Der Garten im Frühjahr 2019

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Pflegekur für den Gartenboden

dpa – Alle zerren an ihm: Die Pflanzen entziehen dem Boden Nährstoffe und Wasser, der Hobbygärtner malträtiert ihn mit seiner Gartenarbeit. Und dann ist er auch ausgelaugt vom Winter. Meist lautet die Diagnose für einen Gartenboden daher am Anfang der neuen Pflanzsaison: Zu sauer, viel zu undurchlässig und verdichtet. Hobbygärtner sollten ihn nun aufpäppeln.
Ein gutes Aufbaumittel ist Kompost. „Im Prinzip ahmt der Gartennutzer hier nur den Kreislauf der Natur nach, wenn er Kompost in den Boden gibt“, erklärt Gerhard Milbert, Sprecher des Kuratoriums Boden des Jahres. „Die Nährstoffe von Pflanzen kommen hier, genau wie in der Natur, wieder in den Boden.“ Das Gute ist: Der Gärtner muss nicht viel abwägen. „Alle Böden vertragen Kompost gut.“
Kompost hilft auch, lehmhaltige und bindige Böden aufzulockern. Diese Böden werden durch das Aufbereiten mit Kompost durchlässiger. Bei sehr sandigen Böden rät Milbert aber neben der Allzweckwaffe Kompost auch zum Untermischen von Tonmehl, etwa Bentonit. Sven Görlitz von der Gartenakademie Baden-Württemberg nennt als Richtwert drei bis vier Liter Kompost pro Quadratmeter. Wobei er für Bereiche mit Schwachzehrern mit geringem Nährstoffbedarf etwa die Hälfte der Menge empfiehlt. Zu dieser Gruppe gehören Möhren, Zwiebeln sowie Kräuter.
Ohne etwas Muskelarbeit geht es aber auch nicht, um den Boden vor dem Start in die Pflanzsaison ab Frühjahr fit zu machen. Ute Franke vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner rät, im Frühjahr den Boden mit Grabegabel, Hacke oder Sauzahn aufzulockern. Dazu sollte der Gärtner Hornspäne oder -mehl zur Versorgung mit Stickstoff unterarbeiten. „Sie zersetzen sich langsam und wirken als Dauerdünger.“
Görlitz nennt als Richtwert für Horndünger, je nach Kultur, etwa 50 bis 100 Gramm pro Quadratmeter zusätzlich zur Kompostgabe. „Starkzehrer, also Pflanzen mit hohem Stickstoffbedarf, vertragen hier über 100 Gramm.“ Das sind etwa Tomaten oder Kartoffeln. Hier kann die Düngung auch auf zwei Gaben Hornmehl verteilt werden – eine im Frühjahr und eine im Frühsommer.
Hat der Boden einen niedrigen pH-Test, braucht er Kalk, etwa durch gemahlenes Dolomitgestein, erläutert Milbert. Dieser im Handel erhältliche Dolomitkalk enthält mit Kalzium- und Magnesiumcarbonat wichtige Pflanzennährstoffe. Aber: „Erst wenn der pH-Test bei Sandböden einen Wert von unter fünf ergibt, sollte gekalkt werden“, betont der Bodenexperte. „Dann reicht es, alle fünf bis sechs Jahre Kalk drüberzustreuen. Lehmböden in Gärten sollten einen pH-Wert über sechs aufweisen.“

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