Eltersdorf hat im Winter seinen Topstürmer abgegeben und empfängt nun die Feuchter

Was ist der SCE ohne Herzner noch wert?

Alle Augen auf den Stürmer-Star: Beim Hinspiel war Basti Herzner (am Ball) noch für den SC Eltersdorf in den Strafräumen der Bayernliga unterwegs, jetzt knipst der Führende der Torschützenliste mittlerweile fürs Kloster. | Foto: kk2016/03/scfeuchtsceltersdorfvorschau.jpg

FEUCHT – Nichts nervt Fußball-Trainer mehr, als wenn ihre Mannschaft auf einen Spieler reduziert wird. Manchmal lässt sich das aber kaum umgehen, gibt es doch Akteure, die derart herausragen, dass ohne sie eine Mannschaft eben nur noch die Hälfte wert ist. Basti Herzner (18 Tore) und der SC Eltersdorf waren womöglich so eine Schicksalsgemeinschaft. Beim Freitagabendgegner (19 Uhr beim SC Eltersdorf) des SC Feucht hat man im Winter nun aber den besten Stürmer der Liga ins Kloster ziehen lassen und muss die Torgewalt des 25-Jährigen nun auf mehrere Schulteren verteilen. Denn ersetzen, das sagt Noch-SCE-Coach Hendrik Baumgart ganz offen, „können wir Basti nicht“.

In Feucht kennen sie das Gefühl, denn dort spielt Sebastian Schulik eine ähnlich herausragende Rolle. Mit 15 Toren führt er nicht nur die interne Torschützenliste an, sondern ist auch eine Art personifizierte Lebensversicherung für sein Team. So wie zuletzt beim Heimsieg gegen Erlenbach, als der Angreifer mit seinem Tor zum 3:2 die drei Punkte für den SC klarmachte. Also nicht auszudenken, Schulik sollte sich erneut schwer verletzen, so wie im letzten Herbst, als er lange an einem Bandscheibenvorfall laborierte. Zumal aktuell ja auch der zweite Ausnahmekönner beim SC fehlt, Topscorer Mario Swierkot (MIttelfuß-OP).

Beide SCs sind recht ordentlich aus der Winterpause gekommen. Die Feuchter starteten letzte Woche mit dem Dreier gegen Erlenbach, während die Eltersdorfer bereits eine Partie mehr absolvieren mussten und dabei immerhin vier Punkte einfahren konnten.

Kombinationen & Kurzpassspiel

Recht interessant – zumindest für die Zuschauer – war auch das Hinspiel, bei dem die Gäste aus dem Erlanger Vorort den Zeidlern eindrucksvoll demonstrierten, wie Kurzpassspiel und schnelle Kombinationen in der Bayernliga aussehen können. Feucht hatte dem seine Konterstärke und natürlich Schulik entgegenzusetzen, so dass am Ende ein etwas schmeichelhaftes 2:2 für die Feuchter Hausherren auf der Anzeigetafel prangte. Damals hatte übrigens auch Herzner getroffen, so dass man fast geneigt wäre, die Eltersdorfer bei dem Metropolregionsderby ein wenig benachteiligt einzustufen. Aber Feuchts Coach Klaus Mösle ist da ganz anderer Meinung. Denn was Trainer wohl noch mehr nervt als die Reduzierung ihrer Mannschaft auf einen Spieler, ist, die Favoritenrolle zugeschoben zu bekommen. Und deshalb will Mösle da auch gar nicht erst falsche Ideen aufkommen lassen: „Das wird eine ganz schwere Aufgabe für uns. Der SCE ist ungeschlagen aus der Winterpause gekommen, das ist doch ein Erfolgserlebnis für sie.“

Außerdem habe sich, so Mösle, trotz Herzners Abgang das Eltersdorfer Spiel ja nicht verändert: Schnell und kombinationsstark, gerade in des Gegners Hälfte, sei die Truppe nach wie vor. „Da müssen wir ganz eng an den Leuten sein und unser Umschaltspiel pflegen“, erläutert Mösle, der neben Daniel Schneider Fabian Diesner in der Innenverteidigung aufbieten wird und wieder auf einen Viererkette umstellen will. Ob diese Taktik aufgeht, wird sich dann am Freitagabend zeigen.

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann