Nutzen Sie alle Zuschüsse? Diese Förderungen stehen Ihnen zu

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Als Pflegebedürftiger oder pflegender Angehöriger stehen Ihnen zahlreiche Zuschüsse zu. Da der bürokratische Dschungel für viele undurchdringbar scheint und auch die Krankenkassen dazu eher dürftig beraten, bleiben oftmals viele Fragen unbeantwortet. Der Verband Pflegehilfe klärt auf, welche Zuschüsse Ihnen wirklich zustehen.
Pflegesachleistungen
Wenn Sie zu Hause von einem ambulanten Pflegedienst gepflegt werden und mindestens Pflege-grad 2 besitzen, haben Sie Anspruch auf Pflegesachleistungen. Das sind z. B. grundpflegerische Tätigkeiten wie Hilfe bei der Körperpflege oder der hauswirtschaftlichen Versorgung. Die Höhe richtet sich nach dem vorhandenen Pflegegrad. Gut zu wissen: „Wenn Sie die Pflegesachleistungen nicht aufbrauchen, können Sie bis zu 40 Prozent davon für Angebote zur Unterstützung im Alltag nutzen“, so Sabrina Cali, Leiterin der Pflegeberatung beim Verband Pflegehilfe.
Pflegegeld
Wird die Pflege zu Hause selbst sichergestellt, z. B. durch Angehörige oder eine 24-Stunden-Pflege, steht Ihnen ab Pflegegrad 2 Pflegegeld zu. Die Höhe richtet sich auch hier nach dem vorhandenen Pflegegrad. Dieses wird direkt an den zu Pflegenden überwiesen, der das Geld meist als finanzielle Anerkennung an die Pflegeperson weitergibt. Empfänger von Pflegegeld sind verpflichtet, sich regelmäßig von einem Pflegeberater persönlich beraten zu lassen.
Kombinationsleistung
„Erfolgt die Pflege zu Hause durch Angehörige und wird gleichzeitig durch einen ambulanten Pflegedienst unterstützt, macht es Sinn, bei der Pflegekasse einen Antrag auf Kombinationsleistung zu stellen“, so Frau Cali. Dabei wird das Pflegegeld anteilig berechnet: „Wenn Sie 75 Prozent der Pflegesachleistungen verbraucht haben, stehen Ihnen noch 25 Prozent des Pflegegelds zu.“ Nach einer Bewilligung des Antrags sind Sie für 6 Monate an diese Kombination gebunden.
Betreuungs- und Entlastungsleistungen
Für Betreuungs- und Entlastungsleistungen (z.B. Arztbesuche, Einkaufen gehen) stehen Ihnen bei vorhandenem Pflegegrad pro Monat 125 € zu. Diese werden erst gewährt, wenn tatsächlich Leistungen in Anspruch genommen wurden. Reichen Sie dazu die Rechnungen und Quittungen bei der Pflegekasse ein. Pflegedienste mit Kassenzulassung können direkt mit der Kasse abrechnen, wenn Sie eine Abtretungserklärung unterzeichnen. Sollten Sie bis Jahresende nicht den vollen Betrag genutzt haben, können Sie das bis zum 30. Juni des Folgejahres nachholen.
Verhinderungspflege
Bei einem Ausfall der Pflegeperson können Sie einen Antrag auf Verhinderungspflege stellen. Voraussetzungen dafür: Der zu Pflegende muss seit mind. 6 Monaten zu Hause gepflegt werden und Pflegegrad 2 oder höher besitzen. Sie können die Verhinderungspflege max. 6 Wochen bzw. bis zu einem Kostenaufwand von 1.612 € pro Jahr in Anspruch nehmen. Der Antrag muss nicht zwingend vor der Verhinderung gestellt werden, sondern wird gegen Vorlage der Belege auch rückwirkend erstattet. Diese Leistungen können Sie mit der Kurzzeitpflege kombinieren, wenn diese nicht vollständig genutzt wurde.
Kurzzeitpflege
In manchen Situationen ist es zeitweise nicht möglich, die Pflege zu Hause durchzuführen. In diesem Fall haben Sie ab Pflegegrad 2 Anspruch auf eine vollstationäre Kurzzeitpflege. Diese darf eine Dauer von 56 Tagen pro Jahr nicht überschreiten und wird mit maximal 1.612 € bezuschusst. Wenn Sie die 56 Tage nicht vollständig nutzen, können Sie die restliche Zeit auf die Verhinderungspflege umlagern.
Quelle: Verband Pflegehilfe

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