allen voran Nadja Nawrat und Stella Schrüfer, für Unsicherheiten im Spielaufbau, sondern die erfahrenen Protagonistinnen. Es mangelte an der Stabilität in der Annahme, in der Abwehr und im Angriff. Und wenn dann die Chance auf ein Aufbäumen sichtbar war, versagte man auch noch beim Aufschlag.

Wechsel verpufften zunächst

So ging der erste Satz klar an Eiselfing, ebenso der zweite Durchgang, immer nach demselben Schema: sofortiger Rückstand, kurzes Aufbäumen, Fehlaufschlag. Auch die Einwechslungen von Anne Blos und Astrid Ringeisen brachten zunächst keine Änderung. Altdorf reagierte lediglich auf das engagierte Angriffspiel von Eiselfing. Dass der dritte Satz gewonnen wurde, lag vor allem an zwei Dingen: Anne Blos, mittlerweile erfolgreich von einer Rechts- zur Linkshänderin beim Angriffschlag mutiert, machte nicht nur Punkte mit links, sondern legte eine Aufschlagserie hin wie keine im Team an diesem Abend. Zudem lud Eiselfing Altdorf regelrecht zum Satzerfolg ein, denn man gönnte sich eine kleine Verschnaufpause.

Diese war zwar im vierten Satz noch nicht ganz zu Ende, aber Altdorf hatte einfach mit dem knappen Satzgewinn sein Pulver verschossen. Die Angriffe waren leicht auszurechnen, man wehrte sich zwar ein bisschen, aber nicht allzu sehr, und Eiselfing tat nur das Nötigste in einem Spiel, das immer mehr verflachte und keine Höhepunkte hatte. So gelang TSV Eiselfing ein verdienter Sieg, die bessere Mannschaft ging als Siegerin vom Platz. „Jede Serie reißt einmal“, war das trockene Statement des Altdorfer Trainers Anto Juric.

Dennoch gab es Erkenntnisse

Trotz aller Schwächen ließen sich dennoch Erkenntnisse gewinnen: die Jugend kann erstens mit der Zeit gut ins Team eingebaut werden, zum Spitzenteam in der 3. Liga ist es zweitens nicht sehr weit (denn trotz aller Kritik waren gute Szenen zu beobachten), wenn die Mannschaft gesund ist, sowie ist drittens in dieser Situation des sicheren Tabellenplatzes zu attestieren, dass es einfach schwer fällt, alle Kräfte zu mobilisieren. Zusätzlich muss sich so manche Spielerin um ihre eigenen Dinge sorgen (Schule, Studium, Beruf), so dass sich eine solche Leistung schnell relativiert.

Jetzt stehen noch zwei Auswärtsspiele an (Chemnitz und Friedberg), dann geht, Sieg hin oder Sieg her, eine erfolgreiche Saison zu Ende. Bisher weiß man nur von Luise Neumüller, dass sie für ein Jahr ins Ausland geht.

Ansonsten könnte das Team in der nächsten Saison so zusammen bleiben, eine Judith Kossack zurückkehren und die eine oder andere Jugendliche integriert werden.

Dann wird Altdorf, und hoffentlich dann in der neuen Halle, wieder dem treuen Publikum attraktive und spannende Volleyballspiel zeigen.

 

N-Land Willi Hanke
Willi Hanke